SAP und EIU: Versicherer spüren Konkurrenz von Banken und E-Commerce

Immer mehr Versicherungen spüren den Konkurrenzdruck von Banken und E-Commerce-Anbietern. Das besagt eine Studie des Economist im Auftrag von SAP.

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Predictive Analytics

Laut einer Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von SAP, spüren Versicherer immer stärker den Konkurrenzdruck von Banken und E-Commerce-Anbietern. Hauptgrund ist, dass diese oft stärker auf Kunden ausgerichtete Versicherungsleistungen anbieten.

Die Studie „The Way Forward: Insurance in the Age of Customer Intimacy and The Internet of Things“ untersucht, wie sich Technologietrends auf die Versicherungsbranche auswirken.

„Traditionelle Versicherer müssen sich stärker auf Kunden ausrichten, um im Wettbewerb mit Nicht-Versicherungsunternehmen bestehen zu können“, sagt Gilda Stahl, Senior Editor, The Economist Intelligence Unit. „Unsere Studie zeigt aber, dass Versicherer bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen haben.“

Andere Branchen stärker auf Kunden ausgerichtet

Nach Angaben der Studienautoren hinken Versicherer vor allem bei Kundenausrichtung und Serviceleistungen, wie zum Beispiel mobilen Apps oder Online-Support rund um die Uhr, anderen Branchen hinterher. Nicht-Versicherer können dabei an Boden gewinnen. 32 Prozent der Studienteilnehmer erwarten den schärfsten Wettbewerb innerhalb der nächsten zehn Jahre durch E-Commerce-Anbieter wie Google und Amazon. Auch Banken nannten 31 Prozent der Befragten als zunehmenden Wettbewerber für Versicherungen. Rund jeder zehnte zählt große Handelsunternehmen als mögliche Konkurrenz auf.

Ein weiteres Problem der Versicherungen ist, dass sie zwar große Datenmengen (Big Data) über ihre Kunden sammeln, allerdings waren sie bisher kaum in der Lage, die richtigen Erkenntnisse aus diesen zu gewinnen. Insgesamt bestätigen aber 86 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie Big-Data- und Analysesoftware mittlerweile einsetzen. Im Detail heißt das:

  • 82 Prozent beziehen Daten aus externen Quellen;
  • vier von fünf Befragte setzen auf Predictive Analytics;
  • 76 Prozent stellen ihren Mitarbeitern mehr Datenanalysemöglichkeiten zur Verfügung;
  • drei Viertel der Studienteilnehmer nutzen Daten, um ihre Preise besser zu gestalten;
  • 51 Prozent sehen den größten Vorteil von Datenanalysen in der Kundenansprache.

M2M-Kommunikation und Internet of Things

Versicherungen setzen die zunehmende Relevanz von Datenanalysen auch mit neuen Anwendungen, wie zum Beispiel in den Bereichen M2M, Telematik, vernetzten Endgeräten und dem Internet der Dinge, um. Dabei verwenden sie generierte Daten zunehmend, um Risikoübernahmen und Loss-Control-Services bei gewerblichen Versicherungen zu verbessern.

„Versicherer nutzen bereits M2M-Daten aus vernetzten Autos (Connected Cars), um sicheren Autofahrern Rabatte zu gewähren. Ähnliches gilt für Versicherungsnehmer, die eine Gebäudesteuerung (Home Automation Systems) nutzen“, erläutert Ross Wainwright, Global Head of Financial Services bei SAP. Die neuen M2M-Lösungen erlauben es, mehr Daten zu potenziellen Risiken zu sammeln. Dies ermöglicht es den Versicherungen, ihre Preise, Risikobewertungen und Versicherungsmodelle anzupassen und an den Bedürfnissen ihrer Kunden auszurichten.

Ein Beispiel ist der Gesundheitsdienstleister Cigna. Das Unternehmen möchte künftig Vitalzeichen ihrer Patienten wie Blutdruck, Blutzucker, Gewicht und Trainingsstand mit M2M-Lösungen überwachen. Die Daten bilden dann die Grundlage für eine faktenbasierte Medizin. Dabei werden die Informationen anonymisiert übertragen, um sensible Patientendaten zu schützen.

Tipps: Auf diese Weise halten Versicherungen ihre Marktanteile

Trotz der Konkurrenz von Banken und E-Commerce-Anbietern können Versicherungen ihren Marktanteil halten. Hierfür müssen sie allerdings die neuen Technologien verstehen, sie in ihre Geschäftsmodelle integrieren und an ihre Kunden kommunizieren. Die Studienautoren der Economist Intelligence Unit (EIU) empfehlen folgende Punkte hierfür:

  • Versicherungen sollten ihre IT-Kernsysteme zur Policenverwaltung modernisieren und konfigurierbare Systemen, die sich an künftige Erfordernisse anpassen lassen, einführen. Danaben sollten sie Cloud-Anwendungen evaluieren, um niederigere Kosten zu realisieren. Dabei bieten sich für den Einstieg nicht-geschäftskritische Systeme für Customer Relationship Management (CRM), Personalverwaltung (HR) und E-Mail an.
  • Sie sollten zudem Kundenkontaktpunkte verknüpfen und in einem Omnichannel bündeln, um Kundenfeedback und Service zu koordinieren. Hierbei sollten die Versicherer auch Mobile und Social-Media-Kanäle berücksichtigen. Ein knappes Drittel der Umfrageteilnehmer plant zum Beispiel, seine Twitter- und Facebook-Präsenz zu erhöhen, um digital-affine Kunden zu erreichen. Die verschiedenen Kanäle sollten alle verknüpft werden, um eine ganzheitliche Sicht auf den Kunden zu erhalten.
  • Schließlich sollten sie auch den Einsatz von In-Memory-Datenanalysen erwägen. Für die Teilnehmer der Studie waren Datengenauigkeit (41 Prozent) und Datenqualität (55 Prozent) die größten Herausforderungen bei der Datenanalyse. Investitionen in Datenerfassung, Bereinigung und In-Memory-Systeme erlauben es, Erkenntnisse schneller abzuleiten und für das gesamte Unternehmen nutzbar zu machen.

Für die Studie befragte EIU 338 Teilnehmer auf C-Level-Ebene wie Senior Vice Presidents und Direktoren in Lebens-, Schadens- und Unfallversicherungen.

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