Die realen Kosten von Collaboration-Lösungen evaluieren

Damit der Collaboration-Einsatz im Unternehmen zum Erfolg wird, muss die IT-Abteilung die realen Kosten und Herausforderungen der Anwendungen kennen.

Collaboration-Lösungen spielen eine wichtige Rolle für die effiziente Kommunikation und Produktivität der oft weltweit verteilten Mitarbeiter. Bei einem geschätzten Wachstum des Marktes für Enterprise-Collaboration von 26,68 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf 49,51 Milliarden US-Dollar bis 2021 dürfte sich daran so bald nichts ändern.

Dem einzelnen Anwender erlauben es Collaboration-Lösungen, mobil oder vom Homeoffice aus produktiv arbeiten zu können. Aber sie können auch eine Herausforderung für die IT-Abteilung sein, wenn die Teams schnell versuchen müssen, Probleme auf einer Mikroebene zu lösen und dies zur Entstehung einer Schatten-IT führt.

Es gibt für die IT-Abteilung Möglichkeiten, Collaboration-Lösungen besser zu integrieren und einen höheren Nutzen für die Nutzer zu realisieren. Eine erfolgreiche Implementierung kann dazu beitragen, die steigenden Anforderungen an die Kommunikation unter den Mitarbeitern zu verbessern.

Ohne ein durchdachtes Konzept kann dies für die IT-Abteilung jedoch eine komplizierte Angelegenheit sein. Dies hat sich schon in zahlreichen Unternehmen gezeigt, wie nachfolgend beschrieben wird.

Collaboration-Projekte sind wichtig, aber zu welchen Kosten?

Eine repräsentative Umfrage von Spiceworks bestätigt das Wachstum des Collaboration-Marktes sowie die Bedeutung von Collaboration-Projekten. Fast sieben von zehn IT-Fachleuten gaben bei der Umfrage an, dass Collaboration-Lösungen eine hohe Priorität haben oder sogar entscheidend für die aktuelle Geschäftsstrategie ihres Unternehmens sind. 61 Prozent der befragten IT-Profis sind der Meinung, dass ihr Unternehmen eine gute Zusammenarbeit der Endanwender untereinander ermöglicht. Und im Hinblick auf die weitere Entwicklung sagen 68 Prozent der Befragten, dass eine noch stärkere Konzentration auf Collaboration-Lösungen für die Endanwender wichtig wäre.

Das klingt zunächst nach guten Nachrichten, aber auf der anderen Seite wissen 56 Prozent der befragten IT-Entscheidungsträger nicht, welche Aufwendungen ihnen durch Abonnements und Lizenzen für Konferenz- und Collaboration-Lösungen entstehen. Dies ist eine unbekannte Größe und nur ein Teil der Gesamtbetriebskosten (TCO).

IT-Profis gehen den Weg des größten Widerstandes

Während die Vorteile auf der Hand liegen, ist der Einsatz von Collaboration-Lösungen nicht immer einfach. Die Umfrage ergab, dass die IT-Abteilungen dabei wohl den Weg des größten Widerstandes gehen: 92 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehrere Collaboration-Lösungen einsetzen oder dies beabsichtigen.

Im Durchschnitt laufen in den Unternehmen mehr als vier verschiedene Lösungen (unter anderem Web, Audio, Video und Chat) von drei verschiedenen Providern, um den hohen Kommunikations- und Kooperationsbedarf abzudecken. Die vier am häufigsten verwendeten Collaboration-Lösungen sind Messaging (74 Prozent), Web-/Screen-Sharing (72 Prozent), Voice/Audio (72 Prozent) und Video (70 Prozent).

