Das Ende für SQL Server 2005 ist nah: Sind Sie bereit?

Der erweiterte Support für SQL Server 2005 endet im April 2016. Ist Ihre Firma darauf nicht vorbereitet, setzen Sie sich einem erhöhten Risiko aus.

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DBMS

Der erweiterte Support für Microsoft SQL Server 2005 wird am 12. April 2016 eingestellt. Damit bietet Microsoft...

künftig keine neuen Feature, Softwarefixes und Security Patches mehr an. Jeder, der SQL Server 2005 noch verwendet, setzt sich damit dem Risiko von Systemabstürzen und kompromittierten Daten aus. Sie haben drei Optionen: Entweder ein Upgrade auf eine neuere Version, den Wechsel zu einer anderen Plattform oder Sie machen nichts, und leben mit den Konsequenzen.

Seit SQL Server 2005 vor rund zehn Jahren veröffentlicht wurde, hat sich viel in der Informationslandschaft verändert. Der Datenberg ist stark gewachsen und die Daten kommen in vielfältigen Formen und Größen vor. Viele davon sind unstrukturiert. Viele davon bewegen sich blitzschnell. Hinzu kommt, dass die Zahl der Cyberkriminellen in den letzten Jahren zugenommen hat. Diese nutzen immer anspruchsvollere Techniken und sind besser vernetzt. Die Feature und Schutzmaßnahmen aus dem Jahr 2005 sind in vielen Fällen unwirksam geworden.

Das Ende einer Ära

Der Produkt-Support bei Microsoft besteht aus zwei Phasen: Mainstream und erweiterter Support. Während der Mainstream-Phase, die in der Regel fünf Jahre dauert, aktualisiert Microsoft Funktionen, bessert Fehler aus, stellt Security Fixes bereit und bietet kostenlosen Support an.

Beim erweiterten Support unterstützt der Softwareanbieter weitere fünf Jahre den Lebenszyklus des Produkts. Während dieser Phase macht Microsoft keine Änderungen am Design mehr oder den Funktionen der Anwendung. Das Unternehmen beendet außerdem Garantieansprüche und den kostenlosen Support. Fixes, die nicht sicherheitsrelevant sind, werden nur noch an Vertragspartner geliefert, die dafür zahlen. Allerdings bietet Microsoft Sicherheits-Updates und die Möglichkeit, einen kostenpflichtigen Support-Vertrag abzuschließen.

Wenn der erweiterte Support endet, kümmert sich Microsoft nicht mehr um die Wartung des Produkts, es sei denn, eine Organisation hat einen individuellen Support-Vertrag. Mit einem solchen Vertrag kann ein Unternehmen den erweiterten Support um weitere drei Jahre verlängern. Allerdings sind diese Verträge die Ausnahme und bieten keinen vollwertigen Support-Ersatz. Vielmehr ist es ein kurzfristiger Ansatz, der nur grobe Fixes bietet und auf eine dauerhafte Migration auf eine neue oder andere Plattform vorbereiten soll.

Für die meisten Unternehmen bedeutet das Ende des erweiterten Supports auch das Ende von SQL Server 2005, was schwerwiegende Folgen haben kann. Auch wenn SQL Server 2005 weiterhin läuft, sollte das Fehlen jeglichen Supports (vor allem Sicherheits-Updates) ein Grund dafür sein, einen Plan für die Zukunft aufzustellen – und Sie sollten diesen Plan möglichst schnell ausführen.

Dabei ist nicht nur die Datenbank einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt, sondern auch jede Anwendung, die mit dieser Datenbank zusammenarbeitet beziehungsweise auf diese angewiesen ist – mit alle Konsequenzen für Leistung, Zuverlässigkeit, Compliance und Sicherheit.

Unternehmen, die weiter auf SQL Server 2005 angewiesen sind und einen Support-Vertrag für drei weitere Jahre abschließen, setzen sich dennoch dem Risiko aus, zum Ziel von Cyberkriminellen zu werden, die seit zehn Jahren die Datenbanken angreifen und Sicherheitslücken kennen. Sobald das System keine Patches mehr erhält, ist jede damit zusammenhängende Anwendung der Gefahr von Datendiebstahl und Korrumpierung ausgesetzt.

Diese Lösungen bietet Microsoft für das Ende des Supports an

Es dürfte wenig überraschen, dass die Antwort von Microsoft auf das geschilderte Dilemma die Migration zu Azure SQL Database oder SQL Server 2014 ist (oder SQL Server 2016, wenn es vollständig freigegeben ist). Dabei betont Microsoft immer wieder die Leistungs- und Security-Vorteile, wenn man auf ein neues System migriert. Kunden können außerdem einen hybriden Ansatz wählen und die Prozesse auf On-Premise- und Cloud-Systeme aufteilen.

