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Oracle OpenWorld: Ellison teilt gegen AWS und Splunk aus

Larry Ellison hat auf der Oracle OpenWorld kräftig gegen AWS ausgeteilt. Außerdem zeigte er sich gegenüber dem Logfile-Spezialisten Splunk kämpferisch.

Larry Ellison, Oracle CTO und Executive Chairman, hat sich der Cloud verschrieben. Im vorigen Jahr kündigte er auf der Oracle OpenWorld vollmundig an, dass man schon bald der führende Cloud-Provider sein wird, weil Oracle über das breiteste und leistungsstärkste Portfolio verfügt.

Nun ging die diesjährige OpenWorld-Veranstaltung zu Ende und so lässt sich das Erreichte bilanzieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Oracle mit seinen Cloud-Diensten einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar, das waren 1,7 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Allerdings steht dem auch ein Minus von 800 Millionen Dollar im Lizenzgeschäft gegenüber, sodass es Netto nur ein Plus von 900 Millionen Dollar gab.

Demgegenüber konnte Amazon mit seinen AWS-Angeboten einen Umsatz von 12,2 Milliarden Dollar erzielen, das waren 4,3 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr, ohne dass darunter andere Geschäftsbereiche zu leiden hatten. Mit anderen Worten: Das Cloud-Geschäft bei Amazon stieg in einem Jahr fast so stark an, wie Oracle insgesamt an Cloud-Umsatz erzielt. Da ist es für Oracle noch ein weiter Weg bis an die Spitze.

Der Hauptwettbewerber sitzt in Seattle

Larry Ellison ist jedoch ein Vollblutverkäufer, und somit hat er das Unternehmen aggressiv gegen Amazon positioniert. „Wir sind im Durchschnitt fünf bis zehn Mal schneller als Amazon, wogegen Amazon im Durchschnitt 10 bis 15 Mal teurer ist als Oracle“, sagt er in seiner Eröffnungsrede. Diese Zahlen beziehen sich auf das neue Flaggschiff-Produkt von Oracle, die bereits im August angekündigte neue Database 18c. Diese soll unter anderem auch auf einer Exadata Database Machine über die Oracle-Cloud angeboten werden und diese Version hat Oracle im Rahmen von eigenen Vergleichstests der Redshift-Datenbank gegenübergestellt.

Oracle OpenWorld 2017
Laut Larry Ellison sind die Kosten für die Cloud-Datenbank von Oracle um einiges günstiger als das konkurrierende Angebot von AWS.

Die Ergebnisse waren dementsprechend alle positiv für Oracle und schlecht für Amazon. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Das war mal wieder ein typischer Larry. Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen und ansonsten gab es nur viel Bla-Bla aber keine Substanz“, sagt ein Amazon-Sprecher.

Besonders geärgert hat man sich darüber, dass Ellison die Redshift-Datenbank als starr bezeichnete, wogegen 18c „elastisch“ sei. Das bedeutet, dass sie sich der jeweiligen Belastung anpasst und gegebenenfalls weitere Storage-Einheiten oder weitere Server hinzuschaltet und diese beim Rückgang der Last auch wieder freigibt. „Natürlich ist Redshift elastisch, Compute und Storage kann völlig getrennt konfiguriert und dynamisch angepasst werden“, heißt es dazu in der Amazon-Erklärung.

Wie gut Database 18c im Preis-Leistungs-Vergleich gegenüber Redshift abschneidet, wird sich bald messen lassen, denn Oracle will die neue Datenbank noch in diesem Jahr auf den Markt bringen.

Die wesentlichsten Neuheiten von 18c sind aber nicht die Performance-Daten, sondern eine Reihe neuer Features, die auf künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) basieren. „18c ist die erste autonome Datenbank, die keinerlei menschliche Eingriffe mehr benötigt, denn dank KI und ML optimiert sie sich fortlaufend selbst“, schwärmt Ellison über das neue Produkt.

