benedetti68 - Fotolia

Microsoft Azure oder AWS: Welche Cloud-Datenbank eignet sich für Sie?

AWS bietet eine Vielzahl von Datenbankdiensten. Doch Microsoft Azure hat mehr Optionen, die für versierte Multi-Cloud-Nutzer interessant sein könnten.

Dieser Artikel behandelt

Datenbanksysteme

ÄHNLICHE THEMEN

Kein Zweifel: Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure bieten eine breite Palette von Datenbankdienstleistungen. Anwender haben die Qual der Wahl. Bei der Entscheidung zwischen Azure und AWS als Daten-Management-Plattform ist es angebracht, die Anwendungen und Unternehmensanforderungen genauer zu betrachten.

Folgende Fragen könnten Sie sich zum Beispiel stellen: Nutzt Ihr Unternehmen die Datenbank vorrangig für Analytics oder für die Transaktionsverarbeitung? Brauchen Sie eher eine relationale oder eine NoSQL-Datenbank? Präferiert Ihr Unternehmen eher die Option Database as a Service (DBaaS) oder eine eigene On-Premise-Instanz? Im Fall DBaaS müssen sich Unternehmen zwischen Azure und Amazon Web Services (AWS) entscheiden.

Amazon Redshift

Der Datenbankservice Amazon Redshift zielt auf Unternehmen mit Business Intelligence und Big-Data-Analytics-Anwendungen. Redshift bietet eine verteilte Datenbank mit Daten, die sich über einen einzelnen Master Nodes und mehrere Worker Nodes verteilen. Über die AWS Management Console können Administratoren Knoten aus einem Cluster hinzufügen oder entfernen sowie – wenn nötig – die Größe einer Datenbank neu einstellen. Alle Daten werden auf Cluster-Knoten oder Maschineninstanzen gespeichert. Wenn Sie zum Beispiel über das Wochenende Ihr Data Warehouse herunterfahren, weil es in der Zeit nicht genutzt wird, müssen Sie vor dem Herunterfahren Ihre Daten auf Amazon Simple Storage Service exportieren. Wenn Sie das Cluster wieder starten, müssen Sie die Daten erneut laden.

Redshift Cluster sind mit zwei Arten von virtuellen Maschinen (VMs) implementiert. Dense Storage und Dense Compute. Dense Storage ist für große Data Warehouses optimiert, während Dense Compute mehr CPUs für rechenintensive Analysen bereithält. Dense Compute kostet entweder 0,25 Dollar pro Stunde für dc1.large Instanzen oder 4,80 Dollar pro Stunde für dc1.8xlarge Instanzen. Die Preise für Dense Storage beginnen bei 0,85 Dollar pro Stunde für ds2.xlarge Instanzen und 6,80 Dollar pro Stunde für ds2.8xlarge Instanzen.

Amazon Relational Database Service

Im Gegensatz zu Redshift wurde der Amazon Relational Database Service (RDS) für Transaktionsverarbeitungen mit einer SQL-Datenbank entwickelt. Die Skalierung und die grundlegenden Verwaltungsaufgaben können mit der AWS Management Console automatisiert werden. AWS kann viele Datenbank-Administrationsaufgaben wie beispielsweise Backups automatisch ausführen.

RDS ist gut geeignet für Anwendungs-Backends, die einen relationalen Datenspeicher benötigen. Datenbanken lassen leicht über Availability Zones (AZs) replizieren, wodurch eine hohe Verfügbarkeit gewährleistet ist – ohne den Overhead, dass man mehrere Server und Failover-Verfahren zu verwalten hat.

RDS bietet eine breite Palette von Instanztypen mit verschiedenen Datenbanken. Für On-Demand-Single-AZ-Bereitstellungen mit MySQL liegt der Preis zwischen 0,017 Dollar pro Stunde bis 3,78 Dollar pro Stunde. Für Multi-AZ-Deployments beträgt die Preisspanne 0,034 Dollar pro Stunde bis 7,56 Dollar pro Stunde.

Zum Vergleich: Die Oracle-Preise für On-Demand-Single-AZ-Bereitstellungen beginnen bei 0,035 Dollar pro Stunde und gehen bis 3,64 Dollar pro Stunde. Multi-AZ-Deployments bewegen sich bei Oracle von 0,07 Dollar pro Stunde bis zu 7,28 Dollar pro Stunde. Ein- bis Drei-Jahres-Verträge für Reserved Instances können diese Preise wesentlich senken.

Amazon DynamoDB

Amazons NoSQL-Datenbank DynamoDB unterstützt sowohl Document als auch Key Value Stores und bietet damit ein gutes Maß an Flexibilität. Die Datenbank hat auch AWS Lambda integriert und unterstützt Admins damit beim Setzen von Daten- und Anwendungs-Triggern.

