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Informationswert-Index von PwC und Iron Mountain: Deutschland nur im Mittelfeld

PricewaterhouseCoopers hat zusammen mit Iron Mountain den sogenannten Informationswert-Index erstellt. Deutsche Firmen liegen dabei im Mittelfeld.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hat zusammen mit dem Informations-Management-Dienstleister Iron Mountain einen Informationswert-Index erstellt. Der Index soll Unternehmen dabei helfen zu bewerten, wie sie vorhandene interne Informationen gewinnbringend einsetzen können. Der Informationswert-Index ist eine Fortsetzung des 2012 erstmals erhobenen Informationsrisiko-Index von PwC und Iron Mountain.

„Die drei früheren Studien befassten sich damit, wie effektiv Unternehmen ihre Informationen verwalten, um Risiken zu minimieren. Als Reaktion auf die Sorge vieler Befragter, dass die unzureichende Nutzbarmachung von Informationen ebenfalls ein großes Risiko für Unternehmen darstellt, richtet die diesjährige Studie ihr Augenmerk verstärkt auf die Frage, wie gut Unternehmen ihre Informationen zu ihrem Wettbewerbsvorteil einsetzen“, erklärt Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer Iron Mountain Deutschland,  die neue Namensgebung der Studie.

Informationswert-Index lotet Ist-Zustand aus

Die Intention des Informationswert-Indexes ist es, das Unternehmen ihren Ist-Zustand beim Informations- und Daten-Management ausloten. Dabei würden viele Firmen erkennen, welchen Wettbewerbsvorteil beziehungsweise Mehrwert bereits vorhandene Daten liefen können, sind die Studienautoren überzeugt. Im Zentrum steht also die Frage: Wie fit sind Unternehmen dabei, aus Informationen einen Mehrwert für ihre Geschäftsprozesse zu schaffen?

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„Die Studie beschäftigt sich explizit nicht nur mit den technischen Aspekten der Informationsverarbeitung, sondern lenkt den Blick auf die organisatorische sowie Geschäftsprozess-Ebene“, erläutert Joachim Mohs, IT-Experte bei PwC, das Studiendesign. „Jedes Geschäft mit einem Kunden und jede Interaktion mit einem Interessensvertreter liefert wertvolle Marktinformationen, Kundeninformationen sowie Raum für Innovation und potenziellen Gewinn.“

Im Informationswert-Index bewerteten Manager anhand einer Skala von 0 bis 100, wie ihr Unternehmen jeweils in der einzelnen Kategorie aufgestellt ist. Die Skalen setzen sich aus den drei Kategorien organisatorische Fähigkeit (organisational capability), technische Fähigkeit (technical capability) und realisierte Vorteile (benefits realised) zusammen.

Der Index stellt schließlich dar, wie gut unterschiedliche Unternehmen in verschiedenen Ländern und Branchen ihre Informationen als Wettbewerbsvorteil einsetzen. Eine Punktzahl von 100 ist der Idealwert.

US-Unternehmen in allen Kategorien weiter

Unternehmen aus den USA schätzten ihre Unternehmen dabei in allen drei Kategorien am weitesten ein – sie bewerteten ihr Unternehmen mit durchschnittlich 56,7 Prozent. Mit etwas Abstand folgen Kanada (49,2 Prozent), die Niederlande (48,3 Prozent) und Deutschland (48 Prozent). Danach folgen Spanien, Frankreich und Großbritannien (jeweils mit rund 47 Prozent). Der Durchschnittswert für alle Unternehmen aus den erfassten Ländern liegt bei 50,1 Prozent.

Informationswert-Index nach Land
Informationswert-Index nach Ländern geordnet.

Unabhängig vom Standort des Unternehmens erreichen nur vier Prozent aller befragten Unternehmen einen Wert über 90 Punkte – lediglich sie sind heute in der Lage, ihre Informationen gewinnbringend einzusetzen. Die Studienautoren nennen diese Gruppe Elite.

„Noch zeigt unser Informationswert-Index, dass nur vier Prozent der Unternehmen ihre Datenbestände regelrecht auspressen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen“, erläutert Mohs. „Wenn es um das Thema Informations-Management geht, ist vielen der weltweit führenden Organisationen nicht klar, welche Werte in ihren Datenbeständen schlummern. Sie versuchen auch nicht, es herauszufinden.“

Als Kontrast sehen 23 Prozent der befragten Manager für ihr Unternehmen bisher gar keinen Nutzen in den vorhandenen Daten. 46 Prozent der Firmen ziehen bisher wenig Nutzen aus ihren Informationen.

Das liegt wohl auch daran, dass ihnen sowohl die Tools als auch entsprechende Mitarbeiter fehlen: 36 Prozent der Manager gaben an, ihnen fehlen die benötigten Instrumente. Rund jedes vierte befragte Unternehmen in Deutschland (22 Prozent) beschäftigt außerdem keinen Datenanalysten und 19 Prozent fehlt es an den nötigen Fähigkeiten zur Dateninterpretation.

„Viele Unternehmen setzen weiterhin Excel zur Auswertung und Analyse ihrer Informationen ein. Excel ist aber in den meisten Fällen nicht für die Prozessketten geeignet, die sich bei der Datenverarbeitung über das gesamte Unternehmen ergeben“, sagt Börgmann.

Digital Officer gesucht

Hinzu kommt ein weiteres Problem, mit dem viele Firmen konfrontiert sind. Da die einzelnen Unternehmensabteilungen in der Regel eigene Tools verwenden, müssen diese Daten erst einmal für eine einheitliche Information Governance formatiert werden. Auch hierfür benötigen sie laut PwC-Experte Mohs weiteres Know-how und zusätzliche Tools. Mohs spricht sich daher für den Berufszweig des Digital Officers aus.

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Im Unterschied zum Data Scientist, der sich in erste Linie auf Informationswerte aus technologischer Sicht konzentriert, agiert der Digital Officer eher als Datenanalyst, der die geschäftliche Perspektive der Informationen in den Vordergrund stellt und Werte aus den Daten generiert. Der PwC-Experte plädiert daher auch für spezifische Studiengänge und Weiterbildungen, in denen künftige Digital Officer geschult werden.

„Die digitale Vernetzung verändert unsere Wirtschaftswelt nachhaltig. Der Kampf um die industriellen Spitzenplätze wird zunehmend in der digitalen und nicht in der realen Welt gewonnen“, ist Börgmann überzeugt. „Deshalb ist die optimale Nutzung und Steuerung von Informationen in Unternehmen geschäftsentscheidend. Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen noch viel Arbeit vor sich haben und lernen müssen, sich die richtigen Fähigkeiten in der Datenanalyse anzueignen, um in Zukunft mit der Konkurrenz Schritt halten zu können.“

Für den Informationswert-Index befragten Iron Mountain und PwC weltweit 1.800 Manager aus verschiedenen Branchen, darunter Energie, Finanzen, Fertigung, Gesundheitswesen (nur USA), Versicherungen und Pharmaunternehmen. Die Befragung fand in Nordamerika (USA und Kanada) sowie fünf EU-Staaten (Frankreich, Deutschland, Spanien, Niederlande und Großbritannien) statt. Eine Zusammenfassung des Berichts gibt es auf der Website von Iron Mountain. Dort können Interessenten den Fragebogen durchgehen und prüfen, wo ihr Unternehmen im Informationswert-Index angesiedelt wäre.

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