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Couchbase: Untersuchungen ohne NoSQL waren immer zu langsam

Couchbase baut seine DACH-Präsenz aus. Welche strategische Bedeutung die DACH-Region und NoSQL-Datenbanken haben, verrät Wolfgang Fresser im Interview.

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Datenbanksysteme

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Die Gründung und der Aufstieg von Couchbase sind eng mit den Themen Big Data und NoSQL-Datenbanken verknüpft. Das 2011 in Mountain View gegründete Unternehmen bietet eine Open Source NoSQL-Datenbank an, die auf JSON-Dokumente spezialisiert ist.

Was Couchbase noch im Portfolio hat, warum das Unternehmen in die DACH-Region investiert und wieso NoSQL-Datenbanken für Verarbeitung und Management von Big Data geeignet sind, erläutert Wolfgang Fresser, Regional Sales Director DACH bei Couchbase, im Interview.

Herr Fresser, Couchbase baut aktuell seine Präsenz in der DACH-Region aus. Welche Bedeutung haben Deutschland, Österreich und die Schweiz für Couchbase?

Wolfgang Fresser: DACH ist eine absolute Zielregion für uns aus gleich mehreren Gründen: Einerseits ist dies der größte Markt in EMEA und daher muss man sich hier etablieren, um in Europa erfolgreich zu sein. Zudem setzt die digitale Transformation jetzt ein und deutsche Unternehmen suchen nach Mitteln und Wegen, neue Innovation in ihre Business-Prozesse und Produkte einzubringen. Genau hier können wir einen großen Mehrwert liefern und sehen großes Potenzial.

Können Sie die strategische Ausrichtung, also zum Beispiel Zielgruppen und Anwendungsbereiche, in der DACH-Region erläutern?

Fresser: Couchbase eignet sich für alle Organisationen, die von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren möchten. Branchentechnisch sind wir breit aufgestellt und haben bereits einige Kunden in der Region. Unsere größten Installationen haben wir im Bereich Travel, Retail, Finance, Automotive, Gaming und IoT. Dies sind alles Sektoren, die in DACH eine große Rolle spielen. Grundsätzlich sind wir aber flexibel und arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen. Dementsprechend vielfältig sind unsere Einsatzmöglichkeiten.

Couchbase hat im März die jüngste Version seiner Datenplattform vorgestellt. Können Sie uns die zentralen Funktionen des aktuellen Releases nennen?

Fresser: Gerne. Es dreht sich alles um Interaktion. Die System-of-Engagement-Plattform bietet die notwendige Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität für digitale Business-Anwendungen. Couchbase kann seine Fähigkeiten durch die neue Plattform für Mobile und IoT-Apps bereitstellen und skalieren. Außerdem werden Offline-Funktionen unterstützt.

Die Datenplattform besteht aus einer Serverdatenbank, einer nativen mobilen Datenbank, einem Synchronisierungs-Gateway sowie Big-Data- und SQL-Integrationen. Damit können unsere Kunden selbst größte Workloads bewältigen.

Die neuen Versionen von Couchbase Server 5.0 und Couchbase Mobile 2.0 sollen im September erscheinen. Welche neuen Features werden die Releases haben?

Fresser: Richtig, die Beta-Version ist bereits erhältlich und in Kürze kommen die neuen Version des Couchbase Server unter anderem mit folgenden Funktionen: einer integrierten unabhängig skalierbaren Volltextsuche in einem einzelnen Couchbase-Cluster; reaktionsfähigere Anwendungen und effizientes Daten-Management mit In-Memory-Datensätzen sowie Unterstützung für Abfrageerstellung, Indizierung und hochverfügbare Replikation bei In-Memory-Daten; einer erweiterten Überwachung und Fehlerbehebung für N1QL-Abfragen, sowie integrierter Multi-Rechenzentrum-Programmierbarkeit; erweiterte Sicherheitsoptionen, zum Beispiel über die Unterstützung einer rollenbasierten Zugriffskontrolle; Knoten-Failover binnen Sekunden und automatische Index-Replikation für bessere Verfügbarkeit von Anwendungen; und Ökosystem-Verbesserungen für ETL sowie für Public- und Hybrid-Cloud-Lösungen.

