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Mobile-Cloud-Apps im Vergleich mit nativen Anwendungen

Ob sich Entwickler für native oder mobile Cloud-Apps entscheiden sollen, hängt vom Einsatzgebiet der Software ab. Beide haben Vor- und Nachteile.

Derzeit herrscht erhebliche Uneinigkeit darüber, welche Art mobiler Anwendungen besser ist – native oder Cloud Apps. Um diese Kontroverse zu verstehen, ist es erst einmal wichtig, die Unterschiede im Hinblick auf die Entwicklung mobiler Cloud-Anwendungen und nativer Apps zu kennen.

Eine native App wird direkt auf dem Mobilgerät installiert und die Entwickler erstellen jeweils eine separate Version für jeden Gerätetyp. Sie kann bereits bei Auslieferung auf dem Gerät installiert sein oder aus einem privaten oder öffentlichen App-Store heruntergeladen und installiert werden.

Eine native App wird für ein bestimmtes Gerät und dessen Betriebssystem entwickelt. Ihre Daten werden zumeist ebenfalls auf dem Gerät gespeichert, obwohl auch eine externe Speicherung der Daten möglich sind. Abhängig vom Typ der nativen App kann eine Verbindung zum Internet überflüssig sein.

Native Apps besitzen die Fähigkeit, gerätespezifische Hard- und Software zu nutzen. Dadurch können sie technische Neuerungen wie GPS (Global Positioning System) oder die Kamera auf diesen Geräten nutzen. Dies kann als Vorteil nativer Apps gegenüber solchen in der mobilen Cloud angesehen werden.

Mobile-Cloud-Apps ähneln eher webbasierten Anwendungen. Die wichtigste Ähnlichkeit besteht darin, dass Cloud-Apps wie Web-Apps auf Servern und damit außerhalb des Mobilgeräts laufen. Deshalb ist die Nutzung eines Browsers zur Anzeige und Verwendung der Benutzer-Oberfläche (UI) auf dem Mobiltelefon erforderlich. Außerdem sind diese Apps zumeist für mehrere unterschiedliche Gerätetypen ausgelegt, während sich native Apps jeweils nur für einen eignen.

Mobile-Cloud-Apps müssen nicht auf das Mobiltelefon heruntergeladen und installiert werden, sondern die Anwender sehen das UI der App in einem Browser-Fenster auf ihrem Mobilgerät. Zur Nutzung mobiler Apps, die in einer Cloud laufen, ist eine Internetverbindung erforderlich. Wenn Daten zwischen einem Smartphone und einer mobilen Cloud-App übertragen werden, dann geschieht dies normalerweise mittels JSON über HTTP.

Mobile-Cloud-Anwendungen können native Apps sein, die für die Ausführung in der Cloud umgeschrieben wurden. Ebenso kann es sich um speziell für Mobiltelefone entwickelte Apps oder Drittanbieter-Apps handeln, die von einer externen Quelle in die Cloud geladen werden. Manche Unternehmen bieten sowohl native als auch Cloud-Versionen ihrer Apps an.

Unterschiede zwischen mobilen Cloud-Apps und nativen Apps
Die Unterschiede im Erscheinungsbild einer nativen App, verglichen zu einer mobilen Cloud-App, sind im Grunde offensichtlich. Zu den für die Entwicklung relevanten Unterschiede zwischen mobilen Cloud-Apps und nativen Apps zählen:

  • Die Umgebung der mobilen Apps: Mobiler Cloud-Server oder Mobilgerät
  • Look and Feel: Für native Apps ist es nativ, im Fall mobiler Cloud-Apps wird es emuliert. Native Apps ermöglichen zum Beispiel native iOS-Benachrichtigungen, während mobile Cloud-Apps das nicht unterstützen.
  • Zugriff auf geräteeigene Funktionen: Native Apps verfügen über einen direkten Zugriff auf Geräte-Funktionen wie GPS, Kamera, Bewegungssensoren und Audio-Ausgabe. Mobile-Cloud-Apps können den Zugriff auf einen Teil dieser Funktionen über APIs realisieren, die direkt in das Gerät hinein reichen.
  • UI-Geschwindigkeit: Native Apps laufen in der Regel schneller, weil mobile Cloud-Apps die Benutzeroberfläche durch den Browser des Mobilgeräts darstellen. Eine native App-Oberfläche läuft auf dem Mobilgerät und kommt ohne Browser-Overhead aus.

Die Entscheidung, eine mobile Cloud-App anstelle einer nativen App zu entwickeln, hängt häufig davon ab, ob der Entwickler bereit ist, im Tausch gegen die Nutzbarkeit auf verschiedenen Geräten auf einen Teil der Funktionalität zu verzichten.

