ralwel - Fotolia

Die zentralen Funktionen und Features von Datenbank-Performance-Tools

Vor der Anschaffung und dem Einsatz von Datenbank-Performance-Tools sollten man die wichtigsten Features verstehen, die dabei zu berücksichtigen sind.

Dieser Artikel behandelt

DBMS

Dies ist der dritte Artikel einer vierteiligen Serie über die Beschaffung von Datenbank-Performance-Tools. Der erste Artikel legte den Grundstein und stellte die unterschiedlichen Tool-Arten vor. Der zweite Artikel präsentierte verschiedene Arten von Leistungsmerkmalen, nach denen man suchen sollten. Der abschließende vierte Artikel stellt Datenbank-Performance-Tools führender Anbieter vor.

Das Datenbank-Management-System (DBMS) bildet das Herzstück moderner Anwendungen. Schließlich wird es so gut wie immer zwingend gebraucht, um die Unternehmens-IT reibungslos am Laufen zu halten. Damit dieses Herzstück funktioniert, sollte man entsprechende Vorkehrungen treffen, und Datenbank-Performance-Tools helfen dabei. Diese Werkzeuge unterstützen Datenbank-Administratoren (DBA), Leistungsprobleme zu verringern oder ganz zu vermeiden. Aber bevor DBAs und IT-Manager irgendwelche dieser Tools kaufen, sollten sie die wichtigsten Merkmale verstehen, die zu berücksichtigen sind. Erst dann ist es ratsam, gezielt Produkte in die engere Wahl zu nehmen.

Wenn man sich Know-how über Datenbank-Performance-Management zulegt, sollte jede der drei Arten von Tools, die verfügbar sind, berücksichtigt werden: erstens die Tools, die die maximale Leistung eines DBMS auf Systemebene gewährleisten können, zweitens diejenigen, die die Performance von Datenbankstrukturen verwalten, um die Effizienz der Daten in Ihren Datenbanken zu erhalten, und drittens die Tools, die die SQL- und Anwendungsleistung überwachen und Strategien zur Verbesserung der Effizienz des Anwendungscodes vorschlagen.

Um zu ermitteln, welches Tool oder welche Tools ein Unternehmen benötigt, empfiehlt es sich, die wichtigsten Funktionen und Features anzusehen, die für jede dieser Kategorien relevant sind.

Was bieten die verschiedenen Datenbank-Performance-Tools?

Datenbank System Monitoring und Management Tools: Diese Art von Software konzentriert sich auf die Interna eines DBMS sowie auf Systemressourcen und Systemparameter von Datenbanken. Wenn man ein solches Tool benötigt, empfiehlt es sich, nach Werkzeugen zu suchen, die den Status des DBMS ständig überwachen und darüber Bericht erstatten. Die Software sollte es dem DBA auch ermöglichen, Grenzwerte festzulegen, die einen Alarm auslösen, sobald sie erreicht werden.

Diese Tools bieten in der Regel ein Dashboard, das die wichtigsten Leistungsmesswerte und Schwellenwerte anzeigt, sowie eine Schnittstelle zum Ändern der Grenzwerte und anderer Parameter. Die Schnittstelle verfügt typischerweise auch über einen Mechanismus zum Konfigurieren von Berichten und zum Generieren oder Planen von Database Performance Reports.

Darüber hinaus liefert ein gutes systembezogenes Datenbank-Performance-Tool Informationen über die Nutzung der DBMS-Ressourcen. Dazu gehören zum Beispiel der von Pufferpools und Cache genutzte Speicher, die CPU-Auslastung und Page-Locking-Szenarien. Weiterentwickelte Tools bieten außerdem Empfehlungen für das Performance-Tuning, die auf der gemessenen Systemnutzung basieren.