Außerdem stellt Couchbase Mobile 2.0 neue Funktionen zur Verfügung, darunter der Bereitstellung einer integrierten Volltextsuche bei mobilen Anwendungen; Unterstützung einer API nach N1QL-Art sowie für eine neue API, die eine integrierte Domänendatenmodellierung ermöglicht; Multi-User-Anwendungen mit automatischem Edge-Konflikt-Management; sowie Delta-Synchronisierung für ein effizienteres Daten-Management von der Edge bis in die Cloud.

Anbieter von NoSQL-Datenbanken betonen, dass speziell ihr Datenbanksystem für Big-Data-Anwendungen geeignet ist. Was zeichnet NoSQL-Datenbanken für die Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen aus?

Fresser: Wir sprechen von Analyse in Echtzeit: Jede Online-Transaktion besteht aus einer Vielzahl von einzelnen Aktionen und die große Menge an Daten erlaubt eine tiefgreifende Analyse. Allerdings waren Untersuchungen ohne NoSQL-Unterstützung immer zu langsam, um Interaktionen in Echtzeit zu ermöglichen.

Wir bieten hierfür direkte Integrationen mit Frameworks wie Hadoop an, arbeiten aber auch mit Konnektoren für Spark, Kafka und Storm. Dabei verbinden wir die operationalen Vorteile von Couchbase mit den analytischen Fähigkeiten der Big-Data-Plattformen. Hierbei ist es möglich, die niedrigen Latenzwerte und Skalierbarkeit von Couchbase zu nutzen und gleichzeitig Petabytes von Daten zu monitoren und zu untersuchen. Wir arbeiten mit Konnektoren in beide Richtungen, so dass Analyseergebnisse umgehend wieder über Couchbase zur Kundeninteraktion genutzt werden können.

Welche Optionen bietet Couchbase für das Daten-Management im IoT-Umfeld?

Fresser: IoT ist für uns besonders wichtig und wir haben hier mehrere Referenzen und Use Cases vorzuweisen. Hauptbereiche sind Automotive, Manufacturing und Telekommunikation, aber die Anzahl der smarten Dinge wächst überall sehr stark. In den letzten 25 Jahren ist die Summe der vernetzten Geräte auf aktuell etwa zehn Milliarden gewachsen. Analysten gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Endgeräte gerade wegen IoT in den nächsten drei bis vier Jahren auf etwa 30 Millionen verdreifachen wird. Couchbase Mobile ist in der Lage, für ein derartiges Wachstum die richtige Grundlage für Applikationen bereitzustellen und unterstützt Synchronisierung über Mobilfunk, P2P und WLAN.

„Untersuchungen ohne NoSQL-Unterstützung waren immer zu langsam, um Interaktionen in Echtzeit zu ermöglichen.“

Wolfgang Fresser, Couchbase

Was unterscheidet Couchbase von anderen NoSQL-Angeboten, zum Beispiel MongoDB, Apache Cassandra oder Aerospike?

Fresser: Couchbase zeichnet sich durch einige Punkte als einzigartige Datenbank aus. An erster Stelle steht unsere Use Case Liberary, die in diesem Umfang einzigartig ist. Durch unsere Marktreife und unser Know-how haben wir gute Referenzen und viel Erfahrung in den verschiedensten Bereichen. Weiter zeichnet uns unsere Performance bei sehr guter Skalierbarkeit aus, die kein Marktbegleiter in diesem Umfang erreicht. Dies liegt unter anderem an unserer hauseigenen N1QL-Abfragesprache für JSON-Dokumente, die wir bereits erwähnt haben.

Ein zusätzlicher Punkt ist unsere Mobile- und Offline-Unterstützung, die Couchbase zu einem kompletten Rundum-Paket macht. Unternehmen haben kein Risiko, dass sie eigene Workarounds oder komplizierte Entwicklungen in Eigenregie programmieren müssen.

Am 26. September veranstaltet Couchbase die Connect Europe 2017. Was dürfen Entwickler und Anwender von dem Event in Paris erwarten?

Fresser: In der Tat freuen wir uns auf dieses Highlight. Es gibt ein revolutionäres Programm mit der Vorstellung der Engagement Database. Die Connect ist ein Event für Entscheider aber auch für Entwickler. Neben der Vorstellung der Roadmap und Produktneuheiten gibt es natürlich auch technische Workshops. Zahlreiche Kunden werden vertreten sein. Neben unseren Executives steht auch unser Produkt-Management für Gespräche zur Verfügung und möchten das Feedback der Enterprise-Community einholen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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