Die erfolgreiche ERP-Implementierung hängt von der richtigen ERP-Philosophie ab

Die Implementierung eines ERP-Systems wird meist an gewisse Hoffnungen geknüpft. Doch der Erfolg hängt am Ende von der eigenen ERP-Philosophie ab.

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ERP-Systeme

Der Versuch, verschiedene Enterprise-Software-Pakete zu integrieren, lässt bei manchen Anwendern Verschwörungstheorien...

aufkeimen. Todd Park ist Vize-Präsident der IT-Abteilung bei W&W/AFCO Steel, einem Stahlhersteller aus Oklahoma City. Sein Unternehmen hat drei Enterprise-Software-Pakete. Die Integration eines Enterprise-Resource-Planning- (ERP-) Systems ist somit kein Spaß. Park erklärt, dass sie schon häufiger versucht haben, Standards für den Import von Daten aus einer Anwendung in eine andere zu definieren – doch dadurch bricht das System zusammen.

Warum? Laut Park sind unter anderem Bugs, Software Upgrades und kleine Datenänderungen dafür verantwortlich. „Plötzlich befindet sich ein zusätzliches Leerzeichen nach einem Komma und alle Felder stimmen nicht mehr überein“, sagt er. „Das ist ein kontinuierliches Problem.“

Wie lautet also Parks Verschwörungstheorie? Nun gut, Verschwörungstheorie ist vielleicht der falsche Begriff. Aber Park hat einen Verdacht. Er denkt, dass Softwareanbieter häufig Updates veröffentlichen, ohne sich wirklich Gedanken über die Qualität oder die Abwärtskompatibilität zu machen. Wenn ihre Kunden dann Probleme bei der ERP-Integration haben, kann der Anbieter die hohen Wartungskosten rechtfertigen, um alles wieder zum Laufen zu bringen.  „Die sind alle gleich“, sagt Park. „Sie müssen so weitermachen, um Wartungskosten zu rechtfertigen und die Zahl der Zwischenfälle hoch zu halten.“

Die Integration eines ERP-Systems kann Unternehmen wie das von Park ziemliche Kopfschmerzen verursachen. Glaubt man dem Panorama Consulting Solutions 2013 ERP Report, ist einer der Hauptgründe für die Implementierung eines ERP-Pakets ein besser integriertes System über mehrere Standorte hinweg. Auf den Plätzen eins und zwei stehen die Verbesserung der Business-Performance und der Austausch des alten ERP-System. Ebenfalls Punkte, die mir der Integration zusammenhängen. Gleichzeitig nannten die meisten Teilnehmer der Umfrage die Verfügbarkeit von Informationen als größten Vorteil, wenn es um die Implementierung von ERP geht.

Eine ERP-Integrations-Philosophie haben

Patricia Dues denkt bei ERP nicht an Software. Für die stellvertretene CIO von Las Vegas ist ERP eine Philosophie. Ihrer Meinung nach haben Anbieter eine ERP Philosophie, Anwender sollte daher auch eine haben. Einige Hersteller konzentrieren sich auf kleine Nischen des ERP-Marktes. Zum Beispiel ist einer der Anbieter, die W&W/AFCO Steel verwendet, Sage Construction und Real Estate (früher: Timberline), ein Softwarepaket für Finanzbuchhaltung, dass sich an die Bau- und Immobilienbranche richtet. Eine spezielle Nische.

Auf der anderen Seite wollen große Anbieter, wie zum Beispiel SAP und Oracle, ERP für jeden anbieten. SAP hat ERP-Pakete für den Finanzbereich, das Personalwesen und den Betrieb – und das sind nur Überkategorien, die wiederum Unterpakete beinhalten.

Jede Philosophie hat ihre Vor- und Nachteile. Wird ein Produkt verwendet, wie zum Beispiel die Anwendung von Sage, erhält man eine Software, die für bestimmte Aufgaben in einer speziellen Branche entworfen wurde. Die großen ERP Anbieter haben sich ihren Weg in vertikale Wirtschaftsbereiche dagegen durch Entwicklung und Akquisitionen erarbeitet. Allerdings sind sie damit nicht unbedingt auf einem Level mit einem Best-of-Breed-Produkt, dass sich seit Jahren auf eine Nische konzentriert. Der Nachteil ist, dass es viele verschiedene Nischen-Anwendungen gibt. Die IT-Abteilung verbringt somit viel Zeit mit der ERP-Integration, da sie Arbeitsabläufe entwickeln muss, um Daten miteinander teilen zu können.

