SAP und Pentaho veröffentlichen Business Intelligence Tools für KMU

Mittelständische Unternehmen sind noch zurückhaltend bei der Einführung von KMU-Lösungen für Business Intelligence.

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BI-Management

Innerhalb von weniger als zwei Monaten haben mindestens zwei Business-Intelligence- und Datenanalyse-Anbieter neue Produkte herausgebracht, die auf den Markt der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ausgerichtet sind.

Pentaho BI 4.0 Enterprise Edition, veröffentlicht vor einigen Wochen, macht Business Intelligence nun auch für solche Benutzer verwendbar, die mit täglichen Geschäftsaufgaben befasst sind. Das verspricht zumindest der CEO von Pentaho, Richard Daley.

Technisch versierte Benutzer waren natürlich die ersten, die sich die Software zu eigen machten. Aber im Zuge der Weiterentwicklung des Produkts ist Pentaho zu einem Ansatz übergegangen, der eine eher intuitive Bedienung erlaubt, so Daley.

Er beschreibt die Version 4.0 als ein benutzerzentriertes Release mit Self-Service-Funktionen, das auch für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv ist. „Wir sind dabei, die Funktionen auf der Benutzerebene auszubauen“, sagt Daley, „damit holen wir BI aus den IT-Abteilungen heraus.“

Nach der Beschreibung von Daley beinhaltet das neue Release drei erwähnenswerte Verbesserungen und Neuerungen: eine interaktive Funktion zur Berichtserstellung, die es den Nutzern im Unternehmen ermöglicht, ihre eigenen Reports auch ohne die Hilfe von IT-Fachleuten zu entwerfen und zu erstellen; erweiterte Optionen für Data Discovery, die  nicht-technischen Benutzern dabei helfen sollen, die von ihnen benötigten Informationen ausfindig und verfügbar zu machen; und schließlich eine überarbeitete Benutzer-Oberfläche, mit der das System insgesamt ein neues Look & Feel erhält.

Pentaho ist nicht der erste Anbieter von Analyse-Programmen, bei dem KMU Priorität genießen: Erst vergangenen Monat hat auch SAP neue Versionen seiner BI-Produkte Crystal Server und BusinessObjects Edge angekündigt, die auf kleinere und mittlere Unternehmen abzielen. Dementsprechend sind sie als benutzerfreundliche Anwendungen zur Datenanalyse für Nichtfachleute konzipiert, ähnlich dem Produkt BusinessObjects 4.0 (mit dem die neuen Versionen leicht zu integrieren sind).

„Wir haben bemerkt, dass es bei Kunden im mittleren Marktsegment oft genau den gleichen Bedarf gibt wie bei den großen“, erläutert Mindy Fiorentino, Vice President der Abteilung Business Analytics für KMU bei SAP, „dennoch haben wir haben die Anwendungen nicht auf ein primitives Niveau heruntergeschraubt.“

Sind KMU überhaupt bereit für einen Wechsel?

In der Vergangenheit mussten KMU mit kleinen Budgets und einer minimalen Anzahl von IT-Fachleuten über die Runden kommen, so dass eine Investition in kostspielige Analyse-Tools nahezu ausgeschlossen war. Mit den neu erhältlichen Produkten (von den Optionen Cloud-Services oder Software as a Service einmal ganz abgesehen) aber gerät Datenanalyse nun auch für sie in eine bezahlbare Reichweite.

„Es kommen jetzt zunehmend Tools und Anwendungen auf den Markt, die für den durchschnittlichen Benutzer aus einer Fachabteilung geschrieben sind“, sagt Robert Kugel, Senior Vice President und Research Director bei der kalifornischen Ventana Research.

Im Moment weist also einiges darauf hin, dass der Trend bei BI-Tools zu kleineren und mittleren Unternehmen geht. Trotzdem zeigt eine von Kugel initiierte Benchmark-Studie, dass diese Unternehmen nur zögerlich entsprechende Investitionen tätigen. Immerhin 62 Prozent der von Kugel befragten Unternehmen gaben an, zur Datenanalyse ausschließlich Tabellen zu verwenden.

