Sergey Nivens - Fotolia

Data Governance: der erste Schritt auf dem Weg zu digitalen Geschäftsprozessen

Die Tage traditioneller Business-Modelle sind gezählt, neue Modelle erobern den Markt – verursachen aber auch eine Datenflut. Data Governance hilft.

Die Tage traditioneller Geschäftsmodelle sind gezählt. Die Konvergenz von Cloud-, Mobil- und Social-Media-Technologien sowie die dadurch generierten Daten haben eine neue Welle des Digital Business ausgelöst. Unternehmen wie Uber, AirBnB und Alibaba sind in ihren Branchen marktführend, ohne physische Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Dementsprechend sind Unternehmen gezwungen, ihre Geschäftsstrategien neu zu erfinden – sowohl unternehmensintern als auch extern im Hinblick auf Kunden und Partner.

Für Unternehmen, die in der digitalen Gegenwart gegründet wurden, läuft es häufig auf die Implementierung der neuesten Technologien hinaus. Firmen, die schon vor der Digitalisierung etabliert waren, verfügen in der Regel über eine Legacy-Infrastruktur, die im Zeitalter der organisatorischen Silos entwickelt wurde. Diese funktionieren noch immer zweifelsohne, doch dürften sie bald an ihre Grenzen stoßen.

Diese Legacy-Systeme sind jedoch nicht dafür gerüstet, die Flut an Daten zu bewältigen, die durch neue digitale Kanäle, Integrationen und vernetzte Dinge entsteht. In einem aktuellen Bericht von Forrester Research gaben 74 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass ihr Unternehmen über eine digitale Strategie verfügt. Jedoch glauben nur 19 Prozent der Führungskräfte, dass ihre Unternehmen über die richtige Technologie verfügen, um ihre digitale Strategie erfolgreich umzusetzen. Unternehmen müssen verstehen, dass der nächste logische Schritt darin besteht, eine Technologie nicht nur als Möglichkeit zur Verbesserung der internen Prozesse zu nutzen, sondern auch als treibende Kraft für Wachstum und die Eroberung des Digital Business.

Wo setzen sie also an? Oder genauer gefragt: Wie bewältigt die IT den Umstieg von einer traditionellen, silobasierten Unternehmensarchitektur, die sich zuvor auf die Sicherheit innerhalb der Unternehmensgrenzen konzentrierte, auf eine agile, datengesteuerte Umgebung, die neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht?

Zunächst darf man nicht vergessen, dass eine Transformation genau das ist – eine Transformation. Es geht nicht bloß darum, eine neue Anwendung oder Webseite anzubieten. Vielmehr ist ein radikales Umdenken erforderlich.

Diese organisatorische Veränderung kann beängstigend sein. Eine Sache jedoch bleibt gleich: die Notwendigkeit der Data Governance. Mit einer effektiven Data-Governance-Initiative können Unternehmen die Agilität erreichen, die für eine erfolgreiche digitale Transformation zwingend erforderlich ist. Eine solche Initiative umfasst folgende Schlüsselelemente:

