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Tipps zur Auswahl der richtigen Tools für das Datenbank-Performance-Management

Ein Datenbank-Performance-Management-Tool auszuwählen kann schwierig sein. Neun Werkzeuge, die beim Performance Management der Datenbanken helfen.

Dieser Artikel behandelt

Datenbanksysteme

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Eine nur suboptimale Leistung der Datenbankanwendungen kann auf jeden Bereich des Unternehmens einen negativen Einfluss haben. Datenbank-Performance-Management-Tools unterstützen dabei, solche Probleme zu vermeiden. Sie helfen, die Reaktionszeit und die Effizienz der Datenbanken und der Anwendungen, die darauf laufen, zu verbessern, aber auch ungeplante Ausfallzeiten zu eliminieren. Doch das vielfältige Angebot an Tools macht die Auswahl schwer. Die Entscheidung, welcher Anbieter und welche Technologie den meisten Sinn für eine Organisation machen, kann verwirrend und schwierig sein.

Viele Organisationen erwägen den Einsatz von Datenbank-Performance-Management-Tools (DPM-Tools), um ein bestimmtes, immer wieder auftretendes Problem zu beheben. Das erhöht die Benutzerfreundlichkeit, die Reaktionsschnelligkeit oder die Zufriedenheit der Nutzer. Allerdings ist nicht jedes Tool in der Lage, jedes Problem zu lösen. Ein Verständnis der möglichen Ursachen des Problems kann deshalb helfen, die Liste der Werkzeuge, die in die nähere Auswahl kommen, zu verkürzen.

Das ist durchaus realistisch: Die Software-Evaluierung und -Auswahl überschaubar zu machen und einzuschränken ist nicht unmöglich. In diesem Beitrag zeigen wir, wie dieser Prozess vereinfacht werden kann. Darüber hinaus stellen wir Produkte von neun Anbietern von Datenbank-Performance-Management-Werkzeugen vor.

Wo liegt das Problem?

Der erste Schritt einer problemgesteuerten Produktbewertung besteht darin, herauszufinden, was für das Problem verantwortlich ist. Dafür gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten. Ein Problem kann verursacht werden durch:

  • das Datenbank-Management-System (DBMS);
  • die Struktur der Datenbank, wie beispielsweise der Indexspeicher und die Organisation;
  • ineffizienten SQL-Code.

Sobald man herausgefunden oder zumindest eine fundierte Vermutung hat, wer das Problem verursacht, lässt sich die Evaluierung des DPM-Tools auf die entsprechende Softwarekategorie beschränken. Das kann den Aufwand erheblich reduzieren, da viele spezifische Werkzeuge und Anbieter auf Basis der angebotenen Funktionalität aus der engeren Wahl ausgeschlossen werden können.

Wenn man zum Beispiel Datenbankfragmentierungsprobleme hat, sollten die Produkte von BMC Software, CA Technologies, Dell und Idera in Erwägung gezogen werden. Für Anwender von DB2 for z/OS können beispielsweise BMC Performance for DB2 Databases, CA Database Analyzer und CA Rapid Reorg verwendet werden, um unordentliche, desorganisierte Datenbankstrukturen zu identifizieren und zu optimieren.

Für Benutzer von Oracle, Microsoft SQL Server und DB2 für Linux, Unix und Windows (LUW) bietet Dell Toad ebenso wie Idera DBArtisan eine Sanierung der Datenbankfragmentierung (Anmerkung der Redaktion: Inzwischen hat Dell – nach der Übernahme des Storage-Spezialisten ECM – große Teile seines Softwaregeschäfts an die beiden Investmentfirmen Elliot Management und San Francisco Partners verkauft. Toad wird allerdings noch auf der Dell-Website beworben.)

Für das Monitoring von Datenbanksystemen sollten Sie Produkte von Dell, Solarwinds, Bradmark Technologies und Idera ins Auge fassen. Datenbank-Administratoren (DBAs) können Dell Foglight for Cross-Platform Database Einvironments einsetzen, um proaktiv die Datenbank-, SQL-Abfrage-, Storage- und Virtualisierungs-Performance zu überwachen. Solarwind Database Performance Analyzer ist ein Datenbank-Performance-Überwachungs- und Analyse-Produkt für DBAs und Anwendungs-Teams, das für unterschiedliche DBMS-Plattformen breite Unterstützung bietet. Bradmark‘s Flaggschiff – die Surveillance DB - ist ein heterogenes, agentengesteuertes Datenbank Performance Monitoring Tool, das Performance-Metriken für mehrere DBMS von einer einzigen Konsole aus sichtbar macht und zur Verfügung stellt.

Das Performance Monitoring Tool von Idera für mehrere Datenbankplattformen ist die Precise Application Performance Platform. Obwohl Precise hauptsächlich ein Werkzeug für das Management der Anwendungs-Performance ist, hat es auch spezielle Datenbank-Performance-Monitoring-Optionen für Oracle, DB2, SQL Server und SAP Adaptive Server Enterprise integriert. Eine SAP HANA-Unterstützung ist in Vorbereitung. Für die Überwachung von DB2 for z/OS Datenbanksystemen sollten Sie IBM Tivoli OMEGAMON, BMC Mainview und CA SYSVIEW Performance Management Option for DB2 for z/OS in Erwägung ziehen.

