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Neue Business-Modelle und IT: Wie der Mittelstand die Globalisierung bewältigen kann

Dr. Andreas Schaffry

Mittelständische Unternehmen (KMU, SMB oder SME) sind durch die Globalisierung der Wirtschaft einer zunehmend härter werdenden Wettbewerbssituation ausgesetzt. Bestehende Geschäftsmodelle müssen überdacht und geändert werden. Zwei Drittel der mittelständischen Firmen haben bereits Maßnahmen zur „Business Transformation“ geplant oder führen solche aktuell durch. In Deutschland sind es sogar 89 Prozent.

Business Transformation ist Chefsache

Das geht aus der Studie „SMEs Equipped to Compete“ hervor, welche die britische Beratungsfirma Oxford Economics im Auftrag von SAP durchführte. An der Umfrage nahmen 2.100 mittelständische Unternehmen aus 21 Ländern teil, die dem Einzel- und Großhandel, der Konsumgüterindustrie, der diskreten Fertigung und dem gehobenen Dienstleistungssektor zuzurechnen sind. Die Umfrageteilnehmer erzielen einen Jahresumsatz zwischen 20 und 750 Millionen US-Dollar. Bei 41 Prozent der Umfrageteilnehmer ist der CEO, Geschäftsführer oder Inhaber dafür zuständig, dass Transformationsprozesse umgesetzt werden. Dies belege, dass die Gestaltung des Wandels eine hohe strategische Bedeutung im Unternehmen genießt.

Jeweils 41 Prozent wollen in expandierenden Märkten neue Umsatzquellen erschließen oder generell in neue Märkte vorstoßen. Dabei bilden mehr als die Hälfte der Befragten Partnerschaften mit Lieferanten und anderen Anbietern aus Ländern außerhalb ihres Heimatmarktes. Fast ebenso viele kooperieren über Online-Geschäftsnetzwerke

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und -Plattformen mit anderen Firmen, um ihr Wachstum voranzutreiben. 46 Prozent der Befragten stellen für die angestrebte Expansion neue Mitarbeiter ein. Doch 39 Prozent sind der Ansicht, dass es immer schwieriger wird, Personal mit der passenden Qualifikation zu finden. Mittelständler stehen damit vor den gleichen Problemen wie große Konzerne.

34 Prozent wollen im Unternehmen eine Innovationskultur aufbauen und 26 Prozent in neue Technologien investieren. Laut Studie ist die Hälfte der Umfrageteilnehmer überzeugt, dass neue technische Entwicklungen die Art wie Geschäftsprozesse bisher durchgeführt werden, in Zukunft umkrempeln. Für mehr als 60 Prozent der Befragten bilden daher moderne IT-Technologien ein Kernelement, um die Veränderungen bewältigen und langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein zu können. Ebenso viele bezeichnen den Einsatz von IT-Technologien als Schlüsselelement, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

Investitionen in ERP, Analytics und Mobility

Firmen, die in neue IT-Lösungen investieren, bevorzugen vor allem Technologien, die ihnen mehr Einsicht in die eigenen Betriebsabläufe und ein besseres Verständnis ihrer Geschäftstätigkeit ermöglichen. Die Hälfte der Umfrageteilnehmer will daher innerhalb der nächsten drei Jahre Geld für Business-Management-Software ausgeben. Dazu zählen laut Studie ERP-Lösungen inklusive der damit verbundenen IT-Applikationen für die Bereiche Vertrieb, Logistik, Finanzwesen oder Personalwirtschaft.

43 Prozent planen Ausgaben für Business-Analytics-Anwendungen und 37 Prozent für mobile Apps. 36 Prozent beschäftigen sich mit dem Einsatz von Social Media und 34 Prozent mit Cloud Computing. Zum Vergleich: Von den befragten deutschen Mittelständlern wollen 60 Prozent in Business-Management-Software, 47 Prozent in Analytics, 56 Prozent in mobile Apps, 55 Prozent in Cloud-Lösungen und 46 Prozent in Social-Media-Anwendungen investieren.

Bild 1: Mittelständler wollen primär in ERP-Lösungen, Analytics und mobile Apps investieren. Sie versprechen sich davon bessere Einsicht in die Geschäftstätigkeit und schnellere Prozesse.

Mit Analytics zu mehr Umsatz

Mit ERP-Software würden die notwendigen Grundlagen geschaffen, um das Kostenmanagement und die Entwicklung neuer Produkte und Services zu optimieren. Das teilte jeweils ein Viertel der Befragten mit. Je ein Fünftel sieht darin die Basis zur Verbesserung der Prozesse entlang der Lieferkette (Supply Chain) und beim Kundenservice. Eine ERP-Lösung bilde darüber hinaus den Ausgangspunkt, um die aus dem Einsatz weiterer IT-Technologien erhofften Effizienzsteigerungen erzielen zu können.

Signifikante Umsatzsteigerungen erwarten 43 Prozent vor allem durch die Nutzung von Lösungen für Business Analytics, 42 Prozent durch mobile Anwendungen und immerhin 40 Prozent aus dem Einsatz von Social-Media-Lösungen. Für zwei Drittel der befragten Firmen spielt der Umfrage zufolge inzwischen auch die Bewältigung und das Management von Big Data eine Rolle im Hinblick auf die Geschäftsleistung.

IT-Ausgaben müssen sich rechnen

Dabei geben mittelständische Unternehmen keineswegs leichtfertig Geld für neue IT-Lösungen aus. 52 Prozent investieren nur dann, wenn sich daraus ein klarer Return on Investment (ROI) ergibt. Bei den deutschen Mittelständlern sind es nur 42 Prozent.

Bild 2: Die Mehrzahl der Mittelständler investiert nur in IT, wenn die Ausgaben einen klar bezifferbaren ROI versprechen.

35 Prozent aller Befragten bezeichnen sich sogar als „Early Adopter“, was den Einsatz neuer IT-Technologien angeht. Diese Einschätzung dürfte etwas zu optimistisch sein. Denn fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer tut sich den Angaben zufolge schwer damit, die eigenen Mitarbeiter für den Einsatz mobiler Technologien zu begeistern. 43 Prozent der Mittelständler berichten, es sei schwierig die Belegschaft zur beruflichen Nutzung von Social Media zu motivieren.


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