SAP Cloud Platform als Entwicklungs-Plattform verwenden

SAP pusht die Cloud Platform als einen starken Player am PaaS-Markt und als eine mächtige Umgebung für die Entwicklung von Business-Anwendungen auf HANA-Basis.

Die SAP Cloud Platform (bis Februar 2017 SAP HANA Cloud Platform, HCP), ein Platform as a Service (PaaS), repräsentiert die Zukunft kundenspezifischer Anpassungen und Erweiterungen der SAP-Anwendungen. Wenn ein SAP-Nutzer Anwendungen für SAP-Software entwickeln möchte – sei es On-Premises oder in der Cloud – ermutigt sie SAP, dies mit der Cloud Platform zu machen.

Darüber hinaus will SAP unabhängige Softwareanbieter und Systemintegratoren ermuntern, ihr branchenspezifisches Know-how für die Entwicklung von Apps und Erweiterungen auf Basis der Cloud Platform einzusetzen. Diese können dann über den SAP Store an SAP-Kunden verkauft werden, so dass ein App Store für Unternehmen geschaffen wird. Diese Vision ist zweifellos ehrgeizig, aber sie ist genauso wichtig für die Cloud-Strategie von SAP.

„Wenn Sie SAP-Kunde sind, bekommen Sie heute eine Menge Druck, dass Sie in die Cloud gehen“, sagt Forrester Research Analyst John Wargo. „Bei SAP wandert alles in die Cloud – alle Entwicklungstools, die Suite und alles andere. Dieser Prozess wird nicht lange dauern. Wenn Sie heute etwas Neues mit SAP machen möchten, wird es sich zuerst in der Cloud abspielen.“

Natürlich ist die Cloud-Nutzung im Zusammenspiel mit der In-Memory-Appliance HANA nicht ohne Vorteile, merkt Wargo an. Zum Beispiel können Sie eine vorgefertigte Anwendung kaufen und sie einfach über die Cloud konfigurieren und bereitstellen – anstatt direkt im Programm vor Ort Änderungen vorzunehmen. Wenn Sie durch den Einsatz der Cloud Platform Komplexität entfernen können, sagt er, „dann ist das der entscheidende Punkt, an dem die Plattform wirklich mächtig ist.“

Warum soll man Cloud Platform wählen?

Die SAP Cloud Platform besteht aus mehreren unterschiedlichen Diensten, die Benutzer verwenden können. Das Fundament umfasst aber nur drei Kernelemente: SAP HANA App Services, SAP HANA DB Services und SAP HANA Infrastructure Services.

App Services dient der Erstellung von Anwendungen und unterstützt bei Integration, Analytics, Mobility und Zusammenarbeit. App Services baut auf den Fähigkeiten der SAP HANA DB Services auf, die auf Basis einer monatlichen Lizenz ein SAP HANA-System in Konfigurationen mit bis zu ein TB bereitstellen. Mit SAP HANA Infrastructure Services können Kunden ihre bestehenden HANA-Lizenzen in der Cloud für die Verwendung mit der Cloud Platform bereitstellen.

Die Cloud Platform verfügt über alle Komponenten, um mit den PaaS-Optionen von Amazon, Salesforce, Microsoft, Google und anderen zu konkurrieren. Die Frage ist aber, ob sie bei Nicht-SAP-Entwicklern ankommt. „Wenn Sie das nicht für SAP-Anwendungen machen, dann gibt es da draußen bessere, weniger teure und vielleicht sogar leistungsfähigere Möglichkeiten“, sagt Wargo.

Zwar geht es bei der Cloud Platform um immerhin 250.000 SAP-Kunden, aber Gartner schätzt, dass davon aktuell nur 1.200 bis 1.500 davon die Plattform nutzen. „Das ist nicht viel“, sagt Massimo Pezzini, Gartner Fellow und Research Vice President, aber er erwartet, dass die von SAP in jüngster Zeit erhöhten Marketing-Initiativen – zusammen mit S/4HANA – zusätzliche Aktivitäten auslösen.