Für die Überwachung und Analyse von SQL sollten Sie Produkte wie den Oracle Enterprise Manager und den IBM Data Server Manager mit dem Query Monitor betrachten. Microsoft bietet für seine SQL Server Datenbanken ebenfalls SQL Performance Management Optionen. Im DB2 for z/OS-Bereich können – zusätzlich zu den IBM-Optionen – Performance for DB2 SQL von BMC und Detector and Plan Analyzer von CA verwendet werden. Diese Produkte prüfen, wie gut SQL läuft und übernehmen des Tuning von SQL-Anweisungen. Für Oracle und SQL Server können Tools wie Idera DB Optimizer und die SQL Optimierungsfunktionalität in Dell Toad eingesetzt werden, um die Leistung des SQL-Codes in den wichtigsten relationalen DBMS zu erhöhen.

Unter Umständen wird man die zugrundeliegende Ursache eines Performance-Problems nicht kennen. In solchen Fällen ist der beste Ansatz, mit einem Datenbank Monitoring-System zu beginnen. Die meisten Datenbank-Performance-Hersteller bieten solche Werkzeuge an und viele haben von Haus aus eine rudimentäre Analyse der Datenbankfragmentierung sowie SQL-Monitoring-Funktionen inkludiert.

Tools proaktiv auswählen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden

Doch es gibt bessere Möglichkeiten: Anstatt ein Datenbank-Performance-Management-Tool zu erwerben, nachdem im Produktivsystemen ein Problem aufgetreten ist, ist es geschickter, proaktiv eine Reihe von Tools einzusetzen. Wenn man diese an die Bedürfnisse anpasst, lassen sich Probleme im Vorfeld leicht verhindern.

Das erfordert typischerweise die Auswahl von einem oder mehreren Werkzeugen in jeder der drei oben genannten Kategorien. Für die nächsten beiden hier diskutierten Aspekte – DBMS-Unterstützung und heterogenes Management – wird geprüft, ob ein einziges Werkzeug pro Kategorie genügt, oder ob mehrere erforderlich sein werden. Wenn man zum Beispiel die Leistung der DB2 for z/OS-Umgebung verbessern möchten, wird ein Tool, das nur Oracle oder SQL Server unterstützt, keine große Hilfe sein.

Die meisten DBMS-Anbieter verkaufen Datenbank-Performance-Management-Tools für ihre spezifischen Datenbanksysteme, wie IBM seinen Data Server Manager oder Oracle seinen Enterprise Manager und seine Add-On Performance Packs. Dies macht es für die Hersteller einfacher, ihre Datenbank-Performance-Tools auf die Performance-Eigenschaften ihrer speziellen DBMS abzustimmen. Eine solche Integration hat den Vorteil, dass DBAs die Eigenschaften eines DBMS voll ausreizen können. Ein weiterer Vorteil: DBMS-Anbieter unterstützen typischerweise neue Datenbankversionen schneller als Drittanbieter-Tools. Darüber hinaus erleichtert die Verwendung von DBMS-Anbieter-Tools die Kommunikation mit den technischen Support-Mitarbeitern, wenn Probleme auftreten.

Auf der anderen Seite punkten die Tools von Drittanbietern oft mit zusätzlichen Funktionalitäten. In vielen Fällen werden innovative Features zuerst in Tools von Drittanbietern hinzugefügt, und erst später, wenn überhaupt, von DBMS-Herstellern angeboten. Beispielsweise wurde die Fähigkeit, Datenbankstrukturen neu zu organisieren, ohne die Daten offline zu nehmen, erstmals von Drittanbietern wie CA und BMC eingeführt. Beim heterogenen Management – also der Fähigkeit, mit mehr als einem DBMS zu arbeiten – überflügeln DPM-Tools von Drittanbietern in der Regel die Werkzeuge der DBMS-Hersteller.

Die Integration kann mit Tools von Drittanbietern ebenfalls besser gelingen. Die meisten Drittanbieter haben für jede der drei Produktkategorien Datenbank-Performance-Tools im Angebot, und ihre Werkzeuge sind im Allgemeinen so integriert, dass ein DB Monitoring-Tool ein Problem mit dem SQL-Code findet und es zum Tuning an ein SQL-Analyse Produkt weiterleitet.

Datenbank-Tools an die DBAs anpassen

Organisationen, die mehrere DBMS-Plattformen unterstützen, müssen sich für einen heterogenen Ansatz zum Performance Management entscheiden. Wie dies konkret in Angriff genommen wird, hängt stark vom Aufbau und den Erwartungen der DBA-Gruppe ab. Ein Ansatz für die Datenbankverwaltung ist, spezielle DBAs einzustellen, die sich ausschließlich auf ein einziges DBMS konzentrieren. In diesem Fall würden Oracle DBAs nur Instanzen von Oracle-Datenbanken verwalten, DB2 DBAs nur DB2-Datenbanken und so weiter. All das wäre unabhängig von der Anzahl der verschiedenen DBMS-Plattformen.

