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SAP HANA: Die In-Memory-Lösung von SAP verstehen und nutzen

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SAP Simple Financen kann den Einsatz von SAP HANA vorantreiben

Mit SAP Simple Finance auf Basis von HANA erhält die Finanzabteilung eine einzige Datenquelle. SAP erfindet die Finanzmanagement-Anwendung damit neu.

In den meisten Unternehmen kämpft die Finanzabteilung damit, dass die eingesetzte Finanzsoftware umständlich zu bedienen ist; zugleich fehlen geeignete Funktionen für ein effizientes Reporting. Beides sind Zeitfresser, die die Mitarbeiter in der Finanzabteilung von ihren Kernaufgaben abhalten: die Analyse der Finanzdaten und die Vorhersage der künftigen Geschäftsentwicklung. Häufig wird dann versucht, diese beiden kritischen Herausforderungen durch den Einsatz von noch mehr Personal und der Implementierung von Best-of-Breed-Anwendungen zu lösen. Vergeblich, denn häufig sieht das Ergebnis so aus, dass die Personalkosten steigen und es Integrationsprobleme gibt, was wiederum die IT-Kosten nach oben treibt.

Eine Datenquelle für alle Finanzprozesse

Eine Antwort auf diese Herausforderungen könnte SAP Simple Finance sein, das SAP auf der diesjährigen Sapphire Now vorgestellt hat, die Anfang Juni in Orlando (Florida) stattfand. Dieses Anwendungspaket könnte für SAP-Kunden auch den Anstoß für den Umstieg auf die In-Memory-Plattform SAP HANA geben. Mit den Lösungen des Simple-Finance-Pakets hat der Softwarehersteller einen ersten wichtigen Schritt für den technischen Umbau seiner SAP Business Suite in Angriff genommen. So will man das Versprechen einlösen, den Zugriff auf Geschäftsdaten zu vereinfachen, in diesem Fall sind es die Finanzdaten. Dadurch sollen selbst komplexe finanzielle Arbeitsprozesse deutlich schneller ausgeführt werden können als bisher. Die Mitarbeiter in der Finanzbuchhaltung und im Controlling profitieren dabei von einer einheitlichen und konsolidierten Datenbasis  für Transaktionen und Analysen. Dank SAP HANA lassen sich OLTP-basierte transaktionale Anwendungen mit OLAP-basierten analytischen Lösungen und Funktionen auf einer einzigen In-Memory-Maschine betreiben.

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Dadurch entfällt das umständliche und fehlerbehaftete manuelle Zusammenführen von Daten aus den SAP Softwarelösungen für die Buchhaltung und das Controlling (FI-CO-Module). Zugleich lässt sich durch den Einsatz der SAP-In-Memory-Technologie hohe Kompressionsrate erzielen, was die Datenmenge spürbar verringert. Somit sinken auch die Storage-Kosten. Die technische Basis für SAP Simple Finance bildet die SAP-Add-On-Lösung Smart Financials, die SAP mit dem aktuellen SAP Enhancement Package 7 für die Anwendung SAP ERP 6.0 auf einer HANA-Installation ausliefert (SAP ERP powered by SAP HANA). Bei Smart Financials werden alle Daten des Hauptbuchs in einem einzigen Repository abgelegt, sodass die Finanzbuchhaltung und das Controlling einen einzigen Beleg für die Buchhaltungsdaten verwenden können. Auch bei Buchungen wie der Personalabrechnung oder der Erlösbuchung besteht ein gemeinsames Konto in der Finanzbuchhaltung und im Controlling.

SAP-Finanzsoftware: Historie liefert Hinweise auf künftige Strategie

Darüber hinaus ist die Entwicklung von SAP Simple Finance in einem größeren Zusammenhang zu sehen. SAP positioniert sich derzeit als Anbieter Cloud-basierter Geschäftsanwendungen, deren Grundlage die In-Memory-Plattform SAP HANA bildet. Ein Großteil der SAP-Kunden betreiben ihre SAP-Applikationen aber nach wie vor im eigenen Rechenzentrum. Die Einführung von SAP HANA erfolgt in der Regel schrittweise für einzelne Applikationen. Hinzu kommt, dass einige der HANA-basierten Cloud-Angebote noch relativ jung sind. Dazu zählt zum Beispiel der Betrieb der SAP Business Suite in einer SAP HANA Enterprise Cloud (HEC) als skalierbarem Managed Hosting Service. Dieses Angebot gibt es offiziell seit Mai 2013. Es wird derzeit nur von rund 150 Unternehmen in Anspruch genommen, da viele Firmen im Einsatz HANA-basierter Anwendungen keinen konkreten und nachweisbaren Nutzen für ihre operative Geschäftstätigkeit sehen.

Vor einigen Jahren hatte der Softwarekonzern aus Walldorf schon einmal einen Strategiewechsel bei seiner Finanzsoftware ins Auge gefasst, insbesondere im Hinblick auf die Software-as-a-Service-Angebote (SaaS) der Wettbewerber NetSuite, Oracle oder Workday. SAP brachte mit SAP Cloud for Financials (vorher: Financials OnDemand) eine eigene SaaS-Lösung auf den Markt, die in der SAP HANA-Cloud läuft und es mittleren und großen Unternehmen erlaubt, Kernprozesse des Finanzwesens abzubilden und unternehmensweite Analysen auszuführen. Den Nukleus dieser Lösung bildeten die Finanzfunktionen der ERP-On-Demand-Software SAP Business ByDesign, die speziell für den Mittelstand konzipiert ist. Bereits kurze Zeit nach der Markteinführung von SAP Cloud for Financials ließ SAP das Projekt wieder einschlafen. Möglicherweise widersprach die eigenständige, SaaS-basierte Best-of-Breed-Lösung der SAP-Strategie integrierter Softwaresuiten, getreu dem Motto „the suite always wins“. Stattdessen wurde die Cloud-for-Financials-Lösung wieder in das SAP Business ByDesign-Paket zurückgeführt, das nun für den Cloud-Betrieb auf SAP HANA umprogrammiert wird.

