Die Integration von SAP Data Services und Business Warehouse verbessert sich

Die Integration von SAP Data Services und Business Warehouse (BW) verbessert sich. Unser Experte erklärt die Vorteile und weist auf Probleme hin.

Dieser Artikel behandelt

SAP ERP

Ich bin eigentlich auf das Umfeld SAP Business Warehouse (BW) spezialisiert. Bis vor ein paar Jahren war mir SAP Data Services deswegen relativ fremd. Seit der Ausgabe von Data Services Version 4.0 interessiert mich das Thema allerdings zusehends. Mich fasziniert das Konzept, Data Services zusammen mit Business Warehouse und anderen Applikationen verwenden zu können. Somit können beide Systeme ihre Stärken optimal ausspielen.

SAP Data Services bietet ausgezeichnete und Anwender-freundliche Transformations- Möglichkeiten an. Weiterhin bietet viele es bezüglich Zugriffe viele Wege an, auf Data-Quellen und -ziele zuzugreifen. SAP Business Warehouse stellt ein semantisches Data-Warehousing-Modell, fortgeschrittene Unterstützung für Hierarchien, Data Lifecycle Management Services, Sicherheit und so weiter bereit. Die Kombination von Data Services mit traditionellen SAP-Produkten wie BW könnte für viele eine leistungsfähige Lösung darstellen. Allerdings gibt es einige Stolpersteine, über die man sich im Klaren sein muss.

Verbesserungen in Data Services und Business Warehouse 7.3

Die Integration mit SAP-Quellen, inklusive Business Warehouse, machte mit der Ausgabe von Data Services 4.0 einen großen Schritt vorwärts. Mit der kürzlichen Veröffentlichung von Data Services 4.1 gab es weitere Verfeinerungen.

Die neueste Version von Data Services kann direkt lesend auf die „Business Content“-Extractors der ERP-, CRM- und SRM-Applikationen von SAP zugreifen. Die Tabellenstruktur dieser Anwendungen ist unter Umständen sehr komplex. Extractors agieren als semantische Views oberhalb dieser Tabellen und stellen zusätzliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Erfassung von Delta-Änderungen, zur Verfügung. Diese Funktionalität wurde mit Data Services 4.0 eingeführt. Die parallele Verarbeitungen haben die Entwickler in Ausgabe 4.1 verbessert.

Data Services 4.0 unterstützt außerdem das native Laden von BW-DataSource-Objekten und Data Services spielt besser mit Busines Warehouse als ein Source-System zusammen. Durch diese neue Integration können Sie Daten sehr einfach aus Data Services holen und in Business Warehouse DataSources einbeziehen. Das ist aus dem Interface in Business Warehouse möglich. DataSources ist ein Datenaufnahme-Konstrukt in Business Warehouse. Diese Leistungen stehen Ihnen ab Business Warehouse 7.3 zur Verfügung.

Bei SAP Data Services 4.1 haben die Entwickler das parallele Laden verbessert, wenn als Quelle für Data Services BWs OpenHub-Tabellen dienen. Diese Funktionalität ist für viele Kunden wichtig. Daten effizient aus Business Warehouse in ein anderes System für Analysen und Reporting zu bewegen, kann aber eine echte Herausforderung sein.

Jetzige Vorteile von Data Services

Diese Verbesserungen sind ein überzeugendes Argument für den gemeinsamen Einsatz von Business Warehouse und Data Services.

SAP Business Content Extractors wurden ursprünglich für den Einsatz mit Business Warehouse entwickelt. Sie sind eine semantische Darstellung von ERP-Daten und dienen für den analytischen Gebrauch. Nun sind sie auch für den Nicht-BW-Einsatz via Data Services verfügbar. Auch wenn diese Extractors simultan für Business-Warehouse -Extrahierungen genutzt werden, sollte es zu keiner Beeinträchtigung kommen. Außerdem lassen sie sich damit andere Data Marts oder operative Data Stores füttern. Das gilt entweder ganz ohne oder parallel zu Business Warehouse.

Data Services sind für momentane BW-Abteilungen attraktiv. Bei manchen Tranformations-Typen ist das einfach besser als mit Business Warehouse. Pivot-Umwandlungen sind zum Beispiel nicht unproblematisch in Business Warehouse. Dafür brauchen Sie oftmals speziell entwickelte Routinen. In einigen Umgebungen ist es unter Umständen einfacher, diese Transformationen in Data Services mit der Programmiersprache Python anstelle von ABAP zu erstellen. Maßgeschneiderte Entwicklungen dieser Transformationen in Data Services lassen sich im Gegensatz zu Business Warehouse womöglich anderswo leichter wieder einsetzen. Gleichzeitig reduzieren Sie die Komplexität der BW-Umgebung.

