Cloud-Datenbanken erhalten Schub von Oracle und Microsoft

Cloud-Datenbanken sind mittlerweile unbestritten. Doch wie lassen sie sich optimal einsetzen? Microsoft, Oracle und AWS stellen verschiedene Angebote bereit.

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Datenbanksysteme

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Mit großem Marketing-Aufwand stellte Amazon Web Services (AWS) auf seiner re:Invent-Konferenz Ende 2016 buchstäblich einen gigantischen Truck vor. Mit dem neuen Angebot kündigte Amazon seine Absicht an, relationale Daten aus lokalen Datenbanken wie Oracle und SQL Server in die Cloud zu verschieben, auch wenn dies einen Truck mit Systemen mit bis zu 100 Petabyte Speicherkapazität erfordert.

Die Live-Demo von AWS Snowmobile, wie der Truck genannt wird, war übertrieben, aber auch symbolisch für einen wachsenden Trend im Enterprise Data Management. In vielen Unternehmen weichen On-Premises-Datenbanken den Cloud-Datenbankdiensten.

Nahezu alle Cloud-Datenbanken haben sich in den letzten Monaten in den Beliebtheits-Rankings, die auf der DB-Engines-Website berechnet wurden, nach oben bewegt. Unterdessen prognostiziert das Marktforschungsunternehmen MarketsandMarkets, dass die weltweiten Einnahmen aus Cloud-Datenbanken und Database-as-a-Service-Plattformen im Jahr 2019 die 14-Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten werden, verglichen mit etwas mehr als einer Milliarde Dollar im Jahr 2014.

Der verstärkte Cloud-Fokus zeigt sich auch bei den Marktführern von relationalen Datenbanken, Oracle und Microsoft. Beide arbeiten daran, dass Kunden sich für ihre Cloud-Datenbankservices entscheiden, anstatt Oracle Database oder SQL Server auf der AWS Cloud zu betreiben. „Wir können auch einen Truck herbringen. Aber er heißt 'UPS'", macht Robert Greene, Senior Director of Product Management and Strategy bei Oracle für Cloud Data Management Services, einen Seitenhieb in Richtung AWS.

Die Planung geht weiter

Ursprünglich argumentierten viele Unternehmen, dass Datenbanken in der Cloud nicht sicher wären. Doch Cloud-Provider haben Schritte unternommen, um Daten zu sperren, so dass viele Analysten und erfahrene Anwender inzwischen zu dem Schluss kommen, dass Cloud-Rechenzentren die meisten IT-Abteilungen in Sachen Sicherheit übertreffen.

Da die Sicherheitsbedenken nachgelassen haben, stellt sich für viele IT-Manager nicht mehr die Frage, warum oder ob sie Cloud-Datenbanken nutzen sollen, sondern wie, wie schnell und welche. Die Antworten auf diese Fragen beginnen oft mit: Es kommt darauf an.

„Die Leute müssen zuerst analysieren, wie und welche Cloud sie nutzen sollen“, sagt Mike Walsh, Gründer und Inhaber von Straight Path IT Solutions, einem SQL-Server-Beratungsunternehmen und Managed Service Provider. Im Fall von SQL Server zum Beispiel, könnte sich die Entscheidung, ob man sich für den Azure SQL Database Service von Microsoft entscheidet, darauf konzentrieren, wie sehr eine Organisation auf den Technologie-Stack von Microsoft setzt.

„Wenn Sie ein Microsoft-Shop sind, das heißt Sie unterstützen sowohl .NET-Entwicklung als auch SQL Server, macht Azure aus vielen Gründen Sinn“, ist er überzeugt. Andererseits könnte eine Organisation, die einfach nur einige virtualisierte SQL-Server-Instanzen in die Cloud verschieben möchte, dazu tendieren, dies auf AWS zu machen, fügt er hinzu.

Dasselbe gilt für Oracle. Die Leichtigkeit des Plattformwechsels im Vergleich zur Nutzung des herstellereigenen Oracle Database Cloud Service hängt zum Teil davon ab, inwieweit die Geschäftsanwendungen und Middleware-Tools eines Unternehmens mit Oracle-Datenbanken verflochten sind.