Entwicklungsprozess bei nativen und mobile Cloud-Apps

Bei nativen Apps gibt es für jede Plattform zur Anwendungsentwicklung wie iOS oder Android einen eigenen Entwicklungsprozess und eine eigene, native Programmiersprache: Java (Android), Swift (iOS, früher Objective-C) und Visual C++ (Windows Mobile).

Für native Apps gibt es normalerweise Tools zur App-Entwicklung, zum Beispiel das iOS Software Development Kit von Apple, Android-Entwicklungstools von Google und Microsofts .NET Compact Framework. Auch Sybase und PhoneGap stellen Entwicklungstools für native Apps zur Verfügung. Im Gegensatz dazu sind die Entwicklungstools für mobile Cloud-Apps nicht an ein bestimmtes Smartphone-Betriebssystem gebunden.

Mobile Cloud-Apps werden in HTML5, CSS3, JavaScript oder andere serverseitigen Sprachen wie C++ geschrieben. Ebenfalls stehen Entwicklern Frameworks für Webanwendungen wie PHP, Rails oder Python zur Verfügung. Sowohl für native als auch mobile Cloud-Apps sind Tools und Frameworks verfügbar, die das Entwickeln von Software für eine Vielzahl von Betriebssystemen und Webbrowsern unterstützen.

Mit der Entwicklungsplattform von Apple können Entwickler nativer Apps iOS-Benachrichtigungen nutzen, um zum Beispiel einen Audio-Alarm auszugeben oder eine visuelle Warnmeldung oder ein Banner auf dem Bildschirm anzuzeigen. Mobile Cloud-Apps können nur auf einen Teil solcher nativen oder internen Funktionen und Informationen von Mobilgeräten zugreifen. Dieser Zugriff erfolgt in der Regel über ein API.

Was es bei Mobilanwendungen zu berücksichtigen gilt

Es gibt eine Reihe von Fragen, die man sich vor dem Erstellen einer mobilen App stellen sollte. Dazu gehören:

  • Wie viele unterschiedliche Geräte-Plattformen wollen Sie unterstützen?
  • Verfolgen Sie eine BYOD-Strategie (Bring Your Own Device)?
  • Müssen Sie spezielle Hardware- oder Softwarefunktionen des Geräts nutzen?
  • Wie wichtig ist das Thema Sicherheit?
  • Worin besteht der Zweck der Anwendung?
  • Wie wichtig ist die Datenintegration zum übrigen System?

Falls die Kompatibilität über mehrere Plattformen hinweg – wie zum Beispiel im Fall einer BYOD-Strategie – wichtig ist, dann sind Cloud-Apps die bessere Wahl. Wenn Sie jedoch eine Business-App benötigen, die möglichst viele geräteeigene Funktionen verwendet, dann führt der Weg aller Wahrscheinlichkeit nach über die native App.

Sicherheit ist die größte Schwäche von Mobilgeräten. Ihre Tragbarkeit und Größe sind der Grund, dass sie häufiger verloren gehen oder gestohlen werden als beispielsweise Notebooks. Native Apps, die von außen auf geschäftliche Daten zugreifen und diese dann auf dem Gerät belassen, sind ein großes Risiko für den Fall, dass ein Gerät verloren geht oder gestohlen wird. Die Daten mobiler Cloud-Apps dagegen werden in der Cloud und nicht direkt auf dem Gerät gespeichert. Deshalb stellt ein verloren gegangenes oder gestohlenes Gerät ein deutlich geringeres Risiko dar.

Falls Sie geschäftliche mobile Apps für interne Zwecke oder zur Verwendung durch Kunden erstellen und Sie deshalb viele unterschiedliche Mobilgeräte unterstützen müssen, dann sind Cloud-Apps eine gute Wahl. Wenn Sie dagegen Apps für den freien Verkauf erstellen, dann ist eine native App eine gute Idee. Denn die kann in einem oder mehreren App-Stores platziert werden, die regelmäßig von Kunden besucht werden.

Wenn mobile Geschäftsanwendungen auf Datenbanken zugreifen, was die meisten natürlich tun, müssen Sie die Apps in Ihr aktuelles System integrieren. Diese Aufgaben ist – ähnlich wie die Integration eines CRM- oder ERP-Produkts – nicht einfach. In solchen Fällen sind wieder Cloud-Apps die bessere Wahl. Denn Ihre Apps laufen dann in derselben Cloud wie der Rest des Systems – und nicht etwa auf einem externen mobilen Gerät, das in einer von der Cloud nicht unterstützten Sprache programmiert wurde.

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Artikel wurde zuletzt im November 2012 aktualisiert

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