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Digitale Transformation: Die Entwicklung zum Softwareunternehmen beginnen

Digitalisierung wird durch Software vorangetrieben. Das beweisen IT-Start-ups. Doch auch etablierte Firmen können sich digital weiterentwickeln.

Nativ-digitale Firmen führen es vor: Digitalisierung bildet den Kern ihres Geschäfts, wobei die Erfolgsstory in Software geschrieben wird. Am besten vom Unternehmen selbst, welches dafür eine digitale Plattform benötigt. Diese befähigt traditionelle Unternehmen, datenzentrische, digitale Geschäftsmodelle umzusetzen – zum Beispiel im IoT-Umfeld.

Die Cloud macht vieles einfacher. Sie bietet webbasierte Frontends, nahezu beliebig kombinierbare IT-Services, dynamische Skalierbarkeit und Mandantenfähigkeit. Sie verbindet ein Architekturmuster, ein Bereitstellungskonzept und ein Geschäftsmodell zu einem ganzheitlichen Ansatz. Nutzer müssen keine physische IT-Infrastruktur aufstellen und implementieren. Sie kaufen keine Software mehr, sondern abonnieren, was sie brauchen. Jedoch schließen sie damit nicht automatisch ein Abo auf den digitalen Erfolg ab. Unternehmen können mit Standardanwendungen nur Standardaufgaben abwickeln.

Wie sich mit neuen Geschäftsmodellen Geld verdienen lässt, führen nativ-digitale Firmen vor. Ihr Erfolgsgeheimnis beruht auf Software-Plattformen, über die sie riesige Datenströme in Echtzeit managen. Diese Start-ups nutzen die Daten, um rascher als traditionelle Unternehmen intelligente Geschäftsentscheidungen zu fällen. Schnell entern die digitalen Newcomer so neue Geschäftsfelder.

Den Herausforderern gelingt es zum Teil leicht, etablierte Unternehmen von der Kundenbasis zu trennen. Beobachten lässt sich dieser Vorgang beispielsweise an Uber, dem Online-Vermittlungsservice für Taxi-Dienste, aber auch bei der Unterkunftsvermittlung Airbnb und dem Online-Händler Alibaba.

Digitale Basisarbeit

Etablierte Unternehmen dürfen dem disruptiven Treiben der Newcomer nicht tatenlos zusehen, wenn sie überleben wollen. Sie müssen die physische und digitale Welt verbinden. Die notwendige Brücke schlagen digitale Geschäftsmodelle. Nur wenn diese zum Kern ihres Geschäfts werden, agieren Unternehmen künftig erfolgreich. Das setzt voraus, dass Software die digitale Geschäftsprozesse und -modelle abbildet. Den Weg dorthin muss eine klare Roadmap vorgeben, die Geschäftsstrategien beschreibt, Meilensteine definiert und Ziele festlegt.

Die digitale Transformation eines traditionellen Unternehmens hängt von zwei wesentlichen Kriterien ab: IT-Expertise und Softwarekompetenz. Klassische Unternehmen müssen in der Lage sein, selbst ihre IT-Landschaft zu einer agilen wie flexiblen Architektur und deren Fortentwicklung zu gestalten.

Eine digitale Plattform liefert ihnen die Grundlage, um eine digitale und skalierbare Architektur aufzusetzen. Sie muss sich dabei aus den erforderlichen IT-Komponenten In-Memory Data, Integration, Prozess, Analytics und Decisions sowie Business- und IT-Transformation zusammensetzen. Mit diesen fünf Bausteinen lassen sich zentrale Funktionen und alle digitalen Anwendungsfälle abdecken. Fachabteilungen sollen die digitale Plattform nutzen, um Anwendungsfälle für IoT (Internet der Dinge) und Industrie 4.0 zu entwickeln.

Softwarewissen aufbauen

Die Software, die Unternehmen einsetzen, zeigt an, wie innovativ sie sind. Wer sich heute vom Wettbewerb abheben will, schafft das bloß mit individueller Software. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass alle Unternehmen zu Softwareentwicklern werden müssen. Unternehmen, die das erkennen, bauen eigenes Software-Know-How auf. Das nutzen sie, um innovative Softwarefunktionen in ihr Kerngeschäft zu integrieren und Daten aus ihren smarten Produkten zu analysieren.