Wird ein großes ERP-Produkt verwendet, muss man sich nur mit einem Anbieter auseinandersetzen, wenn es zu Problemen kommt. Zudem ist die ERP-Integration im Idealfall einfach, da es theoretisch nur eine Anwendung ist. Allerdings ist das nicht immer der Fall. Oracle hat beispielsweise sein Software-Portfolio durch zahlreiche Akquisitionen aufgebaut und vertreibt die Programme unter einem Logo. Doch der aufgedruckte Name bedeutet nicht, dass die dahinter arbeitende Technologie gut zusammen funktioniert. Das ist ein Grund, warum Oracle viel Zeit und Geld investiert hat, um seine Plattform Fusion Middleware zu entwickeln, die verschiedene Oracle-Apps miteinander verbindet.

Dues erklärt, dass die Arbeit für eine Regierungsbehörde wie die Stadt Las Vegas bedeutet, nicht nur einen Anbieter nutzen zu können. „Wir versuchen aber, soviel wie möglich von einem Hersteller zu kaufen, da die Integration einfacher ist“, erläutert sie. „Das ist der Grund, wie unsere ERP-Philosophie zustande kam.“

Die Arbeit mit verschiedenen Anwendungen ist fast unvermeidlich, wie das Beispiel von Dues zeigt. Wenn jemand in Las Vegas verhaftet wird, registriert die Behörde ihn im Gerichtssystem mit Software von Motorola (OffenderTrak). Für Dues und ihre Kollegen wäre es angenehmer, wenn sie einen ERP-Anbieter verwenden könnten, der alle Aspekte der öffentlichen Sicherheit abdeckt. „Aber wir haben keinen gefunden, der alle Bedürfnisse erfüllt.“

OffenderTrak erzeugt einen Datensatz über eine verhaftete Person, der in eine spezifische Anwendung des Gerichts übertragen wird. Die Daten begleiten einen durch das gesamte Gerichtssystem hindurch. Inzwischen hat Las Vegas einen Service mit den gespeicherten Informationen über die Sicherheit der einzelnen Stadtviertel. Die Stadt hat sich hierfür eine spezifische Anwendung gekauft, die Daten von Motorola OffenderTrak importiert – diese zeigen dem Anwender, wo ein Verbrechen stattgefunden hat. „All diese Dingen müssen zusammenkommen, um am Ende einen Bericht erstellen zu können“, so Dues.

Machen Sie sich für die Cloud-ERP-Integration bereit

Neben diesen Punkten erscheinen auch Cloud-Anwendungen, die in ein ERP-System integriert werden müssen, immer stärker auf dem Radar. Nach Angaben von Floyd Teter, leitender Vize-Präsident von Strategie und Produkten bei EiS Technologies und ein bekannter Oracle-Experte, ein kaum zu unterschätzendes Problem.

Teter sagt zwar, dass Oracle die Anwendung GoldenGate für Replikationen und Oracle Data Integrator für die Big-Data-Migration hat. Aber beide sind schwer zu handhaben, wenn der Cloud-Provider keinen Zugang zu den Datenbanken in der Cloud erlaubt. Der Cloud-Anbieter bietet eventuelle ein Software-as-a-Service- (SaaS-) Modell an, das den Kunden mit Anwendungen versorgt, aber keine Backend-Kontrolle ermöglicht. Der Anbieter gibt höchstens in regelmäßigen Abtänden Daten an seine Kunden weiter.

„Einmal im Quartal oder einmal im Monat erhält man damit seine Daten. Die Anbieter wollen das nicht weiter hochschrauben“, so Teter. „Mehrmals täglich wäre aber nötig.“ Er fügt hinzu, dass Web-Services, wie zum Beispiel Representational State Transfer (REST) and Simple Object Access Protocol (SOAP) nicht dafür geschaffen sind, große Datenmengen zu bewegen. „Das verlangsamt die Leistung und ist eines der größten Probleme“, erklärt Teter. „Ich denke, wenn die Cloud reif ist, werden die Anbieter auch das erkennen. Doch heute ist es eine der größten Hürden.“

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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