Echtzeitanalyse bringt BI-Daten direkt in den Geschäftsbetrieb

Auf BI-Daten durch Echtzeitanalyse sofort zugreifen zu können, kann ein entscheidender Vorteil sein. Aber nicht alle Unternehmen profitieren davon.

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BI-Technologie

Unternehmen sind stets darauf aus, ihre geschäftliche Performance zu verbessern und sich Vorteile gegenüber Konkurrenten...

zu verschaffen. Dazu nutzen sie die Möglichkeiten von Business Intelligence und Analytik-Werkzeugen zunehmend nicht mehr nur für strategische Planung, sondern auch für operative Entscheidungen in Echtzeit.

Echtzeit-Analytik – auf Englisch auch als Operational Intelligence bezeichnet – gilt seit einiger Zeit als logischer nächster Schritt bei BI-Installationen. Trotzdem, so sagen Berater, befindet sich die technische Reife von Echtzeit-Werkzeugen noch in einem frühen Stadium. Implementationen sind deshalb vor allem in großen Unternehmen mit hohen IT-Budgets und viel Auswahl an BI- und Analytik-Profis im eigenen Haus zu finden.

„Einfache Arten von Echtzeitanalyse müssten in das Budget von fast jedem Unternehmen passen“, sagt Roy Schulte, Analyst bei Gartner Inc. im US-Bundesstaat Connecticut. Als Beispiel nennt er ein Business-Dashboard, das alle fünf Minuten aktualisiert wird und so die Zahl der eingehenden Kunden-Anrufe im Kontaktzentrum eines Unternehmens überwacht. Leistungsfähigere Systeme für Echtzeit-Analytik allerdings „können hunderttausende Dollars an Lizenzkosten und ein Vielfaches davon an Personal-Kosten für Entwicklung und Installation bedeuten“, sagte Schulte.

Technologie für Echtzeit-BI gibt geschäftlichen Nutzern oder automatischen Systemen sofortigen Zugriff auf operative Daten, wie Schulte erklärt. Das Ziel dabei: Analytik-Anwendungen sollen auf Geschäftsprozesse angewendet werden, für die es nur ein begrenztes Zeitfenster gibt oder die schnelle Reaktionen auf Ereignisse und veränderte Umstände erfordern.

Schnelle Sonderangebote mit Echtzeit-Werkzeugen

In diesem Szenario kann ein System für Echtzeit-BI zum Beispiel einem Kundendienst-Mitarbeiter bei einem Angebot für Cross-Selling oder Up-Selling helfen; Grundlage dafür kann die Aktivität eines Kunden auf der Website des Unternehmens sein oder etwas, das er bei einem Telefon-Gespräch gesagt hat. „In jedem großen Unternehmen gibt es eine Reihe von Anwendungen, bei denen die Geschäftsprozesse intelligenter und effektiver wären, wenn Echtzeit-Analytik zum Einsatz käme“, sagte Schulte.

Die sinkenden Kosten für Rechenleistung und die zunehmende Verfügbarkeit entsprechender Werkzeuge bedeuten: Es wird einfacher, den Einsatz von Echtzeit-Analytik jenseits traditioneller Anwendungsfälle in Call-Centern sowie Finanz- und Handelsanwendungen zu rechfertigen. Darauf verweist John Myers, leitender Analyst für BI und Data-Warehousing bei Enterprise Management Associates, einem Marktforschungs- und Beratungshaus im US-Bundesstaat Colorado.

„Die Eintrittsbarrieren werden niedriger, und dadurch ergeben sich ganz neue Bereiche, in denen die Leute aktiv werden können“, sagt Myers. So könne ein Einzelhändler Echtzeit-Analytik bis herunter auf die Ebene seiner Registrierkassen bringen. In diesem Fall würde das Analytik-System einfache Hinweise an den Kassierer ausgeben, Kunden spezielle Angebote zu machen; die Grundlage dafür wären der aktuelle Einkauf sowie frühere Käufe und Risiko-Bewertungen zur Zahlungshistorie.

In der Lage zu sein, BI-getriebene Entscheidungen noch während laufender Ereignisse zu treffen, kann besonders dann wichtig sein, wenn die Kunden-Zufriedenheit auf dem Spiel steht. „Früher konnten Unternehmen etwa alle drei Monate in ihren Leistungskennzahlen nachschauen, wie sie sich machen“, sagt John Crupi, Chief Technology Officer bei JackBe Corp., einem Anbieter von Echtzeit-Analytiksoftware aus dem US-Bundesstaat Maryland. Heute sehe es ganz anders aus: „Wenn es ein Problem gibt, das Kunden betrifft und Sie das ein paar Wochen lang nicht merken, werden Sie diese Kunden nicht mehr lange haben“.

Echtzeit ist nicht immer passend für BI

Allerdings ist Business Intelligence und Analytik in Echtzeit trotz des großen Potenzials nicht für jedes Unternehmen und jeden Business-Case geeignet. Organisationen sollten überlegen, ob es wirklich positive Auswirkungen auf ihr Geschäft hat, wenn sie ihren Beschäftigten Zugriff auf die aktuellsten Daten geben. Möglicherweise werden sie auch nur mit weitgehend nutzlosen Daten überschwemmt.

„Nicht für jeden Fall braucht man Echtzeit-Daten“, sagt Lyndsay Wise, President und Gründerin von WiseAnalytics, einer Beratungsfirma mit dem Spezialgebiet BI und Daten-Visualisierung für mittelgroße Unternehmen. „Es kommt nicht darauf an, wie schnell Sie die Daten brauchen, sondern darauf, was Sie mit den Daten vorhaben und wo es Handlungsbedarf gibt“.

So könnte ein Online-Händler profitieren, wenn er mit Hilfe von Echtzeit-Analytik Kunden besser bedienen oder seine Lagerbestände effektiver verwalten kann, sagt Wise. Weniger hilfreich sei es, Führungskräften Verkaufszahlen in Echtzeit oder Fast-Echtzeit zur Verfügung zu stellen, wenn diese Informationen nicht zum sofortigem Handeln auf ihrer Seite führen. Um also den Bedarf an Echtzeit-Fähigkeiten korrekt abzuschätzen, sollten Organisationen sich intensiv mit der Frage von „Ursache und Wirkung“ bei vorgeschlagenen Installationen beschäftigen, sagte die Beraterin.

Beth Stackpole ist als freiberufliche Autorin seit mehr als 25 Jahren an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wirtschaft tätig und schreibt für viele unterschiedliche Publikationen und Websites.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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