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Eine Navigationshilfe durch AWS-Regionen und Availability Zones

Die Amazon Web Services (AWS) sind in 32 Availability Zones und 12 geografische Regionen gegliedert. Wir navigieren Sie durch diese AWS-Infrastruktur.

Als weltweit größter Public-Cloud-Anbieter müssen die Amazon Web Services (AWS) einen globalen Fokus haben. Für AWS reicht es nicht aus, sich auf den US- oder europäischen Markt zu konzentrieren. Vielmehr muss es eine zuverlässige Infrastruktur für einen vielfältigen Weltmarkt anbieten.

AWS-Regionen und Availability Zonen sowie deren Standort sind ein Verkaufsargument für AWS, da sie es Unternehmen ermöglichen, Ressourcen regional zur Verfügung zu stellen beziehungsweise Daten und Workloads über mehrere Standorte zu verteilen. AWS-Regionen sind seperate geografische Gebiete auf fünf Kontinente verteilt (Nord- und Südamerika, Europa/Naher Osten/Afrika und Asien-Pazifik). Diese Regionen bestehen wiederum aus mehreren isolierten Availability Zones (AZs). Jede AZ hat dabei mindestens ein Data Center.

Diese Vielzahl an Ressourcen dient dazu, AWS-Kunden die größtmögliche Verfügbarkeit zu bieten. Doch wie können Kunden diese Infrastruktur für sich nutzen? Im Folgenden beantworten wir diese und weitere Fragen.

Variiert die Zuverlässigkeit?

Verschiedene Regionen haben einen unterschiedlichen Ruf. Laut CloudHarmony boten alle Amazon EC2-Instanzen im vergangenen Jahr eine Gesamtbetriebszeit von 99,985 Prozent. Einige Regionen werben sogar damit, 100 Prozent zu erreichen.

Dennoch kann es zu Ausfällen und Störungen kommen. In den letzten fünf Jahren gab es in der US-Region Ost (der ältesten AWS-Region) mehrere Vorfälle, woraufhin einige Unternehmen Workloads in die US-Regionen West-1 oder West-2 verlagerten. Marktbeobachter argumentieren, dass einige Regionen zu schwerfällig und groß geworden sind, so dass sie sich der Kontrolle durch Amazon entziehen.

CloudHarmony zeigt jedoch, dass die US-Region Ost nicht die am wenigsten zuverlässige Region des Cloud-Anbieters ist und vergleichsweise gut gegenüber anderen Regionen abschneidet. Die am wenigsten zuverlässige Regionen ist nach Angaben des Cloud-Überwachungsdienstes die Region Südamerika mit einem Rechenzentrum in Sao Paulo (Brasilien), das im vergangenen Jahr acht Ausfälle hatte und 35 Minuten Ausfallzeit verzeichnete.

Leistungsstörungen sind trotz dieser Werte relativ minimal in allen Regionen, auch wenn ihre Auswirkungen für ein Unternehmen verheerend sein können. Man sollte daher die Bilanz einer Region zum Beispiel mit CloudHarmony evaluieren, und nicht allein deren Reputation glauben schenken, bevor Workloads in diese Region verlagert werden.

Welche Rolle spielen Availability Zones beim Disaster Recovery?

Richtiges Disaster Recovery funktioniert nur über gute Planung. Meistens sind diejenigen Unternehmen, die am stärksten von Cloud-Störungen betroffen sind, am wenigsten darauf vorbereitet. Es gibt verschiedene Tools, um Ausfälle innerhalb der AWS-Regionen und Availability Zones zu minimieren.

Amazon Route 53 ermöglicht es Entwicklern, IP-Traffic von einer gestörten oder überlasteten Region auf eine andere Region umzuleiten. Sie können außerdem Elastic Load Balancer nutzen, um automatisch Traffic auf Anwendungen zu verteilen, die mit Auto Scaling laufen. Dadurch können Entwickler sicherstellen, dass ein bestimmter Workload immer die notwendige Rechenleistung zur Verfügung hat, die er benötigt.

Route 53 Traffic Flow hat zudem neue Funktionen eingeführt, die komplexere Traffic-Konfigurationen erlauben, indem entsprechenden Policies definiert werden. Kunden können nun ein Routing-System aufbauen, das Traffic auf verschiedene Cloud- oder On-Premise Endpoints leitet, basierend auf Informationen zur geografischen Lage, Latenzzeit und Verfügbarkeit. Zwar boten auch Drittanbieter ähnliche Lösungen in der Vergangenheit an, allerdings ergeben sich durch Route 53 Traffic Flow Kosteneinsparungen gegenüber diesen Optionen.

Wo sollte AWS Data Center bauen?

AWS baut seine Data-Center-Infrastruktur jedes Jahr aus. Dennoch gibt es noch Lücken und Vergrößerungspotenzial. Einige Wettbewerber argumentieren, dass sie Vorteile gegenüber AWS haben, wenn es um die geografische Vielfalt der Data Center geht. Weitere Regionen bedeuten weniger Verzögerung für eine Verbindung, was zu einem Verkaufsargument wird, wenn Verzögerungen im Millisekundenbereich liegen.

Microsoft Azure wirbt zum Beispiel damit, dass es 2015 mehr Data Center als AWS im Portfolio hatte. Microsoft plant 2016 außerdem den Ausbau seiner Infrastruktur in Europa. Allerdings können Azure Regionen nicht eins zu eins mit AWS Regionen verglichen werden, da AWS behauptet, eine höhere globale Reichweite zu haben.

Einige Unternehmen wünschen sich aufgrund von Datenschutzbedenken einen Ausbau der Infrastruktur in Europa und Kanada. Zudem gibt es Unternehmen, die sich ein größeres Engagement in China wünschen, wo AWS zwar ein Rechenzentrum in Peking betreibt, aber nicht alle Services zur Verfügung stellt.

Eine weitere Region, für die sich Kunden eine Expansion wünschen, ist Russland. Allerdings machen bürokratische Hürden eine Erweiterung auf diesen Markt derzeit schwierig. Schließlich besitzt AWS keine Rechenzentren in Afrika, was sich in den kommenden Jahren aber ändern könnte.    

Welche Expansionspläne hat AWS?

Noch für 2016 plant AWS insgesamt elf weitere Availability Zones und fünf weitere Regionen (Ohio, Montreal, UK, Indien und Ningxia/China). Der Ausbau der Data-Center-Infrastruktur ist in einigen Ländern von besonderem Interesse, da deren Regierungen die Gesetzeslage für Datenschutz und Verschlüsselung verschärfen möchten.

Das Ende des Safe-Harbor-Abkommens war die erste große Veränderung für die globale Datenhoheit, doch weitere Änderungen werden folgen. Kunden möchten in der Lage sein zu entscheiden, wo ihre Daten gespeichert werden, so dass sie selbst die Datenhoheit behalten.

Doch egal, welche Gesetzesänderungen kommen, AWS bietet selbst eine Reihe von Tools für den Schutz und die Verschlüsselung der Daten an. Letztlich ist es im ureigenen Interesse des Cloud-Anbieters, Workloads und Daten vor Zugriffen zu schützen.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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