Mit KI und ML Cyberkriminalität bekämpfen

Nicht nur im Bereich der Selbstverwaltung nutzt Oracle die integrierten KI- und ML-Module, ein weiterer Anwendungsbereich ist die Datensicherheit. Ellison sagt sogar, dass damit der Kampf gegen die Cyberkriminalität gewonnen werden kann.

Wir sind im Durchschnitt fünf bis zehn Mal schneller als Amazon, wogegen Amazon im Durchschnitt 10 bis 15 Mal teurer ist als Oracle.
Larry Ellison, CTO und Gründer von Oracle.

„Mit der neuen autonomen Datenbank 18c wäre der massive Datendiebstahl, den es jüngst bei der amerikanischen Kreditratingagentur Equifax gegeben hat, nicht möglich gewesen“, ist er überzeugt. Dabei beruft er sich darauf, dass die Cyberattacke bei Equifax zu einem Zeitpunkt erfolgte, als schon längst ein Patch verfügbar war, der jedoch nicht installiert wurde. „Jetzt überwacht sich die Datenbank selbst und installiert sofort jeden neuen Patch, sodass das System immer auf dem neuesten Stand ist“, lautet Ellisons Begründung.

Logfile-Monitoring wie bei Splunk

Damit aber noch nicht genug. Neu ist bei der 18c auch, dass die KI-Module jetzt die Logfiles in Echtzeit überwachen und dabei nach ungewöhnlichen Aktivitäten Ausschau halten. Wird eine solche entdeckt, so reagiert das System ebenfalls automatisch, was bis zum Einfrieren ganzer Datenbestände gehen kann.

Logfile-Überwachung ist an sich nicht neu. Splunk ist ein Pionier auf diesem Gebiet und hat diese Methode auf viele Bereiche, wie Load Balancing und System Control übertragen. Das bestätigte sogar Ellison in seiner Keynote, doch er warf Splunk vor, dass sie alles nur beobachten würden, aber keine automatischen Schutzmaßnahmen einleiten: „Sie setzen nur Meldungen ab, das ist aber viel zu wenig.“

Das ließ Splunk natürlich nicht auf sich sitzen. Als Antwort wurde direkt ein Statement zu den Vorwürfen herausgegeben. „Nachahmung ist ja bekanntlich die höchste Form der Anerkennung“, heißt es darin. Und weiter: „Die heutigen IT-Landschaften bestehen ja nicht nur aus einer einzigen Oracle-Datenbank, sondern sind extrem heterogen. Folglich müssen auch die Reaktionen auf die unterschiedlichen System- und Strukturelemente abgestimmt sein“, lautete die Retourkutsche von Splunk.

Larry Ellison Oracle OpenWorld 2017
Larry Ellison teilte auf der OpenWorld gegen die Konkurrenz von Amazon und Splunk aus.

Neue Umsatzquelle: IT-und Infrastruktur-Management

Mit dem Einstieg ins Security-Geschäft versucht Oracle erneut seine Angebotspalette in Richtung Infrastruktur auszuweiten. Nachdem das mit Sun-Hardware nicht geklappt hat und auch das Cloud-Geschäft nur mäßig anläuft, sieht Ellison neue Möglichkeiten, mit KI und ML ins Security- und IT-Management vorzudringen.

„Künstliche Intelligenz und Machine Learning bilden die größte technologische Revolution, die es bislang in der IT-Geschichte gegeben hat“, sagt Ellison. Oracles Entwicklungschef Thomas Kurian griff die Vorgabe seines Chefs auf und erläuterte in seiner Keynote an welchen Stellen diese Methoden bereits zum Einsatz kommen und was geplant ist.

„Database 18c ist das erste Produkt, wo wir KI und ML massiv anwenden. Auch beim jetzt vorgestellten Blockchain as a Service nutzen wir KI für die Prüfung von User-Credentials. Als nächstes stehen dann unsere PaaS-Angebote auf der Liste. Hier werden wir damit automatische Last- und Ressourcen-Anpassungen ermöglichen“, lautet sein Einblick in die Roadmap von Oracle.

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