Tipps zum Management von MySQL-Servern vom Facebook-Datenbankexperten

Die Empfehlung für den Betrieb von mySQL-Datenbanken lautet KISS. KISS steht für keep it simple and stupid.

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Datenbanksysteme

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SAN FRANCISCO – Sie wollen oder müssen Tausende von Server verwalten? Rob Wultsch sollte wissen, wie das geht, denn er ist bei Facebook als Administrator zuständig für die MySQL-Datenbank des Unternehmens. Seine wichtigste Empfehlung: Keep it simple, stupid.

KISS ist ein beliebtes und häufig verwendetes Akronym, und laut Wultsch sind gerade für Facebook Faktoren wie Automatisierung, schnelle Bereitstellung von Servern sowie die Reduzierung von Einzel-Komponenten, deren Versagen einen Ausfall des Gesamtsystems verursachen könnten, ungeheuer wichtig. „Einfache Systeme lassen sich auch schnell reparieren“, sagt Wultsch. „Bei komplexen Systemen ist das nicht ohne weiteres möglich.“

Eine der Überzeugungen von Wultsch lautet: „Server versagen manchmal, und es gibt nichts, was man dagegen tun kann.“ Dem sollten Datenbank- und System-Administratoren mit möglichst viel Einfachheit begegnen. „Setzen Sie auf möglich wenig unterschiedliche Hardware-Anbieter, verwenden Sie nur zuverlässige Betriebssysteme sowie Firmware und lassen Sie diese Konfiguration möglichst lange unverändert.“ Eine Kombination aus Vielfalt und Upgrades sei eher beängstigend.

„Am besten fahren Sie mit nur einem großen Hardware-Anbieter oder vielleicht mit einem großen und einem kleineren. Ein Austausch von Geräten sollte in diesem Fall kein Problem darstellen, und Sie müssen nicht beten, dass auch wirklich alles klappt.“

Laut Wultsch sind die MySQL-Datenbankserver von Facebook extrem gut organisiert: Sie haben wesentlich weniger Einzel-Komponenten, die zu einem Ausfall des Gesamtsystems führen können, als bei GoDaddy.com, wo er früher als MySQL-Datenbankadministrator gearbeitet hat. Die wichtigste Regel für eine ständig wachsende Server-Umgebung: Sorgen Sie für Homogenität bei Hardware, Betriebssystem, Datenbanken und Software. Nur so lassen sich Änderungen problemlos verwalten und Backups durchführen sowie im Ernstfall ein Rollback ausführen.

Wultsch hat noch mehr Tipps für große Umgebungen mit Datenbank-Servern:

  • Halten Sie immer betriebsbereite Server als Reserve im Hintergrund bereit. Sie sollten eine ganze Reihe davon im Rack haben und diese jederzeit aktivieren können. „Denn auch Backups können schiefgehen“, so Wultsch.
  • Seien Sie darauf vorbereitet, jederzeit Hosts bereitstellen zu müssen. „Bei meinem letzten Job nahm das Aufspielen eines neuen Betriebssystems mehrere Stunden in Anspruch. Bei Facebook ist es hingegen völlig problemlos: Ich gebe einen Befehl ein, gehe in die Mittagspause und wenn ich zurück bin, ist der Fall meist schon erledigt.“
  • Externer Support ist unverzichtbar. „Es ist sehr beruhigend, jemanden um Hilfe bitten zu können, wenn wirklich alles schiefgeht.“

Ein weiterer Punkt, der Wultsch wichtig ist: „Führungsqualitäten sind in großen Umgebungen mit MySQL-Servern mindestens genauso wichtig wie die technischen Aspekte, vielleicht sogar noch wichtiger.“

Denn erstens: „Burnout ist ein sehr reales Problem. Als Administrator macht man ständig Überstunden und der Stress-Level ist ziemlich hoch, auch wenn die Bezahlung nicht schlecht ist. Daher reißen sich Administratoren nicht gerade um so einen Job.“

Laut Wultsch muss ein Datenbank-Administrator für große Server-Umgebungen auch über sehr gute Programmier-Kenntnisse verfügen, um die Verwaltung von Tausenden von Servern bewältigen zu können. Bei Facebook müssen die DBAs Programmiersprachen wie Perl oder Python beherrschen, über gute Kenntnisse in Sachen Linux- und Bash-Scripte verfügen sowie solides Datenbankwissen mitbringen.

Mindestens ebenso wichtig ist gewisses Maß an Demut. „Wir haben zu viel um die Ohren, um etwas wirklich brillant zu beherrschen“, so Wultsch. „Wir tun, was wir können, und manchmal liegen wir damit auch falsch.“ Bei großen Unternehmen sei mit einer langen Anlernphase zu rechnen. So dauert es bei Facebook in der Regel sechs Monate, bis ein neuer DBA erste Aufgaben übernehmen kann, und erst nach einem ganzen Jahr kann er eigenständig arbeiten. Bei GoDaddy.com sei das nicht anders gewesen.

Wultschs letzter Punkt: „Fehler passieren, und es sollte das Ziel jedes Unternehmens sein, sie so weit als möglich zu minimieren“. Richtlinien seien dafür hilfreich, weil sich so vermeiden lasse, dass Datenbank-Administratoren mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt werden, nur weil irgendeine Kleinigkeit nicht funktioniert. Denn „wenn Mitarbeiter zu wenig Schlaf bekommen, weil sie wegen jeder kleinen Meldung angerufen werden, machen sie wahrscheinlich auch mehr Fehler“.

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