Datenintegration in Echtzeit

Firmen brauchen immer schneller Daten. Historische Daten reichen alleine nicht mehr aus, um geschäftskritische Entscheidungen treffen zu können.

Unternehmen brauchen immer schneller aktuelle Daten. Historische Daten reichen alleine nicht mehr aus, um rechtzeitig...

geschäftskritische Entscheidungen zur Steuerung des Unternehmens treffen zu können. So bemühen sich Unternehmen um die  Integration von Daten in Echtzeit damit auf Basis aktueller Informationen flexibel auf neue Situationen reagiert werden kann. Dabei ist „Echtzeit“ bzw. „Real-Time“ in Wirklichkeit immer „Near-Time“, denn je nach Anfrage vergehen Sekunden, Minuten oder mehr.

Am Beispiel eines Call Centers kann das Potenzial der Near-Time-Bereitstellung von Daten aufgezeigt werden. So benötigen die Call-Center-Mitarbeiter alle relevanten Kundeninformationen in ihrer Applikation um passenden Up- oder Cross-Selling Angebote platzieren oder schnell und kompetent auf Anfragen reagieren zu können. Die Herausforderung dabei ist es die Informationen Near-Time aus heterogenen Systemen zu sammeln, zu bereinigen und so aufzubereiten, dass Kundenanfragen zufrieden stellend bearbeitet werden können.

Die Bereitstellung von Daten in Near-Time fordert eine flexible Infrastruktur, die auf eine schnelle Verarbeitung hoher Datenvolumen ausgelegt ist und zudem erweiterte Funktionen bieten muss, um valide, konsistente Daten zu garantieren -  das kostet Ressourcen und somit Geld. Daher sollte genau geprüft werden, welche Geschäftsprozesse Near-Time bereitgestellt werden sollen und welche nicht, da das zu verarbeitende Datenvolumen mit den Kosten korreliert.

Datenintegrationsplattformen

Im Markt für Datenintegrationswerkzeuge werden derzeit die klassischen ETL-Werkzeuge um Komponenten zur Bereitstellung von Daten in Echtzeit durch eine Kombination aus ETL, EAI und EII erweitert. In ETL-Prozessen werden große Datenmengen zyklisch aus Quellsystemen extrahiert, transformiert und in Zielsysteme geladen (ETL). Near-Time-Anforderungen werden von den Technologien Enterprise Application Integration (EAI) und Enterprise Information Integration (EII) adressiert. EAI ermöglicht die systemübergreifende Prozessausführung durch die Übertragung von kleinen Datenmengen. EII bietet eine logische Sicht auf Datenquellen, die schnelle Abfragen durch direkten Zugriff auf unterschiedliche Quellsysteme ermöglicht.

Vor allem Datenintegrationsplattformen stellen diese Technologien integriert bereit und decken somit die vielfältigen Anforderungen von der Batch- bis hin zu Near-Time-Datenintegration ab. Weiterhin charakteristisch für die Plattformen ist die Integration von Funktionen und Metadaten aus den Bereichen Datenqualität, Stammdatenmanagement, Datenmodellierung und Data Mining.

Funktionen zur Near-Time-Datenintegration

Um Near-Time-Daten im Unternehmen oder über die Unternehmensgrenzen hinweg verfügbar zu machen, wird auf Funktionen wie Messaging oder Web-Services im Sinne einer EAI zurückgegriffen. „Replikation“ oder auch „Föderation“ bilden weitere Möglichkeiten zur Near-Time-Datenintegration und werden im Folgenden neben den EAI-Funktionen kurz im Kontext von Datenintegrationswerkzeugen beleuchtet:

  • Messaging ermöglicht die Kommunikation zwischen Systemen in Form von Nachrichten zur systemübergreifenden Prozessteuerung im Sinne einer EAI. Die Unterstützung von Standards wie MQ, JMS oder die Möglichkeiten des Datenintegrationswerkzeuges zur Anbindung an Bus-Systeme von Tibco oder IBM zur Integration in die Systemlandschaft ermöglichen eine Near-Time-Datenintegration. Auf diese Weise können Informationen aus dem Bus-System erfragt oder Datenintegrationsprozesse von anderen Anwendungen angestoßen werden. 
  • Web-Services sind gekapselte Funktionen, die in Service-orientierten Architekturen je nach Geschäftsvorfall flexibel orchestriert werden können. In diesem Sinne ist auch der Aufruf eines Datenintegrationsprozesses als Web-Service denkbar zur schnellen Datenlieferung oder für den Aufruf von Datenqualitätsroutinen. Aber nicht nur der Aufruf, sondern auch die Integration von Web-Services in Datenintegrationsprozessen schafft Potentiale. So können beispielsweise fachbereichsspezifische Berechnung einer externen Applikation als Web-Service in einen Datenfluss integriert werden.
  • Stichpunkte wie Disaster Recovery, Hochverfügbarkeit, Backup oder Sicherstellung eines 24/7-Betriebes sind Gründe für die Notwendigkeit einer Replikation von Daten im Rahmen der Datenintegration. Damit nach initialer Replikation eines Datenspeichers nicht der gesamte Datenbestand zeitaufwändig repliziert werden muss, werden Mechanismen für sequentielle Aktualisierungen angeboten, um Daten über Systeme hinweg laufend synchron zu halten. Unter Changed Data Capture (CDC) wird die Fähigkeit verstanden, ausschließlich veränderte oder neue Daten zu erfassen und zu replizieren.
  • Die Föderation, oftmals mit Enterprise Information Integration gleichgesetzt, ermöglicht die Abbildung einer virtuellen Sicht auf heterogene Quellen. Abfragen werden gegen ein logisches Modell geschickt und die Daten aus unterschiedlichen operativen Systemen extrahiert, on-the-fly transformiert und dem abfragenden System bereitgestellt.

Ergebnis aus der BARC-Software-Evaluation für Data Warehousing und Datenintegration

Heute sind die Technologien für die Datenintegration in Near-Time bereits im Lösungsportfolio vieler Anbieter enthalten oder werden durch strategische Partnerschaften erfüllt. Im BARC-Softwarevergleich Data Warehousing und Datenintegration werden die Systeme unter anderem hinsichtlich ihrer Near-Time-Funktionen getestet. Vor allem im Bereich „Föderation“ und „Replikation“ konnten Unterschiede zwischen den Anbietern festgestellt werden. Im Bereich der Web-Services und des Messaging werden Standards mehrheitlich unterstützt.

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2008 aktualisiert

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