Da die meisten DBMS-Implementierungen nicht auf einer einzigen Datenbankinstanz beruhen, sollte ein Datenbank-Performance-Tool auf Systemebene eine konsolidierte Ansicht liefern, damit DBAs mehrere Instanzen von einer einzigen Schnittstelle aus managen können. Dazu gehören Funktionen wie die automatische Ermittlung der Datenbankinstanzen und Assistenten, um die Installation anzupassen.

Datenbankprodukte für strukturelle Überwachung und Management: Mit diesen Tools kann der DBA Probleme bei der Datenbankfragmentierung und Festplattennutzung identifizieren und analysieren sowie Fehler reparieren. Diese Datenbankanalyse-Tools überwachen, überprüfen und berichten die Storage-relevanten Aspekte von Datenbankstrukturen wie Tablespaces und Indizes und analysieren Optionen zur Verbesserung der Plattennutzung.

Die Tools automatisieren auch die Analyse des freien Platzes und das Management von Problemen wie Out-of-Space-Bedingungen, Datenbankobjekte, die ihre maximale Größe erreichen, und unorganisierten und fragmentierten Daten – und sie bieten die Möglichkeit, den DBA in diesen Bereichen zu alarmieren.

Viele Datenbank-Tools zur Analyse der strukturellen Performance können auch die Probleme, die sie gefunden haben, beheben. Dazu reservieren sie zum Beispiel zusätzlichen Speicher oder defragmentieren Daten. Defragmentierung ist typischerweise ein mehrstufiger Prozess, der verwaltet werden muss. Fortgeschrittene Tools bieten die Möglichkeit, eine Datenbankstruktur zu reorganisieren, während die Datenbank in Betrieb bleibt und auf Anwendungen zugreift.

SQL-Monitoring- und Management-Software: Diese Tools überwachen SQL-Anweisungen während sie ausgeführt werden. Der DBA oder ein Datenbank-Performance-Analyst kann damit potenziell problematische Programme und SQL-Anweisungen erkennen, die bestimmte Ressourcen nutzen. Beispielsweise kann ein SQL-Monitoring-Tool SQL-Anweisungen nach CPU-Auslastung oder I/O-Anforderungen sortieren. Dadurch wird es einfacher, das Tuning auf diejenigen Punkte zu konzentrieren, die die meisten Ressourcen verbrauchen. Der SQL-Monitor sollte auch in der Lage sein, SQL-Anweisungen bestimmten Programmen, Stored Procedures, Triggern und Endbenutzern zuzuordnen.

Nachdem problematische SQL-Anweisungen erkannt wurden, können SQL-Datenbank-Performance-Tools mit Analysefunktionen für Zugriffpläne genutzt werden, um die Zugriffspläne für diese Anweisungen manuell und durch Programme zu untersuchen. Der Zugriffsplan, der von der DBMS-Optimierungskomponente formuliert wird, enthält die eigentlichen Methoden, mit denen über die Datenbank navigiert wird, um auf die erforderlichen Daten zuzugreifen. Die Werkzeuge vereinfachen das SQL-Tuning, indem sie Graphen nutzen, die den Erklärungspfad visuell darstellen, sowie SQL-Optimierungsassistenten zur Leistungsoptimierung einsetzen und Empfehlungen zur Änderung des SQL-Codes geben.

Einige SQL-Datenbank-Performance-Tools bieten auch die Möglichkeit, produktive Umgebungen beim Testen zu simulieren. Eine Testumgebung verfügt oft nicht über dieselben Systemressourcen wie die produktive Umgebung, so dass Zugriffspfade variieren können, auch wenn sich der SQL-Code nicht ändert. Werkzeuge, die die Produktion im Test simulieren, können solche Probleme beseitigen.

Die Datenbank-Performance-Tools, die von den führenden Anbietern angeboten werden, umfassen in der Regel die eben aufgeführten Kategorien. Es sind aber ebenso individuelle Werkzeuge in jeder Kategorie verfügbar, wie auch eine Kombination von Werkzeugen, die innerhalb und in den verschiedenen Kategorien eingesetzt werden können.

