Sergey Nivens - Fotolia

Maschinenanbieter gestaltet Projektsteuerung in SAP mit CCPM-Tool neu

Mit Critical-Chain-Projekt-Management (CCPM) lassen sich Projektzeiten reduzieren. Erfahren Sie, wie sich CCPM mit SAP-Tools integrieren lässt.

Meilensteine, Prioritätslisten, Zeitpuffer – mit diesen Werkzeugen wird im softwaregestützten Projekt-Management für gewöhnlich gearbeitet. Effizienter ist allerdings ein sogenanntes Critical-Chain-Projekt-Management (CCPM): Indem die Pufferzeiten gebündelt nach hinten gestellt werden, lassen sich mit dieser Methode die Durchlaufzeiten von Projekten merklich reduzieren, die Komplexität verringern sowie Planung und Selbststeuerung vereinfachen.

Aus diesen Gründen hat sich die Firma KAPP NILES im Jahr 2014 dazu entschlossen, ihre Produktionsplanung mit CCPM zu unterstützen: Am Standort Coburg hat sie zu diesem Zweck ein Tool von MILLIARUM eingeführt, das sich ohne gesonderte Schnittstelle in das bestehende SAP Projektsystem (PS) einfügen ließ.

Als Anbieter von Maschinen und Werkzeugen zur Feinbearbeitung von Verzahnungen und Profilen beliefert KAPP NILES Kunden aus den verschiedensten Branchen: Automobil- und Nutzfahrzeughersteller sowie deren Zulieferer gehören ebenfalls zum Kundenstamm wie Luftfahrtunternehmen, Schiffbauer oder Hersteller von Kompressoren, Industriegetrieben, Pumpen, Bahntechnik oder Windkraftanlagen. Ihnen allen bietet KAPP NILES spezialisierte Hightech-Lösungen für komplexe Bearbeitungsaufgaben.

Nach der Entscheidung, die Projektdurchlaufzeit am Standort Coburg durch die Einführung des Critical-Chain-Projekt-Managements (CCPM) zu reduzieren, begab sich das Unternehmen auf die Suche nach dem passenden Softwarepartner. Mit der neuen Software wollte KAPP NILES neben Netzplantechnik, Modellierung der kritischen Kette, Abbildung und Einplanung am Engpass und Ausweisen des CCPM-Puffers noch weitere Projektaufgaben abdecken.

Sandra MeyerSandra Meyer ist freie
Journalistin aus Hamburg.

Insbesondere sollten die Berechnung des Projektfortschritts und Pufferverbrauchs, das Bilden der Bearbeitungsreihenfolge für die Fachabteilungen sowie die Erzeugung eines sogenannten Fiebercharts pro Projekt und ebenso die Darstellung des gesamten Unternehmens durch ein Multi-Projekt-Fieberchart sowie differenzierte grafische Kapazitätsauswertungen inbegriffen sein. Dabei war die Einbindung in den bereits im Einsatz befindlichen SAP Netzplan ein wesentlicher Punkt.

„Bei einer Entscheidung für ein Tool außerhalb von SAP wäre das Thema Schnittstelle zu SAP PS relevant gewesen, und da hatten wir wirklich Bauchschmerzen“, erläutert Albert Fischer, Leiter des Auftrags-Managements der KAPP NILES Gruppe, die Ausgangslage. Die Wahl fiel auf die CCPM-Lösung von MILLIARUM. Sie ergänzt die SAP-Standards um CCPM-relevante Erweiterungen und bietet einerseits Power-Usern einen detaillierten Zugriff auf alle SAP-Funktionen, lässt sich andererseits aber durch ihre einfach zu bedienende, webbasierte Oberfläche auch von gelegentlichen Anwender nutzen.

Gesamtpuffer verringert Durchlaufzeit in den Abteilungen

Zu Beginn ging es bei der Umstellung auf das neue System allerdings weniger um klassische IT-Themen, sondern um die Abkehr von den gewohnten Methoden des klassischen Projekt-Managements, also von Terminplänen, Prioritätslisten und Meilensteinen. Die Veränderungen mussten somit zunächst im Kopf stattfinden. Alle Abteilungen waren dazu angehalten, ihre im implizit im Terminplan enthaltenen Puffer aufzugeben. Diese werden zu einem Gesamtpuffer am Ende des Projektes gebündelt, an dem sich alle beteiligten Stellen bei Bedarf bedienen können.