Bei Einsatz spezieller DBAs macht es Sinn, für jedes DBMS Best-of-Breed Datenbank-Performance-Management-Tools auszuwählen – ohne Rücksicht auf die anderen DBMS-Plattformen, die unterstützt werden müssen. Abgesehen von den eigenen Tools der DBMS-Hersteller bieten zum Beispiel CA und BMC mit ihren Produktlinien eine gute Unterstützung für DB2 for z/OS, die Bradmark Surveillance DB bietet eine sehr robuste Unterstützung für SAP ASE und Idera hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es SQL-Server in allen seinen Varianten solide supporten kann.

Ein anderer Ansatz ist, dass DBAs mehr als ein DBMS verwalten. Bei diesem Vorgehen können sich heterogene Performance-Tools als nützlich erweisen. Diese Werkzeuge verbergen die Unterschiede zwischen Datenbanksystemen hinter einer einzigen Benutzeroberfläche, so dass ein DBA leicht mehrere Datenbankimplementierungen administrieren kann. In diese Klasse von Tools fallen zum Beispiel Dell Toad und die Foglight-Tools, Solarwind Database Performance Analyzer sowie Idera DBArtisan und DB Optimizer. All diese Werkzeuge funktionieren über mehrere Plattformen hinweg mit einer ähnlichen Schnittstelle.

Ein dritter, gemischter Ansatz schließlich stützt sich auf spezielle DBAs, die als primäres Personal vorrangig für ihre spezifische Plattform zuständig sind, zusammen mit Backup-DBAs, die einfachere Verwaltungs- und Performance-Management-Aufgaben über mehrere Plattformen hinweg übernehmen. In diesem Fall macht eine gemischte Softwarestrategie Sinn. Die speziellen DBAs brauchen Tools mit fundierten, tiefergehenden Plattformfähigkeiten, während DBAs, die mit plattformübergreifenden Datenbanken arbeiten, Tools brauchen, die für verschiedene DBMS ähnlich arbeiten.

Heterogenes Management bedeutet in der Regel, mit einem Drittanbieter zusammenzuarbeiten. Das muss jedoch nicht immer so sein. Für Organisationen, die gemischte Datenbanken einsetzen, aber einen Schwerpunkt bei Oracle haben, macht es Sinn, den Oracle Enterprise Manager in Erwägung zu ziehen. Der Enterprise Manager unterstützt neben Oracle selbst zusätzlich andere DBMS – wenn auch nicht mit der gleichen Tiefe. Man sollte daher vorsichtig bei der Bewertung sein. Der Oracle Enterprise Manager erledigt mehr als das reine Datenbank-Performance-Management, wie etwa Datenbanknavigation und Change Management. Und nur, weil er Nicht-Oracle-DBMS unterstützt, heißt das nicht, dass auch die Datenbank-Performance-Management-Funktionalität unterstützt wird.

Allgemeine Empfehlungen

Bei der Bewertung heterogener Datenbank-Performance-Tools ist es wichtig zu verstehen, wie jeder Anbieter seine Produkte verpackt. Für jeden DBMS-Hersteller, den man unterstützen möchte, kann eine separate Installation und ausführbare Datei erforderlich sein, auch wenn der Produktname gleich ist. Im Gegensatz zu diesem Ansatz kann mit einer einzigen Installation und ausführbaren Datei aber auch mehr als ein DBMS über das gleiche Dashboard verwaltet werden. Für die IT ist es natürlich einfacher, letzteres zu unterstützen. Für DBAs ist es ebenfalls einfacher, ein solches Werkzeug zu teilen.

Wenn man geeignete Produkte sucht und evaluiert, sollte beachtet werden, dass die Breite der Unterstützung für eine bestimmte Funktionalität über mehrere Datenbankplattformen variieren kann. Ein Werkzeug, das beispielsweise verwendet werden kann, um SQL-Abfragen zu überwachen, Schwellenwerte für eine Alarmierung festzulegen und automatisch Korrekturmaßnahmen für ein DBMS vorzunehmen, kann möglicherweise bei einem anderen DBMS nur die ersten beiden Aufgaben ausführen.

Zwar sind zahlreiche Arten von Datenbank-Performance-Produkten von einer Vielzahl von Anbietern erhältlich, aber glücklicherweise ist es für die meisten Datenbankumgebungen möglich, eine umfassende Reihe von Tools miteinander zu verknüpfen und produktiv einzusetzen. Wenn Sie ein fundiertes Verständnis der jeweiligen DBMS und Anforderungen haben, und die in dieser Serie zur Verfügung gestellte Roadmap beachten, können Sie eine robuste Infrastruktur für die Überwachung, Verwaltung und Anpassung ihrer Datenbanksysteme und Anwendungen aufbauen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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