Pezzini erklärt, dass die Reaktion der Kunden, mit denen er gesprochen hat, ausgesprochen positiv ist. „Die Plattform tut, was sie tun soll. Sie ist zuverlässig, stabil, hat viele Fähigkeiten, und die HANA-Datenbank selbst generiert einen zusätzlichen Nutzen.“ Unterm Strich, fügt er hinzu, setzen Kunden die Cloud Platform wegen der Out-of-the-Box-Integration von SAP HANA vermehrt ein.

Pezzini berichtet von Kunden, die die Plattform in erster Linie für die Entwicklung neuer Cloud-basierter Anwendungen einsetzen, die sich über eine Schnittstelle an ein lokales SAP ERP ankoppeln. „Wir haben zum Beispiel Kunden, die ein Callcenter oder E-Commerce-Anwendungen in der Cloud mit der Cloud Platform aufbauen und dies mit einem On-Premises SAP-System integrieren“ sagt er. „In einigen Fällen wird noch experimentiert, aber andere setzen bereits ernsthafte, geschäftskritische Anwendungen auf Basis der Cloud Platform ein.“

Interessanterweise sagt Pezzini, dass einige Unternehmenskunden, darunter auch SAP-Kunden, mehr als nur eine PaaS-Lösung verwenden. „Ich habe zum Beispiel mit einem Fertigungsunternehmen gesprochen, das drei PaaS-Anbieter nutzt – SAP für SAP-zentrierte Anwendungen, Salesforce.com für Salesforce-Anwendungen und schließlich Amazon“, so Pezzini. „Ich glaube, das wird künftig typisch für viele Firmen sein. Nur wenige Unternehmen werden sich auf eine einzige Plattform beschränken können.“

Der SAP-Store und der Aufstieg von Drittanbieter-Apps

Bei den Bemühungen von SAP um die Cloud Platform stehen vor allem Drittanbieterentwickler im Zentrum. SAP will sie ermutigen und dabei unterstützen, Erweiterungen, Plug-ins und Anwendungen bereitzustellen, die Daten aus SAP-Systemen verwenden. Ein Start-up namens EnterpriseJungle hat die Cloud Platform beispielsweise dafür verwendet, um ihre App direkt eingebettet in SuccessFactors zu liefern.

EnterpriseJungle ist eine Knowledge Management Engine, die personalisierte Inhalte an Unternehmensmitarbeiter liefert. Damit will sie diese bei der Suche nach Experten und wichtigen Inhalten aus der eigenen Organisation unterstützen. Zum Beispiel ermöglicht das EnterpriseJungle-Tool Who can help me? eine visuelle Suche nach Mitarbeitern mit bis zu 150 Suchfiltern.

Allerdings musste EnterpriseJungle nicht zwangsläufig mit der Cloud Platform erstellt werden, mit anderen PaaS-Anbietern wäre dies ebenfalls möglich gewesen. Warum also hat EnterpriseJungle die SAP-Plattform gewählt?

„Wir haben für uns als Start-up gute Chancen darin gesehen, um Lösungen zu liefern und glauben, dass diese am besten in einem SAP-Unternehmen eingesetzt werden können – auf eine Art und Weise, wie sie noch nie zuvor zur Verfügung stand“, sagt James Sinclair, Mitbegründer von EnterpriseJungle. Da EnterpriseJungle ein Start-up ist, wollte das Unternehmen ein Ökosystem haben, das seinem treuen Kundenstamm den Zugang ermöglicht.

Sinclair erklärt, dass seine Firma mit der Cloud Platform auch kundenspezifische Prototypen für SAP-Kunden entwickeln konnte. „Jetzt können wir designorientierte Lösungen schnell und ohne Einschränkungen liefern“, sagt Sinclair. „Die Integrationsmöglichkeiten in das mobile Umfeld und in die bestehenden Infrastrukturen und Technologien sind fantastisch.“

Da SAP die Komponenten für die Integration und die Sicherheit geliefert hat, wird laut Sinclair der Aufwand, den sein Team und der Kunde bisher in Compliance und Reviewing legen mussten, stark reduziert. „Der Verkaufszyklus und die Implementierung konnten stark beschleunigt werden."

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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