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EZB warnt vor Last-Minute-Umstellung auf Sepa

Karl Flinders

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Unternehmen gewarnt, die Migration auf das Single-European-Payments-Area- (Sepa-) Verfahren weiter zu verzögern, da sie sonst Probleme bekommen.

In einem aktuellen Bericht

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verweist die EZB darauf, dass die Migration für Überweisungen bereits vorangeschritten ist. Allerdings hinkt die Umstellung der Lastschriftverfahren hinterher. Sepa ist seit 2008 live und vereinheitlicht den elektronischen Zahlungsverkehr in den 28 EU-Staaten. Zum neuen Verfahren zählen neben gewöhnlichen Zahlungen auch Kredittransfers.

Die Mitgliedsländer haben bis Februar 2014 Zeit, um zum Sepa-Kredittransfer- und Überweisungsverfahren zu wechseln. Alle Unternehmen sind danach verpflichtet, für Zahlungen die aus und in die EU gehen, den Sepa-Standard zu verwenden. Das beinhaltet auch Internationale Kontonummern (International Bank Account Number, IBAN) und das ISO2022 XML-Format.

„Zahlungen, die nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, wie sie in der Sepa-Verordnung festgelegt sind, dürfen nach dem 1. Februar 2014 nicht mehr bearbeitet werden“, heißt es in dem EZB-Bericht.

Trotz der Tatsache, dass das Projekt bereits seit fünf Jahren läuft, ist die Umsetzung der Verordnung ein Wettlauf gegen die Zeit. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die Frist zu lang andauert und Unternehmen nicht darauf reagiert haben. Zudem mangelt es in den EU und Nicht-EU-Ländern an Verständnis für Sepa.

In dem Bericht haben EZB und nationale Zentralbanken festgestellt, dass viele Akteure erst im letzt Quartal 2013 wechseln wollen. „Diese Vorgehensweise birgt operationale Risiken und beschränkt die Möglichkeit, auf mögliche Probleme bei der Migration zu reagieren“, so die Autoren.

„Jeder muss bis zum 1. Februar fertig sein oder er riskiert Störungen im individuellen Zahlungsverkehr“, warnt Benoît Cœuré, Mitglied des Direktoriums der EZB. Diese Position würde auch die Meinung der EU und der Europäischen Kommission widerspiegeln. „Zahlungsanbieter wie auch Kunden sind dafür verantwortlich, vorbereitet zu sein. Unsere Botschaft bleibt die gleiche: Warten Sie nicht bis zur letzten Minute.“

Der EZB-Bericht verweist zudem auf Risiken bei der späten Migration. Auf Seite der Service Provider und Softwarelieferanten könnte es zu Engpässen kommen. Nutzer und Anbieter könnten ein Zeitproblem bekommen, die neuen Standards umzusetzen und ausreichend zu testen.

„Die erfolgreiche Migration erfordert erhebliche Anstrengungen. Es ist wichtig, die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Akteuren auf den nationalen Ebenen zu verbessern“, fügt Cœuré hinzu.

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Experian fand im Juli dieses Jahres heraus, dass lediglich 2,5 Prozent aller Lastschriften und 45 Prozent der Überweisungen mit Sepa kompatibel sind.

Ein Teil des Problems sei gewesen, dass viele Unternehmen Sepa als IT-Projekt sehen, so Jonathan Williams, Director of Payment Strategy bei Experian. „Banken und Zentralbanken haben dies den Unternehmen vermittelt. Daher wurde es als IT-Projekt mit zusätzlichen Kosten und ohne Vorteile betrachtet.“


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