Integriertes Paket mit zahlreichen Finanzfunktionen

Das Lösungspaket SAP Simple Finance richtet sich vor allem an Großunternehmen, die ihre Finanzsoftware und damit auch die Finanzprozesse vereinfachen und konsolidieren wollen. Nach dem Motto „SAP runs SAP“ setzt der IT-Konzern die Anwendung, die in Zusammenarbeit mit Kunden wie Colgate-Palmolive und der Zurich Versicherungsgruppe entstand, als erster Pilotanwender bereits selbst ein.

Das integrierte Lösungsportfolio beinhaltet eine große Zahl an finanzwirtschaftlichen Funktionen. Diese reichen von der Finanzplanung und -analyse über die Buchhaltung, die Konsolidierung für Abschlüsse, das Treasury-Management und die Finanzverwaltung bis hin zum Risiko-, Compliance- und Audit-Management. SAP Simple Finance soll zunächst wahlweise im On-Premise-Betrieb laufen wie auch im Abonnement-Modell als Managed Service über die SAP HANA Enterprise Cloud bezogen werden können. Möglicherweise wird die Finanzlösung zu einem späteren Zeitpunkt auch in Form eines Public-Cloud-Service bereitgestellt

Unter Berücksichtigung aller lokalen und globalen Anforderungen an Finanzabteilungen soll SAP Simple Finance für Kunden in 25 Branchen und in mehr als 50 Ländern verfügbar sein. Zugleich soll es möglich sein, die Finanzdaten aus der Lösung auch auf lokalen Systemen speichern zu können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass SAP rund um den Globus die Zahl der Rechenzentren immer weiter ausbaut, ist dies ein wichtiger Aspekt. Mit der HEC bietet SAP den Kunden zudem einen Cloud-Service, bei dem diese selbst entscheiden können, welche SAP-Applikationen in der HANA-Cloud laufen und wie diese mit anderen On-Premise- oder SaaS-Lösungen integriert werden. Für den Softwarekonzern bietet die HANA-Cloud daher eine ideale Möglichkeit, um tiefe Einsichten über die Cloud-Anforderungen der Kunden zu erhalten. Anhand dieser Erkenntnisse lassen sich für bestimmte Firmen auch hybride Anwendungsumgebungen entwickeln und optimieren.

Fiori-Apps sorgen für intuitive Bedienung

Kunden haben zusätzlich die Option, SAP Fiori User Experience für personalisierte, flexible und einfache Abläufe bei den am häufigsten genutzten Finanzaufgaben einzusetzen. Endanwender im Unternehmen wie der CFO oder Finanzexperten könnten gemäß ihrer Rolle und Berechtigung auch die sogenannten SAP Smart Business-Apps nutzen. Hierbei handelt es sich um analytische Echtzeitanwendungen, welche die Möglichkeiten traditioneller BI-Dashboards erweitern. Sie führen operative und strategische Kennzahlen, zum Beispiel im Rahmen von Finanzabschlüssen oder für das Cash- und Bestandsmanagement, in einem Cockpit zusammen und zeigen diese in Echtzeit an. Die Finanzkennzahlen können dann weiter per Drilldown bis hinunter auf die Ebene der Quelldaten nachverfolgt und ausgewertet werden.

Unternehmen, die eine Einführung der Simple-Finance-Lösung planen, sollten ihre Kernfinanzprozesse erneut prüfen und dabei auch individuelle Prozessanpassungen identifizieren, die zurückgebaut werden müssen. Darüber hinaus ist zu beachten, ob die erforderlichen IT-Ausgaben, etwa für die erforderliche Migration auf das aktuelle Release der SAP Business Suite und den Umstieg auf SAP HANA (sofern beides noch nicht erfolgt ist) von dem Einsparpotenzial, das später möglich ist, übertroffen wird. Konkreten geschäftlichen Nutzen verspricht insbesondere die geringere Datenbankgröße, denn aggregierte Tabellen fallen jetzt weg, sowie die verbesserte, einfachere und schnellere Ausführung von Finanzprozessen und -analysen. Auch beim Reporting wird durch die In-Memory-Technologie der Turbo gezündet, was die Berichterstattung enorm beschleunigt.

Nicht zuletzt benötigen Firmen, die SAP Simple Finance implementieren wollen, eine transparente Sicht auf den Migrationspfad und auch darauf wie die Integration mit der übrigen Geschäftssoftware funktioniert. Wie bei SAP Simple Finance will SAP auch in anderen großen Bereichen der SAP Business Suite wie der Bestandsführung, der Beschaffung oder dem Vertrieb die Aufgaben in speziellen „Simple“-Anwendungspaketen bündeln. Allerdings sollte Firmen mit der Anschaffung noch warten bis der Softwarekonzern eine konkrete Roadmap für seine Simple-Pakete bereitstellt und dafür auch die entsprechenden Preismodelle festgelegt sind. Möglicherweise gibt es ja dann für Unternehmen einen finanziellen Anreiz, die eine Investition in mehrere Simple-Applikationen attraktiv machen könnte.

Über die Autorin:

China Martens ist eine unabhängige Analystin für Business-Anwendungen und freiberufliche Autorin. Sie ist unter der E-Mail-Adresse chinamartens@gmail.com zu erreichen oder auf Twitter unter @chinamartens.

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Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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