Data Services geht außerdem anders an das Software Lifecycle Management heran. Änderungen in Business Warehouse sind oftmals auf bestimmte im Voraus geplante Transport-Fenster pro Woche oder Monat limitiert. Somit ist ein stabiles System garantiert. Allerdings kann das zu Problemen bezüglich der Transformations-Logik führen. Diese muss Änderungen nahe an den Quellsystemen überwachen. Das Isolieren von Quellsystem-orientierten Transformationen in Data Services könnte ein Software Lifecycle Management mit schnelleren Reaktionszeiten auf Änderungen im Quellsystem oder bei Fehlern erlauben.

BW hat gegenüber traditionellen Datenbanken immer noch Vorteile, wenn es als Data Store für Data Services genutzt wird. Data-Services-Abteilungen möchten es vielleicht genau aus diesem Grund einsetzen. Einige dieser Vorteile sind in diesem Artikel hinterlegt, der die Unterschiede zwischen Business Warehouse und HANA aufzeigt

Immer noch Ecken und Kanten

Die Integration von Data Services mit SAP-Applikationen und Business Warehouse läuft allerdings noch nicht ganz rund und es gibt noch Ecken und Kanten. Die Unterstützung für Data Services für Business Content Extractors ist umfangreich. Allerdings ist sie auf Extractors für „Operational Data Provisioning“ beschränkt. Damit können Sie derzeit nicht jedes Szeanrio abdecken. Sie finden eine komplette Liste mit allen unterstützten Extractors in der Mitteilung 1558737 (Login wird vorausgesetzt).

Der Zusammenschluss von BW Source Systems, BW DataSources, Data Services Targets und Data Services Jobs kann ebenfalls verwirrend sein. Wenn Sie ein Data-Services-Source-System in Business Warehouse erschaffen, lassen sich Data Services für das Laden von Daten in Business Warehouse lediglich als dummer Kanal verwenden. In diesem Szenario gibt es keine Möglichkeit, Daten mittels Data Services zu transformieren. Diese Herangehensweise vereinfacht zwar den Prozess, nimmt Data Services aber viel Leistung.

Allerdings ist es nicht ganz so schlimm, wie es sich anhört.  Konfigurieren Sie zunächst die Data-Services-Verbindung zu BW und erzeugen Sie anschließend ein External System Source System in Business Warehouse anstelle eines Data-Services-Source-System. Nun können Sie eine beliebig strukturierte BW-DataSources- und BW-InfoPackages-Konfiguration erstellen. Danach können Sie Data Services Jobs Ihrer Wahl laufen lassen.

Solange das Ziel des Data Services Jobs die selbe Struktur wie die BW DataSource hat, funktioniert alles. Überraschenderweise funktioniert das Ganze sogar dann, wenn das Ziel der Data Services scheinbar unterschiedlich von der DataSource ist. Das ist eine nette Funktionalität. Somit können Anwender beliebige Data-Services-Transformations-Logik direkt aus BW wirksam einsetzen. Allerdings ist es auch gefährlich. Es gibt keine zwingende Beschränkung, dass Sie die entsprechenden Strukturen auch einhalten. Diese Fähigkeit wird allerdings wohl eher nur von experimentierfreudigen Anwendern gefunden.

Abbildung 1: Verschiedene Source-System-Typen für Data Services verhalten sich in Business Warehouse unterschiedlich. „Data Services“ Source Systems erlauben das Erschaffen von DataSources. Diese spiegeln exakt die Struktur einer Data Services „Source“. Mit „External System“ Source Systems können Sie DataSources mit beliebigen Strukturen kreieren. Diese befüllen Sie mit beliebigen Data Services Jobs Ihrer Wahl.

Data Services können nun also viel mehr Funktionen nutzen, die SAP-Applikationen und Business Warehouse zur Verfügung stellen. Das erleichtert den Einsatz in Umgebungen mit anderen SAP-Applikationen. Im Speziellen gibt es für BW-Abteilungen einige interessante neue Optionen. Allerdings ist die Funktionalität auch noch relativ neu. Somit sollten Sie mit Bugs und Inkonsistenzen bei der Implementierung rechnen. Die Sache kann etwas unübersichtlich werden. Hat man die noch enthaltenen Mängel und verborgenen Funktionsweisen im Hinterkopf, erspart das Kopfschmerzen bei der Integration.

Artikel wurde zuletzt im Juli 2013 aktualisiert

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