DynamoDB lässt sich gut für umfangreiche Lese- und Schreibvorgängen einsetzen, wie sie beispielsweise bei mobilen Anwendungen verwendet werden. Benutzer erstellen dabei Tabellen, die JSON-Dokumente (JavaScript Object Notation) speichern. Diese werden durch von Ihnen festgelegte Schlüssel partitioniert. Abgesehen davon, dass man festlegen muss, wie die Daten aufzuteilen sind, gibt es keine Notwendigkeit, formale Schemata zu definieren. Dies macht DynamoDB – und anderen Dokumentdatenbanken – zum idealen Werkzeug für Anwendungen, die ein flexibles Datenmodell brauchen.

Die Preise für DynamoDB sind abhängig von den Lese- und Schreiboperationen und wurden von Amazon in zwei Modelle aufgeteilt: bereitgestellte Durchsatzkapazität und reservierte Kapazität. Beim Provisioning-Modell kostet der Schreibdurchsatz 0,0065 Dollar pro Stunde für jeweils 10 Einheiten, während der Lesedurchsatz 0,0065 Dollar pro Stunde für jeweils 50 Einheiten kostet.

Amazon Aurora

Für Entwickler ist AWS Aurora interessant, eine MySQL-kompatible Datenbank im RDS-Service. Diese Datenbank eignet sich vor allem für Anwendungen, die von hoch skalierbaren relationalen Datenbanken profitieren. Aurora verwendet einen virtuellen SSD Storage Layer, der entwickelt wurde, um übliche Engpässe bei Datenbank-Engines zu minimieren.

Die Daten werden zudem auf drei Availability Zones repliziert. Während Aurora Daten in der Übertragung verschlüsseln kann, ist Data-at-Rest-Verschlüsselung noch nicht verfügbar. Die Preise für Aurora beginnen bei 0,29 Dollar pro Stunde für eine db.r3.large Instanz und gehen bis 4,64 Dollar pro Stunde für eine db.r3.8xlarge Instanz.

Microsoft Azure SQL-Datenbank

Die Microsofts Azure SQL-Datenbank ist eine relationale Datenbank, die ähnliche Funktionalitäten bietet wie AWS RDS. Azure SQL ist skalierbar und umfasst elastische Datenbankdienste. Dies ermöglicht es Administratoren, ein Datenbankbudget für unvorhersehbare Workloads einzuplanen und überlässt Azure durch automatische Skalierung das Handling der Bereitstellung.

Azure SQL gibt es in drei Stufen: Basic, Standard und Premium. Basic bietet eine 2 GB-Option mit fünf Datenbank-Transaktionseinheiten (Database Transaction Units, DTUs) für 0,0067 pro Stunde. Die Standardinstanzen bewegen sich im Bereich von 10 bis 100 DTUs, alle mit 250 GB Speicherkapazität. Die Preise liegen im Bereich von 0,0202 Dollar pro Stunde bis zu 0,2016 Dollar pro Stunde. Das Premium-Level bietet zwischen 125 und 1.750 DTUs entweder mit 500 GB oder 1 TB Speicherplatz. Die Preise für diese Stufe liegen im Bereich von 0,625 Dollar pro Stunde bis 9,41 Dollar pro Stunde. Alle Stufen garantieren laut SLA eine 99,99% Verfügbarkeit.

Microsoft DocumentDB

Das NoSQL-Angebot von Microsoft heißt DocumentDB. Dabei handelt es sich um eine JSON-Dokumentendatenbank. Admins können mit Hilfe von JavaScript Inhouse-Abfrageoperatoren bauen und sie in Hadoop-Anwendungen mit dem entsprechenden Azure-Connector integrieren. DocumentDB verwendet ausschließlich SSD-Speicher.

Die Instanzen von DocumentDB bieten alle 10 GB Speicherplatz, der Nutzer hat aber die Auswahl von 250, 1.000 oder 2.500 Request Calls pro Sekunde. Die Preise liegen bei 0,034 Dollar, 0,067 Dollar und 0,134 Dollar pro Stunde.

Mehr zum Thema Daten-Management:

Microsoft Azure SQL Data Warehouse und Amazon Redshift im Vergleich.

Das ABC der Big-Data-Analyse für zukunftsfähige Unternehmen.

Datenschutz: Big-Data-Analysen erfordern mehr als Anonymisierung.

Big Data mit Amazon Elastic MapReduce, Hadoop und Hive analysieren.

Die wichtigsten AWS- und Drittanbieter-Tools für Big Data Analytics im Überblick.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenbanksysteme

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close