Dem Marktforschungsunternehmen Gartner zufolge führt der beste Weg zum Erfolg über eine auf Integration ausgerichtete, modulare Architektur digitaler Services, die Datenerkenntnisse in Echtzeit liefert. Wichtig für die digitale Fähigkeit eines Unternehmens ist es deshalb, dass ihre digitale Plattform Microservices unterstützt. Diese kleineren Softwaremodule einer größeren Anwendung lassen sich unabhängig voneinander in Betriebssystem-Containern kapseln, aktualisieren und verwalten. Microservice stellen das agilere Entwickeln und eine flexibleres Implementieren der Software sicher.

Data Scientists und intelligente IoT-Lösungen

Fachabteilungen benötigen allerding nicht nur digitale Architekturen, sondern auch Data Scientists. Diese arbeiten direkt in den Geschäftsbereichen, wo sie Daten aus smarten Produkten analysieren, Muster aufdecken und Prognosemodelle sowie Algorithmen entwickeln. Auf dieser Basis werden Schlüsse, ereignisgesteuerte Maßnahmen und Echtzeit-Reaktionen abgeleitet, um neue Geschäftsmodelle zu etablieren.

Vor allem Streaming-Analytics-Plattformen eignen sich, um IoT-Anwendungen zu entwickelt. Mit diesen digitalen Services lassen sich physische Endpunkte wie Maschinen, Autos, Motorräder und vieles mehr über Sensoren verwalten. Standards und Programmierschnittstellen sind hierbei essentiell, da sie für Interoperabilität und Kommunikation zwischen den Geräten sorgen.

Werner Rieche Software AG

"Etablierte Unternehmen dürfen dem disruptiven Treiben der Newcomer nicht tatenlos zusehen, wenn sie überleben wollen."

Werner Rieche, Software AG Deutschland

Intelligente IoT-Lösungen verschaffen den nötigen Informationsvorsprung und helfen, Ineffizienzen in den Wertschöpfungsketten zu vermeiden. Wie sich die Testaufwände in einer Fertigung reduzieren lassen, zeigt ein Beispiel von Bosch. Der Hersteller bietet seine IoT-Cloud für eine breite Anwender- und Entwicklergruppe an. Für die Infrasturktur steuert die Software AG seine Digital Business Platform als hoch-skalierbare Komponente bei.

Die IoT-Cloud von Bosch kombiniert nun für einen bestimmten Fertigungsprozess Sensoren und Komponenten. Auf Basis von Sensordaten wird in einer Echtzeitanalyse entschieden, ob ein Werkstück einen zusätzlichen Testprozess zur Qualitätssicherung durchlaufen muss. Die eingesetzte Plattform bietet den wesentlichen Vorteil, dass Anwenderfirmen sie kontinuierlich und funktional weiterentwickeln können.

Breites Anwendungsfeld wartet

Das Spektrum der wichtigsten digitalen Anwendungsfälle reicht von der intelligenten Produktion über optimierte Logistikprozesse und Vernetzung mit den Kunden bis zur Instandhaltung, die Vorhersagemodelle nutzt. Auf der Kundenseite sind dabei End-to-End Customer Experience, einschließlich Echtzeit-Kundeninteraktion, Identifikation des Kundenstandorts und automatisches personalisiertes Feedback wesentlich.

Auf die Zukunft ausgerichtete Unternehmen können hiermit eine Barriere zwischen ihren Kunden und den Mitbewerbern errichten. Sie ziehen eine neue Softwareebene ein und schaffen auf diese Weise selbst neue, attraktive Kundenservices. Ihnen dient eine digitale Unternehmensplattform dazu, die Analyse riesiger Datenmengen zu operationalisieren, die aus smarten Produkten, intelligenten Geräten oder smarten Fabriken ins Unternehmen strömen.

Dies wiederum beschleunigt die Entwicklung neuer softwarebasierter Geschäftsmodelle und trägt dazu bei, dass sie höchste Effizienz erreichen. Der Weg ist vorgezeichnet, die Meilensteine sind bekannt, jetzt geht es um die zügige Umsetzung.

Über den Autor:

Werner Rieche ist Geschäftsführer der Software AG Deutschland. Er plädiert für den kontinuierlichen Ausbau von IT-Expertise und die Softwarekompetenz in Unternehmen.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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