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VDI-Umfrage: IT-Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nur durchschnittlich

Laut der CeBIT-Umfrage des VDI schätzen 45 Prozent der Ingenieure die internationale IT-Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nur durchschnittlich ein.

Die Cebit hat wieder ihre Tore geöffnet. Grund genug für verschiedene Branchenverbände, Studien rund um IT und Digitalisierung vorzustellen. Einen Anfang machte unter anderem der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zum Thema Digitale Transformation.

Bemerkenswert ist vor allem die Einschätzung der Ingenieure zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland. Leidglich 47 Prozent der Studienteilnehmer schätzen die Wettbewerbsfähigkeit als sehr gut oder gut ein. Gleichzeitig bewerten 45 Prozent diese nur als durchschnittlich.

„Seit 2012 ist diese Zahl um über 20 Prozentpunkte gestiegen. Die Zahl der Experten, die diesen Parameter mit gut einschätzen, ist im gleichen Zeitraum hingegen um 20 Prozentpunkte gesunken“, sagt Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI. „Das ist wirklich kein optimales Bild. Zeigt es doch, dass die Einschätzung zum heimischen IT-Standort kontinuierlich schlechter wird und dass wir einen gewaltigen Nachholbedarf haben.“

Auch beim Thema Zukunftsprognose zeigt sich ein ähnliches Bild: So schätzen rund 43 Prozent der Befragten, dass sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit in den nächsten drei Jahren nicht verändern wird. Rund 18 Prozent prognostizieren, dass sich die Situation verschlechtert, 39 Prozent gehen davon aus, dass sie sich verbessert.

Bei den IT-Trends sehen die befragten Ingenieure vor allem drei Themen auf dem Vormarsch: Industrie 4.0, Vernetzung von Produkten, Geräten und Maschinen sowie IT-Sicherheit. Themen wie Big Data und Smart Home spiele dagegen für die Studienteilnehmer keine größere Rolle (siehe Abbildung 1).

IT-Trends in Deutschland
Abbildung 1

Beim Thema Industrie 4.0 und Produktionstechnik sehen rund 76 Prozent der Befragten Deutschland gut aufgestellt. Mit etwas Abstand folgen Robotik (50,7 Prozent) und additive Manufacturing, 3D-Druck sowie Rapid Prototyping (39,1 Prozent).

„Deutschland ist hier stark und wir müssen alles tun, dass das so bleibt. Mit Industrie 4.0 haben wir eine Marke in Deutschland entwickelt, mit der erneut eine internationale Sichtbarkeit für den Produktionsstandort Deutschland erreicht wurde“, betont VDI-Präsident Prof. Ungeheuer. „Dazu gehören auch die Bereiche der Robotik und der additiven Fertigungsverfahren. Für bedenklich halte ich die Einschätzung zu neuen Geschäftsmodellen auf der Basis von Vernetzung und Online-Plattformen. Nur 15 Prozent der Befragten sehen Deutschland hier gut aufgestellt. Genau da müssen wir zulegen, denn dies ist der Schlüssel, um auch in Zukunft Geld zu verdienen.“

IT-Arbeitsmarkt nur wenig in Bewegung – Softwareentwickler gesucht

Aus Sicht der befragten Experten wird sich die digitale Transformation quantitativ kaum auf den Arbeitsmarkt auswirken: Lediglich neun Prozent erwarten für die nächsten zehn Jahre, dass neue Jobs entstehen. Die überwiegende Mehrheit von 71 Prozent erwartet keine neuen Arbeitsplätze durch den Trend. Aus ihrer Sicht werden sich allerdings die Profile der Arbeitsplätze verändern. Jeder fünfte Studienteilnehmer erwartet hingegen, dass verschiedene Arbeitsplätze obsolet werden und der Arbeitsmarkt schrumpft.

Ein Dauerbrenner ist der IT-Fachkräftemangel: Rund 57 Prozent bewerten die Verfügbarkeit derzeit als durchschnittlich. Sehr gut oder gut bewertet nur jeder Fünfte deren Verfügbarkeit. Knapp 23 Prozent beurteilen die Situation sogar als schlecht oder sehr schlecht (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2

Der Hauptgrund für die schlechte Verfügbarkeit von IT-Fachkräften liegt nach Ansicht der befragten Experten in zu wenigen Bewerbern (72,4 Prozent). Daneben spiele aus ihrer Sicht unpassende (33,5Prozent) oder schlechte Qualifikationen (31,4 Prozent) der Bewerber eine Rolle beim Fachkräftemangel.

Gesucht werden laut Angabe der Studienteilnehmer vor allem IT-Fachkräfte in den Bereichen Softwareentwicklung (65,8 Prozent), IT-Security (51,1 Prozent) sowie Service und Support (36,6 Prozent). Gleichzeitig werden weniger Administratoren (21 Prozent) beziehungsweise Hardwareentwickler (9,3 Prozent) gesucht.

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