  • APIs: Der Einsatz von Programmierschnittstellen (APIs) ist in der digitalen Welt unerlässlich, sowohl intern für die Nutzung von Cloud-Services, mobilen Applikationen und Unternehmensanwendungen als auch extern für die Positionierung von Dienstleistungen und die Erschließung neuer Wachstumskanäle.
  • Umfassende Compliance: Die sichere und reibungslose Datenübertragung unter Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und Service Level Agreements (SLAs) innerhalb der Unternehmensgrenzen und darüber hinaus, gestaltet sich wegen der Vielzahl von Dateiquellen, Dateigrößen und Datenziele zunehmend schwieriger. Eine komplexe MFT-Lösung (Managed File Transfer) arbeitet mit der vorhandenen IT-Infrastruktur zusammen und sorgt für eine standardmäßige Integration gängiger Middlewareplattformen und Sicherheitsprodukte. Außerdem müssen Unternehmen trotz des Zustroms an Daten auch weiterhin Branchenvorschriften einhalten. Sie sollten sich daher für MFT-Lösungen entscheiden, die eine Ende-zu-Ende-Visualisierung bieten und die Überwachung von Datenübertragungen ermöglichen.
  • Erweitertes Community-Management: Digitale Geschäftsvorhaben erfordern häufig eine stärkere Beteiligung von Partnern und Interaktion auf globalem Level. Eine moderne B2B-Infrastruktur kann die Effizienz und Unternehmensleistung verbessern, da sie einen lückenlosen Überblick über B2B-Prozesse während des gesamten Transaktionslebenszyklus bietet.
  • Verbesserte Sichtbarkeit: Die Prävalenz von Daten im Unternehmen gibt Firmen die Möglichkeit, Einblicke in Echtzeit in ihre Betriebsabläufe zu erhalten. Durch das Verfolgen, Überwachen, Messen und Analysieren dieser Daten in Echtzeit können Unternehmen ihre Effizienz steigern und verborgene Potenziale zur Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse entdecken.

Wenn Unternehmen in der Lage sind, sämtliche Datenflüsse zu integrieren, zu schützen, zu verwalten und zu messen, können sie das Digital Business sowohl innerhalb der Unternehmensgrenzen als auch in der gesamten externen Geschäftsumgebung aus Kunden und Partnern fördern. Mit dem Umstieg von einer alten, starren Middlewaretechnologie auf flexiblere Architekturen, die eine einfache Anbindung von verschiedenen Anwendungen ermöglichen, können Unternehmen ihre Agilität steigern.

„Die Tage traditioneller Geschäftsmodelle sind gezählt. Unternehmen sind gezwungen, ihre Geschäftsstrategien neu zu erfinden.“

Matt Graney, Axway

xxx

Außerdem benötigt die IT unbedingt eine vollständige Visualisierung ihrer Datenflüsse, um für umfassende Governance zu sorgen und damit Sicherheit und Datenschutz zu gewährleisten. Da die Nutzung digitaler Technologien eine offenere Umgebung fördert, steigt das Risiko von Governance- und Sicherheitsproblemen. Wenn Unternehmen die volle Kontrolle über ihre digitalen Daten behalten, können sie diese auf ganz neue Art und Weise nutzen. So erfahren sie zum Beispiel, wie sie ihre Betriebsabläufe optimieren können, und erlangen neue Erkenntnisse über Kundeninteraktionen.

Der Kunde von heute ist technisch versierter, anspruchsvoller und besser informiert als je zuvor. Dank moderner digitaler Kanäle wie Online-Commerce und sozialen Netzwerken haben Endverbraucher die Möglichkeit, über unterschiedliche Wege und zu ihren eigenen Bedingungen mit Unternehmen zu interagieren. Durch die Implementierung einer umfassenden Data-Governance-Strategie können Unternehmen das Digital Business ermöglichen, den Erwartungen, Verhaltensweisen und Präferenzen ihrer Kunden gerecht werden, und so letztlich von neuen Wachstumschancen profitieren.

Über den Autor:
Matt Graney ist Vice President Portfolio Planning bei Axway. Er ist seit fünf Jahren bei dem Unternehmen, zuvor sammelte er umfangreiche Erfahrungen als Produkt-Manager bei B2B-Unternehmen und Start-ups. Bei Borland Software beispielsweise leitete er ein Produkt-Management-Team, in anderen Unternehmen war er zuständig für den Vertrieb, bei Telelogic (inzwischen von IBM übernommen) für das Technische Marketing. Er begann seine berufliche Laufbahn als Software Engineer im Telekommunikationsbereich bei Motorola, es folgten Stationen in der Rüstungsindustrie. Matt Grany erlangte seinen Abschluss als Bachelor of Engineering (Computer Systeme) an der Universität von Adelaide, Australien.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenintegration

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close