Master Data Management: Es kommt auf die Unternehmensgröße an

System für Master Data Management Systeme den Mainframe-Installationen bei den Banken in einigen Bereichen den Rang ab.

Wenige Branchen haben sich lange Zeit so sehr auf Mainframe-Computer verlassen wie Banken. Jetzt aber bringen neue Anforderungen für Governance und Architekturen Bewegung in den von Mainframes dominierten Umgang mit Daten.

Bei Instituten wie der kanadische Scotiabank spielen Mainframes zwar weiterhin eine wichtige Rolle. Gleichzeitig aber befinden sie sich inmitten von über mehrere Jahre laufenden Modernisierungsprojekten für Anwendungen, die große Bedeutung für ihr Vorgehen beim Daten-Management haben. Die Scotiabank hat mehr als 19 Millionen Kunden weltweit und 668 kanadische Dollar an Vermögenswerten. Hier gaben Compliance-Fragen den Ausschlag für die Entscheidung für die Verwendung eines einzigen Repository für die Stammdatenverwaltung (Master Data Management – MDM).

Das MDM-System lässt sich für Reporting-Zwecke leicht abfragen, anders als bei der früheren Mainstream-Lösung, bei dem Daten meist auf die einzelnen Anwendungen verteilt waren. Das MDM-System erweckt so den Anschein einer vollen Zentralisierung. Tatsächlich jedoch bezieht es Datenrepräsentationen aus verteilten Banking-Systemen.

„Das Bankwesen war früher sehr Mainstream-lastig. In diesem Modell lagen die Daten auf dem Mainframe, und so erfolgte auch die Integration“, sagt Dave Woolley, Leiter der Anwendungsintegration bei der Scotiabank. Mainframe-Entwickler seien zu Anwendungsintegratoren geworden, während gleichzeitig „die Daten verstreut werden. Wir sind keine System-Entwickler mehr, wir sind Integratoren.“

Die neuen Schnittstellen zu den Kern-Bankingsystemen wurden mit Hilfe des Enterprise Service Bus iWay Service Manager von Information Builders Inc. geschaffen, erklärt Woolley. Der iWay Service Manager orchestriert Informationen von IMS, Oracle sowie IBM Virtual Storage Access Management und DB2-Datenbanken, die dann sämtlich in einem relationalen Format in DB2 untergebracht werden. Für Extraktion, Transformation und Laden (ETL) im großen Umfang und über mehrere Informationssysteme und Banking-Kanäle hinweg nutzte das Integrationsteam außerdem den iWay DataMigrator.

Anforderungen für Audits erfüllen

Bank-Administratoren brauchen Daten für Planung und den laufenden Betrieb. Ebenso wichtig jedoch ist die Erfüllung der unterschiedlichen staatlichen Auditing-Anforderungen. Aus diesem Grund haben Scotiabank und andere Institute sich dazu entschlossen, ihre Reporting-Aufgaben zu optimieren.

Bei der Scotiabank wurden dazu Service-orientierte Architekturen (SOA) und verwandte MDM-Methoden zusammen eingesetzt. Das Zentrum dieser Bemühungen bildeten Informationen über die Kundenkonten, sagt Jim Young, ein leitender Lösungsarchitekt bei der Bank. „Wir haben die Daten von kleinen, verstreuten Anwendungen in ein MDM verlagert, das Ausgaben für Compliance liefert“, erklärt Young. Damit müssten nicht mehr viele Einzelsysteme die Dateien für diese und jene Anforderung ausgeben, „sondern wir nutzen ein MDM, und mit der iWay-Software können wir die Daten nach Bedarf umformatieren und umgestalten“.

Schlichtes Reporting ist das Ziel der meisten Vorschriften für Banken, doch unterschiedliche Gesetze und Regeln erfordern unterschiedliche Formate für den Daten-Output. Alle Daten in einem Repository zu haben, ist hier hilfreich: Dadurch muss nicht mehr jede Anwendung die Ausgabe in allen unterschiedlichen Formaten unterstützen, wie Young erklärt.

„Wir haben jede Menge Anwendungen, die jede Menge Daten erzeugen. Mit SOA können wir sie in den verteilten Systemen lassen und trotzdem so arbeiten, als hätten wie ein zentrales Repository“, sagt Woolley. Zu den besonderen Herausforderungen bei solchen Projekten zur Anwendungsmodernisierung gehöre es, die Systeme am Laufen zu halten, während sie gleichzeitig verändert werden. SOA-Systemintegration spiele sich ab, während „die Objekte in Bewegung sind“.

Woolley hat eine kraftvolle Metapher für diesen Prozess: Es sei so ähnlich, wie wenn man bei einem fahrenden Auto das Getriebe auswechselt. „Ungefähr so sehen solche Systemumstiege aus“, erklärt er, „wir sind ständig beim Renovieren, ständig dabei, irgendetwas zu entfernen, aber wir können nicht einfach die Lichter ausschalten.“

Im Zuge einer zunehmend internationalen Ausrichtung hat die Scotiabank eine Reihe von Fusionen hinter sich gebracht. Dies machte es nötig, effektive Mechanismen für eine schnelle Integration von Systemen zu entwickeln, wie Martine Lamoureux erklärt, Vice President der Bank für Retail-Technologie. Doch auch Compliance-Anforderungen seien ein wichtiger Faktor dafür gewesen. „Daten-Governance ist zu etwas geworden, das bei unseren Kompetenzen ganz vorne stehen muss“, sagt sie.

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