Zusätzliche Überlegungen zur Auswahl eines Performance-Tools

Bei der Bewertung von Datenbank-Performance-Tools ist es zudem wichtig, zusätzlich folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Die Anzahl der verwalteten DBMS: Ein heterogenes Tool kann verschiedene DBMS mit derselben oder einer ähnlichen Schnittstelle managen, während ein homogenes Werkzeug nur einen einzigen DBMS-Typ verwalten kann. IT-Shops mit einem primären DBMS oder der Spezialisierung eines DBA auf ein bestimmtes DBMS sollten homogene Datenbank-Performance-Tools verwenden. Diese bieten typischerweise umfassendere Performance-Management-Fähigkeiten als heterogene Tools, was das Auffinden und Beheben von Problemen erleichtert.

Wer mehr als ein DBMS verwendet und nur über einen oder eine sehr kleine Anzahl von DBAs verfügt, kann ein heterogenes Datenbank-Performance-Management-Tool einsetzen, das ähnliche Funktionen für jede Datenbank bereitstellt. Dies erleichtert es dem DBA, mehrere Plattformen zu überwachen. Darüber hinaus kann ein heterogenes Tool die Unterschiede zwischen mehreren DBMS maskieren und Performance-Monitoring- und Tuning-Aufgaben vereinfachen.

Bei der Auswahl eines heterogenen Tools sollte man darauf achten, dass es die Funktionalitäten jedes DBMS abdeckt. Es ist bei dieser Art von Tools üblich, dass sie für jedes DBMS eine unterschiedliche Breite und Tiefe der Performance-Management-Funktionalität unterstützen.

Metrik im Zeitablauf: Obwohl ein Datenbank-Performance-Tool in erster Linie aktuelle Probleme identifizieren und beheben soll, sollte es Datenbank-Performance-Metriken auch langfristig überwachen und analysieren können. Die meisten Tools, die das DBMS, die Datenbankstrukturen und SQL überwachen, können zudem historische Leistungsdaten abspeichern. Diese Funktion wird auch als Datenbank-Performance Data Warehouse oder Performance-Tabelle bezeichnet.

Wird die Historie der Datenbankleistung aufgezeichnet, ist man in der Lage, Trends im Zeitverlauf zu identifizieren. Zum Beispiel lässt sich mit einer historischen Aufzeichnung von Leistungsmetriken überprüfen, ob die Leistung besser oder schlechter ist als früher. Außerdem sind die Erstellung einer Performance-Baseline – und ein Vergleich der künftigen Performance mit dieser Baseline – nur möglich, wenn die historischen Performance-Details auch abgespeichert werden.

Kosten und Support: Die Kosten für Datenbank-Performance-Tools variieren je nach Art des verwendeten Werkzeugs, des Herstellers und des verwendeten Preismodells. Einige Anbieter von heterogenen Anwendungen bepreisen das Basis-Tool, sowie jedes DBMS, das damit verwaltet wird. Andere rechnen nur auf Grundlage der Größe der zu verwaltenden Instanzen ab, und wieder andere berechnen eine jährliche Gebühr für die Verwendung des Produkts. Support wird in der Regel online und telefonisch rund um die Uhr angeboten. Es ist sinnvoll, wenn die Support-Reaktionsgeschwindigkeit der einzelnen Hersteller überprüft wird, indem man zu verschiedenen Tageszeiten anruft.

Sobald einem die zentralen Anforderungen und Fähigkeiten der verschiedenen Arten von Datenbank-Performance-Management-Tools klar sind, besteht der nächste Schritt darin, jeden der Top-Anbieter und die spezifischen Tools, die sie für die Verwaltung der Datenbank-Performance anbieten, zu überprüfen.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Kostenloses E-Handbook: Was AWS und Co. für Datenbanken aus der Cloud bieten.

Das Performance Management von NoSQL-Datenbanken ist noch unausgereift.

Übersicht und Vergleich: Datenbankoptionen für das Internet of Things (IoT).

Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenbank-Management-Systeme (DBMS)

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close