Kugel erklärt dies so, dass nicht nur finanzielle oder technische Hürden der Einführung leistungsfähigerer Programme entgegenstünden: Oft seien auch die eingeschliffenen Prozesse im Unternehmen und die ganze Kultur hinderlich dafür.

Auf der anderen Seite wächst auch bei diesen Unternehmen die Belegschaft, und der Umfang und die Komplexität ihrer Daten nimmt zu. Und daraus, so Kugel, ergebe sich vor allem für mittelgroße Unternehmen die Notwendigkeit für eine strukturiertere Kommunikation. Das aktuell erhöhte Interesse an KMU sei darauf zurückzuführen, dass hier mit Business Intelligence noch einiges zu erreichen sei. Mit den richtigen Fragen lasse sich herausfinden, wo es noch Lücken in Bezug auf Personal, Prozesse, Informationen und Technologie gebe.

Compuware ergreift die Gelegenheit

Das Unternehmen Compuware mag aufgrund seiner Größe nicht unbedingt zu der Zielgruppe gehören, die Pentaho mit seinem neuesten Release im Auge hat. Aber John Gleeson, Collaboration Program Director bei Compuware, ist von dem, was die letzte Version zu bieten hat, durchaus überzeugt – vor allem von den ausgefeilten Features und der besseren Integration.

Compuware, ein Softwarehaus mit Lösungen zur Performance-Steigerung bei verschiedenen Technologien und Anwendungen, hat vor zwei Jahren ein Projekt begonnen, bei dem seine Mitarbeiter Tools zur Daten-Visualisierung über das Intranet bekommen. Wie Gleeson berichtet, war das Projekt ein Erfolg und wird daher jetzt im breiteren Rahmen fortgesetzt.

„Wir hatten uns vorgenommen, neue Datenquellen zu erschließen, um die Nutzung von Informationen und die Art, wie wir Zusammenarbeit organisieren, auf eine schnellere Grundlage zu stellen“, erklärt Gleeson. Für die Umsetzung benötigte Compuware externe Unterstützung auf dem Gebiet des Daten-Managements. Nachdem man sechs verschiedene Anbieter evaluiert hatte, fiel die Entscheidung zugunsten der Enterprise-Option von Pentaho.

In der Zeit seit der Ersteinführung hat Compuware nur ein einziges Upgrade seiner Pentaho-Software durchgeführt, etwa nach sechs Monaten. Der nächste Schritt soll in diesem Sommer mit der geplanten Umstellung auf Version 4.0 erfolgen: „Mit Version 4.0 soll alles auf eine höhere Stufe gehoben werden. Die Datenquellen werden damit noch besser über den Web-Browser zugänglich, so dass man damit Berichte erstellen und mit Hilfe von Vorlagen Ad-hoc-Analysen vornehmen kann. All dies geschieht auf der Grundlage standardisierter Daten-Ansichten“, erklärt Gleeson.

Allein in seiner Vertriebsabteilung muss Compuware eine immense Menge von Daten aus unterschiedlichen Quellen bewältigen. Und zu einem Teil kann darauf nicht mit den üblichen Berichten oder über Daten-Feeds zugegriffen werden, so Gleeson. Durch die Investitionen in die Software von Pentaho verbringe das Unternehmen nun weniger Zeit damit, die Daten zusammenstellen, und verfüge über mehr Zeit für Analysen und die Bereitstellung benötigter Informationen - und das schneller, genauer und flexibler als zuvor.

Die Empfehlung von Kugel zu einer grundlegenden Bewertung der Unternehmensziele kann also nur ein erster Schritt sein, um die Daten-Analyse auf eine leistungsfähigere Grundlage zu stellen. Nach Auffassung von Gleeson ist es ebenso ratsam, im Unternehmen vor einer größeren Investition in eine solche Technologie eingehend darüber zu beraten, was man von den Daten eigentlich erwartet.

Sein Fazit: „Es geht weniger um die Technik als um die davon betroffenen Geschäftsvorgänge und um ein echtes Verständnis der Daten, über die man verfügt. Es geht um die Informationen, die man aus diesen Daten gewinnen muss, und um den Mehrwert, den sie für das Unternehmen darstellen können“.

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