Der Stärkste überlebt

Die Preisgestaltung könnte ein entscheidender Faktor sein. AWS bietet preisgünstige Cloud-Datenbankservices für das Hosting von SQL Server und Oracle Database an, wobei die Option für die Bereitstellung von Oracle Database, ohne dass separate Lizenzen von Oracle erworben werden müssen, nur die Oracle Database Standard Edition und nicht die Enterprise Edition unterstützt. Unternehmen können aber grundsätzlich bestehende Oracle- oder SQL-Server-Lizenzen verwenden, um die beiden Datenbanken in der AWS-Cloud zu betreiben – ein Bereitstellungsmodell, das Amazon als Bring Your Own License bezeichnet.

Doch Oracle und Microsoft haben mittlerweile darauf reagiert, indem sie ihre Technologie- und Marketing-Investitionen in Oracle Database Cloud Service beziehungsweise Azure SQL Database erhöhen. Im Falle von Oracle zeigen sich hierbei Hinweise auf eine Erhöhung der Lizenzpreise für Kunden, die Oracle Database auf AWS oder Azure umstellen.

Oracle wird alles in seiner Macht Stehende tun, um Kunden in seine Cloud zu bringen“, sagt IDC-Analyst Carl Olofson. „Das ist eine Überlebensfrage für sie.“

Das Angebot Oracle Cloud at Customer ist ein weiterer Schritt des Unternehmens, die eigene Cloud-Plattform zu stärken. Die im Mai 2016 eingeführte Cloud at Customer ermöglicht es Anwendern, Cloud-Versionen der Oracle-Datenbank und anderer Technologien in ihren eigenen Rechenzentren zu betreiben, wobei Oracle die Verwaltung und Wartung der Systeminfrastruktur übernimmt.

„Die Erstellung von Cloud-fähigen Kombinationen von Datenbanken, Anwendungen und Hardware vor Ort ist ein logischer erster Schritt in Richtung Public Cloud für Unternehmen“, sagt Jim Czuprynski, Berater beim Systemintegrator Vion. Darüber hinaus hängt es von Faktoren wie erforderlichen Service-Level-Agreements (SLAs) und unter Umständen auch von Sicherheitsproblemen ab, wie stark Unternehmen in die Cloud wechseln.

Einfache Handhabung der Datenbankverwaltung

Für Oracle hängt viel davon ab, wie es mit der Entwicklung von Tools vorankommt, die die Bereitstellung von Datenbanken auf Oracle Database Cloud Service leichter handhabbar machen.

„Seine Schnittstellen und Benutzerfreundlichkeit für Provisioning und Orchestrierung setzen einige Arbeit voraus", sagt Czuprynski und merkt an, dass Oracle eine Antwort auf die Cloud-Datenbank-Management-Fähigkeiten von Amazon finden muss, welche die Datenbankverwaltung vereinfacht.

„Die Art und Weise, wie Kosten bei der Nutzung von Cloud-Datenbankdiensten abgerechnet werden, kann eine veränderte Denkweise der Nutzer erfordern“, sagt Mike Walsh. Viele Unternehmen „sind es gewohnt, alle paar Jahre eine Schiffsladung Geld auszugeben, um ihre Systeme aufzurüsten, anstatt monatliche oder stündliche Nutzungsgebühren zu zahlen.“

Vor diesem Hintergrund können Cloud-Datenbankbereitstellungen auf lange Sicht teurer erscheinen. Aber Walsh gibt zu bedenken, dass Organisationen genauer hinschauen müssen.

„Was man erhält, ist nicht nur ein Server mit Strom und Kühlung, sondern auch einen Zugang zu einer Datenbankplattform, die bereits gebaut ist“, sagt er und verweist auf einige Funktionsbereiche als Beispiele: „Mit Azure SQL Database erhalten Sie Hochverfügbarkeit, und Disaster Recovery dauert nur wenige Minuten.“ Die Cloud-Kosten können unter diesem Gesichtspunkt günstiger sein.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2018 aktualisiert

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