Diese Änderungen hält das Release von Microsoft Exchange Server 2016 bereit

Exchange 2016 hinterlässt für viele lediglich den Eindruck eines Service Packs. Erfahren Sie, welche Änderungen es ins Finale Release geschafft haben.

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Exchange-Management

Microsoft hat im Herbst 2015 mit Exchange Server 2016 den On-Premise-Nachfolger von Exchange Server 2013 auf den...

Markt gebracht. Das Release enthielt viele Neuerungen, die mit Spannung erwartet wurden – die meisten der Änderungen entstammen den aktuellen Entwicklungen in Exchange Online als Teil von Office 365. Neben ein paar angenehmen gab es auch unangenehme Überraschungen.

Wie sich auf der Microsoft Ignite 2015 und anschließend mit der Veröffentlichung der Exchange 2016 Preview abzeichnete, ist die Hauptversionsnummer von Exchange 2016 unverändert geblieben: Wie bei seinem Vorgänger ist die Build-Nummer für Exchange 2016 15 – sein Vorgänger bleibt bei 15. Dies hatte zur Folge, dass einige Administratoren das Exchange 2016 Release lediglich als Service Pack und nicht als völlig neues Produkt ansahen. Schnell machte das Exchange 2016 Release mehr oder weniger als Exchange 2013 Service Pack 2 die Runde. Aus dem Grund können IT-Organisationen, die über eine Migration auf Exchange 2013 nachdenken, beschließen, Exchange 2013 zu überspringen, und unmittelbar auf Exchange 2016 wechseln.

Das Beibehalten der gleichen Hauptversionsnummer hat auch einige Probleme geschaffen. Beispielsweise nutzen einige Skripte die Hauptversionsnummer nur um zu bestimmen, unter welcher Exchange-Version sie ausgeführt werden.

Schlimmer noch, dem Exchange-Entwicklungsteam passierte auch ein kleines Missgeschick: Sie können Database Availability Groups (DAGs) mit gemischten Exchange 2013 und Exchange 2016 Mitgliederservern erstellen, und diese DAGs werden nicht unterstützt. Aufgrund von Unterschieden in der internen Datenbankstruktur könnte dies auch Datenbanken beschädigen. Bis Microsoft dies in einem Update von Exchange 2013 sowie Exchange 2016 löst, sollten Sie dieses Problem mit strengen Verfahrensabläufen oder technisch mit Cmdlet Extension-Agents verhindern.

Änderungen in Exchange 2016

Ein großer Vorteil des Exchange 2016 Releases – zurückzuführen auf das Microsoft-Prinzip „jeder Server ist eine Insel“ – ist, dass es einen flexiblen Upgrade-Pfad von Exchange 2013 anbietet. Sie können sich für ein Down-Level- oder Up-Level-Migrationsszenario entscheiden. Das bedeutet, Exchange 2016 kann den Datenverkehr für Exchange 2013 übernehmen und umgekehrt. Damit ist es möglich, eine Mischung aus Exchange-2016- und Exchange-2013-Servern bereitzustellen, auch auf Load-Balancing-Ebene. Die Notwendigkeit, zuerst mit dem Internet verbundene Server zu aktualisieren, entfällt dadurch.

Eine weitere architektonische Veränderung ist die Multi-Role-Serverbereitstellung. Diese erfolgt durch das Entfernen der Option, den Client Access Server der Mailbox-Server-Rollen individuell zu nutzen. Seit Exchange 2010 ist dies die bevorzugte Architektur, so dass diese Betonung der Multi-Role-Serverbereitstellung im Exchange 2016 Release nicht überrascht.

Die bevorzugte Architektur für Exchange 2016 empfiehlt nun auch das robuste Dateisystem (Resilient File System) zum Speichern von Exchange-Datenbanken und Protokolldateien, was in Exchange 2013 noch optional war.

Was wurde nicht übernommen?

Ein Feature, das unerwartet nicht in Exchange 2016 RTM aufgenommen wurde, ist die Suchindexierung aus passiven Datenbankkopien. Diese Funktion wird künftig wahrscheinlich in einem kumulativen Update eingeführt werden. Ein weiteres Merkmal, das in der Preview, aber nicht im Exchange 2016 Release verfügbar ist, sind Auto-Expanding Archive, die archivierte Mailboxen automatisch anpassen, wenn sie größer werden. Auto-expandierende Archive stehen in Exchange Online zur Verfügung.

Ein neues Feature in der Webversion von Outlook sind direkte Ports von Exchange Online. Dazu gehören Fähigkeiten wie Sweep, Pin und Undo. In Verbindung mit dem Office Online Server 2016 – früher bekannt als Office Web Apps Server – ermöglicht Exchange 2016 Webanwendern von Outlook Anhänge Seite für Seite anzuzeigen und zu bearbeiten. Dabei nutzt Exchange den Office Online Server, um die Anlagen zu bearbeiten. Der Office Online Server 2016 befindet sich derzeit noch im Preview-Status.

Ein weiteres Merkmal, das von Office 365 übernommen wurde, ist ein Feature namens Modern Attachments. Diese Funktion ermöglicht es Benutzern, Anhänge zu versenden, indem sie diese auf Microsoft OneDrive for Business speichern. Die E-Mail enthält einen Link auf den Anhang und der Sender kann dazu Informationen angeben, wie zum Beispiel, ob der Empfänger die Anlage bearbeiten darf. Dies erfordert Sharepoint 2016, das sich derzeit ebenfalls noch im Preview-Status befindet.

Eine kleinere Änderung in Exchange 2016 ist, dass nun MAPI/ HTTP das Standardprotokoll für Outlook-Clients ist, um eine Verbindung herzustellen. MAPI/ HTTP erfordert Outlook 2013 SP1 oder höher. Ältere Clients können auf traditionelle Outlook-Anywhere-Verbindungen (RPC/ HTTP) zurückgreifen. Das Ziel von MAPI/ HTTP ist, Outlook beim Start und während der Arbeit über unzuverlässige Wi-Fi-Verbindungen anwenderfreundlicher zu machen.

Mit der Verfügbarkeit von Exchange 2016 sind einige Dinge auch veraltet. Zum Beispiel wird weder Outlook 2007 weiter unterstützt, noch die Koexistenz mit dem Exchange Server 2007. Software von Drittanbietern, die MAPI/ CDO-Bibliotheken verwenden, um sich mit Exchange zu verbinden, werden ebenfalls nicht mehr funktionieren.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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