Der Business-Intelligence-Beratungsmarkt: Eine Studie

Der BI-Markt verzeichnet ein starkes Wachstum, das voraussichtlich stetig ansteigen wird. Eine Studie des TDWI und der Universität Duisburg-Essen analysiert den Markt im deutschsprachigen Raum.

Dieser Artikel behandelt

BI-Management

Durch den steigenden Bedarf an modernen Business-Intelligence-Lösungen von vielen mittelständischen und großen...

Unternehmen, verzeichnet der Business-Intelligence-Markt in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum. Da die betriebliche Praxis die Vorteile der Unterstützungswerkzeuge bisher nur unzureichend umgesetzt hat, ist auch für die kommenden Jahre weiterhin ein hohes Wachstum zu erwarten.

Der von diesem Wachstum profitierende Softwareherstellermarkt scheint dabei vergleichsweise übersichtlich. Den größten Teil des Marktvolumens decken die bekannten Unternehmen IBM, Microsoft, Oracle, SAP und SAS ab. Aber auch der Marktanteil der kleinen Softwarehersteller scheint – nicht zuletzt durch eine Reihe von entsprechenden Studien – überschaubar.1

Neben dem Herstellermarkt wächst auch der BI-Beratermarkt ständig und insbesondere die Anzahl der Beratungsunternehmen steigt exponentiell an. Der Markt besteht dabei aus:

  • Softwareherstellern, die auch Beratung in ihrem Leistungsportfolio haben,
  • Beratungsunternehmen unterschiedlichster Größe mit BI-Anteil und
  • einer sehr großen Anzahl an kleinen und mittelständischen Dienstleistungsunternehmen, die sich auf Business Intelligence spezialisiert haben.

Hinsichtlich des deutschen BI-Beratungsmarktes besteht jedoch ein Wissensdefizit. Erhebungen liegen aktuell nur zum Softwaremarkt vor. So gab es eine mangelnde Verfügbarkeit von validen Daten zum BI-Beratungsmarkt, Ausgangspunkt für die Studie "Der deutschsprachige Business-Intelligence-Beratungsmarkt" vom TDWI Germany e.V. in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen.

Kernerkenntnisse der Studie zu BI-Beratungsunternehmen

Im Folgenden werden die Kernerkenntnisse der Studie zu Business-Intelligence-Beratungsunternehmen im deutschsprachigen Raum vorgestellt:

Der Anteil der BI-Beratung am Gesamt-umsatz ist in den letzten 3 Jahren branchenweit deutlich gestiegen.
  • Mit steigender Unternehmensgröße wächst meist das Produktportfolio der Beratungshäuser, tendenziell werden mehr Phasen im BI-Prozess „BI-Strategie“, „Konzeption“, „Systemintegration“ und „Betrieb“ abgedeckt.
  • Fast alle Unternehmen kooperieren mit mindestens einem der etablierten Herstellern SAP, IBM, Microsoft und Oracle. Mit kleineren Softwareanbietern kooperieren hauptsachlich kleine Unternehmen.
  • 84% der befragten Unternehmen bieten Leistungen im Bereich „Reporting Analytics“ und 70% Leistungen im Bereich „Data Management“. Leistungsschwerpunkte bilden insbesondere Reporting, Data Warehousing sowie Data Integration. Danach folgen Analytics, Ad hoc Querying, Dashboards und Data Quality. Künftig werden die Leistungsschwerpunkte Mobile BI und In-Memory Analytics an Bedeutung gewinnen. Auch der Markt für Advanced (Predictive) Analytics wird weiter wachsen.
  • 2/3 der Unternehmen bieten spezielle Leistungen zur Unterstützung einzelner Unternehmensfunktionen. Dies sind hauptsächlich Controlling, Vertrieb, Kundenbetreuung sowie Finanzen, aber auch Geschäftsführung sowie IT BICC.
  • Etwa 70 % der Unternehmen setzen Branchenschwerpunkte, die hauptsachlich im Bereich Banken, Finanzdienstleister, Versicherungen sowie (Tele-)Kommunikation liegen. Die meisten Unternehmen setzen Schwerpunkte bei Kunden mit einer Unternehmensgröße von 500 bis 9.999 Mitarbeitern (in Deutschland). 83,78 % der befragten Unternehmen sind im internationalen Markt (über 1/3 interkontinental) tätig.
  • Der Anteil der BI-Beratung am Gesamtumsatz ist in den letzten 3 Jahren branchenweit deutlich gestiegen. Der BI-Beratungsumsatz der befragten Unternehmen wird jeweils zu ungefähr ein Drittel zwischen Technologieunternehmen, großen und kleinen Beratungsunternehmen aufgeteilt. Die höchsten Umsätze werden in den Branchen (Tele-)Kommunikation, Automotive sowie Logistik Reisen erwirtschaftet. Der Handel hat insbesondere bei kleineren Unternehmen einen höheren Stellenwert.

Die komplette „Studie zum deutschsprachigen Business-Intelligence-Beratungsmarkt" kann bei TDWI heruntergeladen werden.

Über die Autoren:
Prof. Dr. Peter Chamoni ist Lehrstuhlinhaber der Mercator School of Management, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Duisburg-Essen und Vorsitzender des TDWI Germany e.V. Daniela Lohaus (Dipl.-Kff.) ist Unternehmensberaterin.

Literaturnachweis:
1 Vergleiche beispielsweise BARC-Guide Business Intelligence 2011/2012, Gartner Magic Quadrant for Business Intelligence Platforms, Lünendonk-Marktstichprobe 2010 Business Intelligence als Kernkompetenz – der Markt für spezialisierte Business-Intelligence-Standard-Software-Anbieter in Deutschland oder The Forrester Wave: Enterprise Business Intelligence Platforms, Q4 2010.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2012 aktualisiert

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