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Kundenspezifische Anpassungen an SAP-Systemen bitte nur in Maßen

Umfangreiche Anpassungen an einem SAP-System führen im Endeffekt zu weniger Geschäftsvorteilen. Unternehmen sollten nur das Notwendige ändern.

Dieser Artikel behandelt

SAP ERP

Dass sich Anwender kundenspezifische Entwicklungen für SAP-Systeme wünschen, ist selbstverständlich. Während der Implementierung (und danach) ändern Anwender eines neuen ERP-Systems Berichtsstrukturen, die Benutzeroberfläche, Geschäftsprozessabläufen und andere Bereiche. Da Veränderungen des Systems in den Programmcode oder die Programmlogik eingreifen, können zu viele Änderungen die Geschäftsvorteile des Systems deutlich untergraben.

Obwohl SAP eine robuste Auswahl von generischen und branchenspezifischen Optionen anbietet, hat jede Branche und jedes Land aber auch einzigartige geschäftliche, rechtliche oder operationelle Anforderungen, die die Standardanwendung nicht erfüllen kann. Hier ist ein gewisses Maß an kundenspezifischen Anpassungen am SAP-System unumgänglich. Mit Blick auf diese Realität sollten Unternehmen genau evaluieren, welche Änderungen nötig sind, damit nur diese angepasst werden.

Hier sind vier Tipps, worauf Sie achten sollten:

Lassen Sie sich ausreichend Zeit bei der Wahl des richtigen ERP-Systems: Unternehmen sollten genügend Zeit, Aufwand und Ressourcen in die Auswahl des ERP-Systems investieren, damit sie sicherstellen, dass es ein Maximum der Geschäftsanforderungen abdeckt und nur minimaler Anpassungen bedarf. Dazu gehört auch, dass Sie eine Liste mit allen geschäftskritischen Prozessen anfertigen, die das neue ERP-System abdecken muss.

Zusätzlich sollten Sie Kriterien erstellen, mit denen man ein System bewertet. Diese können ERP-Optionen zum Beispiel mit den Prädikaten passt gut, passt teilweise, erfordert Änderungen und wird nicht unterstützt bewerten. Solche und ähnliche Prädikate können eine gemeinsame Grundlage für die Entscheidung sein, welches ERP-System potenziell am besten Ihre Anforderungen abdeckt.

Erstellen Sie Steuerungs- und Governance-Richtlinien für Anpassungen: Investieren Sie Zeit in die Erstellung starker Steuerungs- und Governancen-Richtlinien, die Sie für individuelle Änderungen während der SAP-Implementierung einsetzen. Diese Richtlinien sollten zum Beispiel bindende Prozesse und Bewertungskriterien beinhalten. Während der SAP-Implementierung sollte jede angeforderte Anpassung vollständig durch Fakten, Zahlen und erwartete Geschäftsvorteile abgedeckt sein.

Ziel dieser Schritte ist es, Business-Anwender davon abzuhalten, endlose Anforderungen für benutzerspezifische Änderungen am ERP-System zu stellen. Vielmehr sollen sie ermutigt werden, nur nötige Schritte anzufordern, so dass der Implementierungsprozess nicht zu einer zeitraubenden Angelegenheit wird. Dieser Punkt führt außerdem zu einem anderen Problem: die natürliche Abneigung der Anwender für Veränderungen.

Entwickeln Sie ein Change-Management-Programm: Auch Anwender müssen sich an ein neues System anpassen, und das kann schwer sein. Für Business-Anwender ist es normal, dass sie permanent bestehende Systeme und Prozesse mit neuen Anwendungen vergleichen. Häufig führt dies aber dazu, dass Anwender entweder notwendige Änderungen an einem neuen System umgehen wollen oder unnötige Anpassung fordern.

Anstatt darauf zu warten, wie Nutzer auf ein neues System reagieren, sollten Sie vorausschauend ein robustes Change-Management- und Trainings-Programm entwickeln, so dass Anwender einem neuen System offen gegenüber stehen und neue Geschäftsprozesse schnell erlernen. Dazu gehört auch, dass entsprechende Führungskräfte konsequent ihren Business-Anwendern kommunizieren, dass Änderungen außerhalb der festgelegten Governancen-Richtlinien nicht akzeptiert werden. Darüber hinaus sollten Nutzer bei der Suche nach Best Practices, Standardfunktionen und Lösungen helfen.

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand bei Erweiterungen und Upgrades: SAP bietet regelmäßig Upgrades und Erweiterungen an, die keine Anpassungen erfordern. Zum Beispiel wurde lange die diskrete Fertigung als Option für die Dateneingabe gefordert. Mittlerweile bietet SAP dies über die Execution Steps (XSteps) an. Kennen Sie die Roadmap ihres ERP-Anbieters, können Upgrades und Erweiterungen ein entscheidender Schritt sein, um Anpassungen zu reduzieren.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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