IT & Business 2015: Digitale Vernetzung von Prozessen steht im Zentrum

Die IT & Business öffnet vom 29. September bis 1. Oktober 2015 ihre Pforten. Rund 400 Aussteller präsentieren in Stuttgart neue Softwaretrends.

Seit 2014 wachsen die drei Messen IT & Business, DMS EXPO und CRM-expo unter dem Dach der IT & Business zusammen. Inhaltlich dreht sich die Fachmesse um die digitale Optimierung betrieblicher Abläufe, wie es in der Selbstbeschreibung der Messe heißt.

Konsolidierung der IT & Business

„Die Zusammenführung ist der erste wichtige und logische Schritt, um die IT & Business auch in Zukunft attraktiv für unsere Aussteller und Besucher zu gestalten“, begründet Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart, die Zusammenlegung der drei Fachmessen. „Unternehmen suchen nicht länger nach Einzellösungen, sondern stellen sich der digitalen Vernetzung sämtlicher Unternehmensprozesse.“

Die Vernetzung der Themenbereiche zeigt sich zum Beispiel in den Fachforen, welche bis letztes Jahr noch nach IT-Sparten gegliedert waren. Ganz im Sinne der Neuausrichtung wurden diese nun aufgabenorientiert gestaltet. Zu den Themen der Fachforen zählen: Planung, Produktion & Personal; Marketing, Vertrieb & Services; Organisation & Verwaltung; sowie Markt & Strategie.

Für die IT & Business, die vom 29. September bis 01. Oktober in der Stuttgarter Messe stattfindet, haben sich nach Angaben von Kromer bisher rund 400 Aussteller angemeldet. Die Messeverantwortlichen gehen allerdings von weiteren kurzfristigen Ausstellerzusagen aus.

Etwas unglücklich ist für Kromer der Termin der kurz vorher stattfindenden ECM World in Köln, die sich teilweise thematisch mit der IT & Business überschneidet. Einen Wettbewerb mit der im März veranstalteten Cebit sieht der Geschäftsführer der Messe dagegen nicht.

Messe-Fokus: Mittelstand

„Wir begrüßen den Schritt der Cebit, sich nun verstärkt mit Business-Themen auseinander zu setzen. Allerdings sehen wir hier keinen Wettbewerb“, sagt Kromer. „Die IT & Business hat einen regionalen Fokus, so dass wir uns vor allem an mittelständische Unternehmen im süddeutschen Raum richten.“

IT & und Business im Überblick

Zielgruppe der IT & Business sind Geschäftsführer, IT-Leiter, Leiter aus den Bereichen Marketing und Vertrieb, Produktion und Personal sowie Führungskräfte aus der Verwaltung. Sie können sich auf der Fachmesse über Trends und Anwendungen in den Bereichen BPM, CRM, DMS, ERP, ECM und BI informieren.

Auf einer Ausstellungfläche von 25.000 Quadratmetern im L-Bank Forum (Halle 1) präsentieren rund 400 Anbieter und Dienstleister sowie die drei Fachverbände Bitkom, VDMA und VOI, Softwaretrends und -Lösungen.

Eines der Highlights ist die Sonderschau Smart Factory. Darin bildet ELABO, Hersteller von Mess- und Prüftechnik, in einem Showcase die Vernetzung von Produktionsprozessen ab. Der Softwareanbieter Trovarit bietet wiederum Guided Tours für einzelne Themenfelder an. Einen Überblick der Guided Tours findet man auf der Website von Trovarit.

Diesen Vorteil betont auch Bernhard Zöller, Geschäftsführer des Beratungshauses Zöller und Partner, der neben Martin Böhn, Head of ECM & CRM bei Barc, und Karsten Sontow, Vorstand beim Business-Softwareanbieter Trovarit, einen Vortrag auf einer Informationsveranstaltung zur IT & Business hielt.

„Zur IT & Business kann der in Süddeutschland ansässige Mittelständler morgens hin- und abends zurückfahren“, ist Zöller überzeugt. Das Thema seines Fachvortrags war der Wandel am ECM-Markt.

Nach Angaben des Softwareberaters sind täglich verwendete Begriffe wie ECM, CRM oder ERP mittlerweile unscharf und beschreiben den eigentlichen Markt nicht mehr. „ECM ist keine Marktdefinition, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Anwendungstechnologien und Einsatzfelder“, erläutert Zöller. Die Vernetzung der Themenfelder auf der IT & Business spiegelt diese Ansammlung von Einsatzfeldern wider.