Laut Microsoft-Benchmark soll SQL Server 2014 eine 13-mal bessere Leistung für OLTP liefern als SQL Server 2005 – eine Leistungssteigerung, die sich vor allem aus den In-Memory-OLTP-Fähigkeiten der Anwendung ergibt. Daneben bietet SQL Server 2014 eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent und Notfallwiederherstellung mit AlwaysOn. Dieses Feature fehlt in SQL Server 2005. Microsoft verweist zudem auf andere neue Funktionen, wie zum Beispiel Data Quality Services und Master Data Services sowie die robusteren Integration und Analysis Services.

Anstatt aber nur Performance, Security und zusätzliche Feature zu bewerben, schwenkt das Unternehmen die Preisfahne und verweist darauf, dass ein Upgrade einem Unternehmen viel Geld einsparen kann, wenn man Zuverlässigkeit, Leistungssteigerung und Ressourcenallokation berücksichtigt.

Um dieses Argument zu unterstreichen, verweist Microsoft auf eine gesponserte Forrester Studie. Die Studie The Total Economic Impact of Microsoft SQL Server 2012 and 2014 rechnet in einem Beispiel vor, dass ein Unternehmen einen dreijährigen Nettobarwert von 8.728.150 Dollar realisieren kann.

Im Beispielunternehmen werden 300 Microsoft SQL Server mit unternehmenskritischen Anwendungen eingesetzt. Pro Server ergibt sich ein Nettonutzen von über 29.000 Dollar pro Jahr, bei Anfangskosten von 13.615 Dollar pro Server und einem dreijährigen Nettobarwert von 15.695 Dollar pro Server. Für die Studie befragte Forrester sechs Kunden und sammelte knapp 50 Antworten von anderen Unternehmen ein.

Um weitere Anreize für einen Wechsel auf eine neuere Version von SQL Server zu setzen, bietet Microsoft Tools für einen erleichterten Umstieg an. Das Microsoft Assessment and Planning Toolkit kann zum Beispiel abbilden, welche SQL-Server-Instanzen in einem Netzwerk laufen. Der SQL Server 2014 Upgrade Advisor bietet wiederum eine detaillierte Analyse der innerhalb eines Netzwerks installierten SQL-Server-Instanzen und -Komponenten, so dass Sie eventuelle Probleme erkennen, die ein Upgrade beeinflussen.

Im Technischen Leitfaden zum SQL Server 2014-Upgrade kann man außerdem spezifische Details nachschlagen, wie ein Upgrade unter verschiedenen Umständen abläuft. Der Azure SQL Database Migrations-Assistent unterstützt Kunden schließlich beim Wechsel von SQL Server 2005 zu Azure SQL Database.

Ist ein Upgrade von SQL Server 2005 die richtige Antwort?

Ein Detail, dass Microsoft herunterspielt, wenn es auf die geschilderten Upgrade-Strategien verweist, sind die Kosten, die ein solcher Schritt verursacht. Die Forrester-Studie verweist zum Beispiel darauf, dass ein Unternehmen mit 30.000 Mitarbeitern 1,5 Millionen Dollar anfängliche Softwarelizenzgebühren zahlen muss. Hinzu kommen 600.000 Dollar Lizenzgebühren für jedes weitere Jahr, plus 1,8 Millionen Dollar Kosten für Training, Planung und Migration.

Auch wenn die Studienautoren vorrechnen, dass das Beispielunternehmen langfristig einen Kosten- und Leistungsvorteil erreicht, lassen sich diese Einsparungen nicht notwendigerweise auf ihr Unternehmen und dessen individuelle Situation übersetzen. Viel hängt von der Art der Daten ab, mit denen man arbeitet, welches Equipment eingesetzt wird, welches Know-how im Unternehmen vorhanden ist und einer Reihe anderer Faktoren.

Auch wenn die Migration von einem Microsoft-Produkt zu einem anderen die einfachste Strategie ist, könnte nun der Zeitpunkt gekommen sein zu prüfen, ob ein Wechsel zu einer anderen Plattform nicht auch Vorteile bietet. Es gibt zahlreiche andere Services und Datenbanken als SQL Server, die auf jeden Fall einen Vergleich rechtfertigen. Was ist zum Beispiel mit dem Wechsel zu einer Open-Source-Lösung wie MySQL? Vielleicht ist es jetzt auch die richtige Zeit, um sein komplettes oder zumindest ein Teil des Datenmodells zu überdenken – weg vom relationalen Ansatz, hin zu NoSQL-Systemen oder Hadoop-Clustern.

In einigen Fälle ist es natürlich möglich, SQL Server 2005 über den 12. April 2016 hinaus zu nutzen. Wenn Sie ihr System in einer sicheren Umgebung nutzen, das hinter sicheren Firewalls arbeitet und lediglich In-house-Operationen unterstützt, können Sie wahrscheinlich noch eine Weile damit arbeiten. Doch auch das ist letztlich nur eine temporäre Lösung.

SQL Server 2005 hat zehn Jahre gut funktioniert, aber diese Zeit ist vorüber. Unternehmen, die das System noch einsetzen, sollten sich überlegen, ob dies nicht auch eine Chancen ist – so lange sie nicht zu lange darüber nachdenken.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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