Gemäß der CCPM-Philosophie soll ein Projekt nicht begonnen werden, weil ein Termin es erfordert – sondern erst dann, wenn gesichert ist, dass alle Voraussetzungen für ein Abarbeiten ohne Unterbrechungen erfüllt sind. Auf diese Weise lässt sich zeitraubendes Multi-Tasking vermeiden. Das bedeutet auch, dass die einzelnen Arbeitsschritte in den jeweiligen Fachabteilungen nicht mehr von im Vorfeld gesetzten Terminen bestimmt werden, sondern kurzfristig nach Projektfortschritt und Pufferverbrauch (Pufferindex).

Dieser Umstellungsprozess wurde bei KAPP NILES zunächst bewusst nicht mit einem neuen IT-Tool abgebildet, sondern mit Excel und schlichter Schreibarbeit begleitet. So  konnte die Optimierung in der Anfangsphase an ausgewählten Projekten möglichst einfach gestaltet werden, wie das Unternehmen aufgrund seiner Erfahrungen mit der Einführung anderer Systeme (zum Beispiel eines SAP Netzplans) bereits wusste.

Die anschließende Implementierung der neuen Software verlief reibungslos: Nach einem ersten Kickoff wurden sechs jeweils zweitägige Workshops ausgerichtet, in den Zwischenzeiten gab es ergänzend ein bis zwei WebEx-Meetings. Auf diese Weise wurde das Kernteam mit der neuen Software und der dahinterstehenden Methode vertraut gemacht und war in der Lage, die übrigen Endanwender eigenständig zu schulen.

Mehr zum Thema SAP-Software:

SAP ERP: Qualitätskosten bei Produktion und Supply-Chain-Management beachten.

Wie kann SAP Commercial Project Management Projektplaner unterstützen?

Vorsicht Kostenfalle: SAP-Apps können indirekte Kosten verursachen.

SAP TechEd 2015: Neue Fiori-Services und SAP-S/4HANA-Update.

SAP HANA und S/4HANA: Alle wichtigen Feature im Essential Guide.

Inzwischen nutzen sieben Power-User und 30 weitere Endanwender das Tool. Die Zahl wird im Endausbau auf rund 100 Mitarbeiter anwachsen. Die Anwender sind mit der Lösung zufrieden, zeigt ihnen die einfache Bedienungsoberfläche doch, ob alle notwendigen Daten für den Start des nächsten Projektvorgangs vorliegen (Full Set). Die Aktualisierung der CCPM-Fiebercharts erfolgt automatisch.

Treten mit dem Tool Probleme auf, ist der Support zur Stelle: Nach Meldung eines Problems schalten sich die Softwareentwickler unmittelbar ins System ein, um die aufgetretenen Schwierigkeiten zu analysieren und zu beheben. Viele Fragen zur Anwendung oder Konfiguration des Tools lassen sich außerdem zügig per E-Mail oder telefonisch beantworten, ohne dass dafür eine kostenpflichtige Beratung in Rechnung gestellt wird.

Projektstatus aus der Vogelperspektive

Inzwischen ist die CCPM-Software in der Projektsteuerung unverzichtbar: Die Abwicklung der Projekte wurde deutlich vereinfacht und alle beteiligten Abteilungen werden durch kürzere Durchlaufzeiten entlastet. Überlastungen durch die gleichzeitige Bearbeitung zu vieler Projekte werden vermieden, so dass der Workload sich insgesamt verringert. Ampelfarben geben der Führungsebene einen schnellen Überblick über den Stand der verschiedenen Projekte und zeigen, wo akuter Handlungsbedarf besteht.

„Mit MILLIARUM und dem Multi-Projekt-Management-Chart sind wir in der Lage, für das Management einen aktuellen Gesamtstatus aus der Vogelperspektive abzubilden“, erläutert Albert Fischer. Und da die Architektur der Software vollständig in SAP integriert ist, fallen keinerlei Kosten für die Erstellung und Wartung von Schnittstellen an.

Aufgrund der guten Erfahrungen am Standort Coburg plant KAPP NILES nun die Implementierung der Software am Standort Berlin. Darüber hinaus soll das Tool in Zukunft in weiteren Bereichen wie der Produktentwicklung zum Einsatz kommen.

Über den Autor:

Sandra Meyer ist freie Journalistin aus Hamburg. Im IT- und Business-Umfeld schreibt sie unter anderem Fachartikel zu den Themen CCPM, SEO, Digitalisierung und Industrie 4.0 sowie Anwenderberichte über Softwarelösungen für den Mittelstand.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Business-Software

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close