Ein Teil des ECM-Marktes sind DMS- und Archivlösungen, deren Akzeptanz auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen relativ hoch ist. „ECM ist für viele kleine, mittlere und große Unternehmen und Behörden zur unverzichtbaren Komponente der IT-Anwendungslandschaft geworden“, sagt der Berater.

„Vor allem in der Digitalen Agenda der Bundesregierung zeigt sich die Bedeutung. Hier erhalten E-Akten und papierlose Prozesse öffentlicher Behörden große Aufmerksamkeit. Und hier sind Bundesbehörden, die eigentlich nicht den Ruf eines IT-Antreibers haben, sogar Vorreiter“, sagt Zöller.

Ein weiterer ECM-Teilbereich, der auch auf der IT & Business thematisiert wird, ist Collaboration. Einige Lösungen treten laut Zöller sogar in Konkurrenz zum klassischen Dokumenten-Management. Dazu zählt er unter anderem Blogs, Wikis, Team- und Projektportale sowie File-Sharing-Plattformen. Das Angebot ist mittlerweile vielfältig und wird durch zahlreiche Anbieter, wie zum Beispiel Microsoft, IBM und Alfresco, bedient.

ERP-Trend: Benutzerfreundlichkeit vorn

In eine andere thematische Richtung ging der Vortrag „Von Mobility bis Industrie 4.0 – Trends im ERP-Umfeld“ von Karsten Sontow. Laut einer Studie von Trovarit bilden Bereiche wie Buchhaltung (Finanzbuchhaltung und Rechnungswesen), Controlling, Kostenrechnung, Vertrieb und Auftragsabwicklung weiterhin die größten Einsatzfelder von ERP-Lösungen.

Gleichzeitig ergibt sich bei einzelnen ERP-Modulen ein neues Bild. Vor allem im Bereich Buchhaltung setzen Unternehmen verstärkt auf Speziallösungen. Dieser Trend spiegelt sich in ähnlicher Form auch in Bereichen wie CRM, Business Intelligence oder Dokumenten-Management wider.

Hauptgründe für einen Wechsel zu einem neuen ERP-System sind laut der Trovarit-Studie das Verlangen nach mehr Flexibilität, neue Funktionen, aber auch Benutzerfreundlichkeit. Die Usability ist aus Sicht von rund 59 Prozent der befragten Anwender eines der größten Trends im ERP-Umfeld.

Danach folgen der mobile Einsatz (rund 33 Prozent) sowie die rollen- und kontextbasierte Benutzerführung des ERP-Systems. „Insgesamt betrachtet sind die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, eine effiziente ERP-Nutzung und das Thema Globalisierung die drei Haupttrends im Bereich ERP“, resümiert Sontow.

Wie Analytics CRM verändert

In seinem Vortrag „Den Kunden verstehen – wie Analytics das CRM verändert“ erläuterte Martin Böhn, Senior Analyst bei BARC, schließlich die Bedeutung von CRM-Analysen. Kunden erwarten heute unter anderem, dass Informationen über alle Kanäle bereitgestellt werden. Diese Informationen sollen gleichzeitig abgestimmt und hochwertig sein. Kommt es zu Beschwerden oder Problemen, ist wiederum eine schnelle Reaktion erforderlich.

All diese Anforderungsfelder lassen sich mit analytischem CRM abarbeiten. „Analytisches CRM ist für Firmen unentbehrlich bei der strategischen Ausrichtung geworden“, erklärt der Analyst. Dabei zieht sich analytisches CRM über fünf Anwendungsgebiete:

  • Reporting: Beschäftigt sich mit der Vergangenheit. Reporting fragt danach, was hat den Kunden früher interessierte.
  • Data Mining: Untersucht die Vergangenheit. Data Mining möchte wissen, was beim Kunden eine positive Reaktion ausgelöst hat.
  • Monitoring: Findet in der Gegenwart statt. Monitoring evaluiert, wie man einem Kunden in einer aktuellen Situation helfen kann.
  • Predictive Analytics: Beschäftigt sich mit der Zukunft. Bei Predictive Analytics wird gefragt, wie sich beispielsweise Bedürfnisse in Zukunft ändern.
  • Prescriptive Analytics: Untersucht die Zukunft. Bei Prescriptive Analytics möchte man vor allem wissen, wie kann man gegenüber Kunden reagieren.

Diese Anwendungsfelder von analytischem CRM sollen helfen, den Kunden besser zu verstehen, um eine 360-Grad-Sicht zu bekommen. Aus den Erkenntnissen lassen sich wiederum Handlungsanweisungen ableiten, um diese künftig zu kommunizieren.

 

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