Die befragten IT-Fachleute nannten mehrere weitere Faktoren, die zu ihren Gesamtbetriebskosten für Collaboration-Lösungen beitragen, unter anderem die für die Lösungen benötigte Infrastruktur (52 Prozent), IT-Troubleshooting (49 Prozent), Breitbandanforderungen (48 Prozent), Problembehebung für Endanwender (44 Prozent), Einführung der Lösungen (42 Prozent), Endanwender-Schulung (41 Prozent) und Lösungs-Management (36 Prozent).

Die Kosten sind nur eine der zahlreichen Herausforderungen von Collaboration-Lösungen

Zu den größten Herausforderungen, abgesehen von den Kosten, zählen unter anderem Einschränkungen bei der Netzwerktechnik (28 Prozent) und der Bandbreite (27 Prozent), Unterbrechungen oder Verbindungsverluste bei Konferenzschaltungen (26 Prozent), sicherheitsbedingte Einschränkungen, die Filesharing verhindern (25 Prozent), schlechte Videoqualität (22 Prozent) und Kompatibilitätsprobleme (20 Prozent).

Aufgrund dieser Schwierigkeiten wollen 60 Prozent der IT-Fachleute in den nächsten zwölf Monaten wahrscheinlich neue Anbieter suchen, obwohl sie bereits mehrere Lösungen im Einsatz haben.

Cloud-Lösungen sind der Weg in die Zukunft

Nach einer Vorhersage von Gartner wird der weltweite Markt für Public-Cloud-Services im Jahre 2017 um 18 Prozent auf 246,8 Milliarden US-Dollar wachsen, von 209,2 Milliarden US-Dollar im Jahre 2016.

Eine andere Umfrage mit dem Titel Building Trust in a Cloudy Sky: The State of Cloud Adoption and Security ergab, dass in 15 Monaten 80 Prozent aller IT-Budgets für Cloud-Lösungen aufgewandt werden. Beide Studien bestätigen, dass die Cloud der Weg in die Zukunft ist. Die große Mehrheit (57 Prozent) der befragten Personen sehen Cloud-basierte Lösungen als entscheidend für die aktuelle IT-Strategie in ihrem Unternehmen an. Ein noch größerer Anteil (74 Prozent) sieht sie als entscheidend für die Zukunft.

„Collaboration-Lösungen haben die Arbeitsplätze für die Mitarbeiter von heute radikal verändert und werden sie weiter verändern.“

Thomas Nicolaus, Lifesize

Es führt kein Weg daran vorbei: Collaboration-Lösungen haben die Arbeitsplätze für die Mitarbeiter von heute radikal verändert und werden sie weiter verändern.

Die IT-Abteilung hat die sehr wichtige und gleichzeitig sehr schwierige Aufgabe, ein Unternehmen mit den besten Collaboration-Tools auszustatten, um den Bedarf an 24/7-Kommunikation und -Konnektivität zu erfüllen. Darüber hinaus muss die IT-Abteilung die Kosten im Blick behalten und den ROI der eingesetzten Lösungen unter verschiedenen wirtschaftlichen Gesichtspunkten sicherstellen.

Damit eine Collaboration-Lösung im Unternehmen als Erfolg angesehen wird, muss die IT-Abteilung die realen Kosten und Herausforderungen der verschiedenen Lösungen kennen. Erst dann kann das Unternehmen das volle Potenzial der Collaboration-Technologie ausschöpfen.

Über den Autor:
Thomas Nicolaus verantwortet als Vice President Central Europe bei Lifesize das Vertriebsgeschäft und Partner-Management in der DACH-Region. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Unified-Communications-Markt. Nach Stationen bei DeTeWe und NextiraOne übernahm er von 2003 bis 2010 den Posten als Managing Director Central Europe bei Tandberg. Es folgten leitende Positionen bei Cisco Systems, Polycom und Acano.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Kostenloser E-Guide: Teamarbeit mit Collaboration-Tools gestalten.

Collaboration und Business-Kommunikation: Was den Arbeitsplatz der Zukunft prägt.

Was ist der Vorteil von Video in einer Team Collaboration App?

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Collaboration-Software

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close