FAQ: Basiswissen Enterprise Resource Planning (ERP)

Diese fünf FAQs zum Thema Enterprise Resource Planning (ERP) brennen vielen Unternehmen unter den Nägeln. Wir erläutern grundsätzliches zum Thema ERP.

Dieser Artikel behandelt

ERP-Systeme

Was ist Enterprise Resource Planning (ERP)?

Enterprise Resource Planning (ERP) ist ein Softwaresystem, das entwickelt wurde, um die wichtigsten Komponenten...

eines Unternehmens zu verwalten. Ein Manager kann im ERP beispielsweise den Status eines Fertigungsauftrags prüfen. Gleichzeitig kann ein Personalverantwortlicher auf Mitarbeiter- und Lohndaten zugreifen. LKW-Fahrer haben wiederum die Möglichkeit, ihre Aufräge im ERP-System in Echtzeit zu aktualisieren. Die ERP-Anwendungsszenarien sind praktisch grenzenlos.

ERP-Systeme verwenden in der Regel eine relationale Datenbank, die transaktionale Geschäftsdaten sammelt und in Tabellen einordnet. Die automatische Einsortierung der Daten erlaubt es Anwendern, gewünschte Informationen schneller aus dem System zu ziehen und zu analysieren. Unternehmen implementieren meist ein ERP-System, um ihre Geschäftziele zu erreichen, egal ob diese finanz- oder leistungsorientiert sind. Die Funktionen von ERP sind vielfältig, da es für fast jeden Unternehmensbereich Module anbietet, mit denen sich Daten erstellen und verwenden lassen.

Der größte Vorteil von ERP ist der Echtzeit-Einblick in das Geschäft. Die Bereitstellung von sekundengenauen Informationen über verfügbare Ressource und den Fortschritt bei Aufträgen sowie Anfragen, ermöglicht es Unternehmen agil zu sein und schnell auf Veränderungen zu reagieren. Der Einblick endet dabei nicht in den eigenen vier Wände. Per ERP kann man sich mit externen Zulieferern, Partnern, Spediteuren oder anderen involvierten Partner verbinden.

Was sind die häufigsten Module in einem ERP-System?

ERP-Systeme sind bekannt dafür, eine breite Palette an Modulen zu beherbergen. ERP unterstützt in der Regel die meisten Funktionen eines Unternehmens.

Jeder ERP-Anbieter - ob Microsoft, SAP, Oracle oder Epicor - bietet eigene Ideen für ein Standard-System an. Es gibt aber Module, die in fast jeder Suite erscheinen. Dazu gehören Module für Customer Relationship Management (CRM), Human Resources (HR) und Human Capital Management (HCM), Finanzmanagement und Buchhaltung, Product Lifecycle Management (PLM), Projektmanagement, Auftragsmanagement, Anlagenwirtschaft, Lagerverwaltung und in Systemen für Fertigungsunternehmen Module für Supply Chain Management (SCM). Kleinere ERP-Anbieter bieten in der Regel speziellere Systeme an, die sich an eine bestimmte Branche richten.

Ist ein ERP-System immer On-Premise?

Nein. Während sich traditionelle ERP-Softwarepakete zum größten Teil im Unternehmen befinden, möchte immer mehr ERP-Kunden ihre IT-Abteilung sowie Infrastruktur entlasten. ERP-Anbieter reagieren auf diese Veränderung am Markt mit neuen Angeboten.

Eine der beliebtesten Alternativen zu Inhouse-ERP-Systemen ist Software as a Service (SaaS) oder Cloud-ERP. Dabei nutzen die Kunden Cloud-Technologien, die von externen Anbietern gehostet und gewartet werden. Das Cloud-Modell ist vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) attraktiv, die nicht genug IT-Fachwissen und Personal haben, um das System zu implementieren. Cloud-Angebote sind meist flexibler, da Kunden benötigte Funktionen auswählen können statt für Module zu zahlen, die sie nicht nutzen. Es existieren allerdings einige Schwachstellen, die noch beseitigt werden müssen, bevor diese Cloud-Angebote etwas für jeden Kunden sind. Beispielsweise können Sicherheitsprobleme entstehen, wenn sich alle Daten – insbesondere sensible Finanzdaten oder Geschäftsgeheimnisse – in die Cloud befinden. Ein weiteres Problem: Wenn gehostete Server ausfallen, sind Kunden einer externen IT-Abteilung ausgeliefert. Ein Unternehmen muss daher genau überprüfen, ob die Vorteile der Cloud die Risiken überwiegen.

Ein zweistufiges ERP-System ist ebenfalls eine Alternative zu einem einzelnen Inhouse-System. In diesem Modell verwendet das Unternehmen eine große ERP-Implementierung, die sich über die gesamte Firma erstreckt. Gleichzeitig wird eine kleinere ERP-Implementierung für die Bedürfnisse einzelner Geschäftsbereiche eingesetzt. Dieses Modell eignet sich für Unternehmen mit vielen verschiedenen Fabriken, Abteilungen oder Niederlassungen. Das zweistufige System kann aus zwei Inhouse-Paketen oder einer Inhouse- und einer Cloud-ERP-Anwendung bestehen.

Wie unterscheidet sich ERP von MRP?

Material Requirement Planning (MRP) – Materialbedarfsplanung – ist der Vorgänger moderner ERP-Systeme. MRP wurde in den 1970er Jahren entwickelt und konzentrierte sich vor allem auf die Inventarisierung von Produktionsbestandteilen. Der Zweck eines MRP-Systems ist die Überprüfung, welche Bestandteile für die komplette Herstellung benötigt werden, wann sie bestellt werden müssen, damit es zu keiner Unterbrechung bei der Produktion kommt und wie viele Bestandteile im Lager vorrätig sind.

Viele Kunden verlangten irgendwann, diese Systeme zu erweitern, um andere Geschäftsbereiche, wie zum Beispiel Lohnabrechnung, Kapazitäten- und Terminplanung sowie Lieferantenmanagement, abzudecken. Material-Resouce-Planning-Systeme (oder MRP II) wurden daher entwickelt, um diese Anforderungen zu erfüllen.

Infolge der wachsenden Nachfrage von spezifischeren Geschäftsinformationen war ERP geboren. Während sich MRP und MRP II auf den Produktionssektor konzentrierten, unterstützen moderne ERP-Systeme unzählige Module. ERP ist mittlerweile eine Standardanwendung im Gesundheitswesen, Bildungsbereich, Handel, Versicherungswesen, Bankensektor und in Medienunternehmen.

Ist die Wahl eines ERP-Systems kompliziert?

Die Wahl einer ERP-Anwendung muss nicht schwer sein. Sie ist aber immer eine wichtige Entscheidung, da sie einen großen Einfluss auf das Geschäft hat. Unternehmen sollten darauf achten, Zielen und Anforderungen zu definieren, bevor sie die Anbieterlandschaft erkunden. Es gibt unzählige ERP-Anbieter, die den Markt mit neuen Produkten fluten. Das Wissen, welche Funktionen ein ERP-System abdecken muss, erleichtert die Auswahl des richtigen ERP-Systems erheblich.

Die Gründung eines eigenen ERP-Projektteams aus Mitarbeitern der IT-Abteilung und dem oberen Management ist ebenfalls ein muss, da kein Kauf in dieser Größenordnung nur von einer Person oder Abteilung getroffen werden sollte. Das ERP-System berührt alle Geschäftsbereiche und jeder Akteur sollte die Chance erhalten, Ideen und Anregungen mitzuteilen.

Wenn eine Firma ein Softwaresystem hat, das nicht durch das neue ERP ersetzt wird, muss dies in die Integrationsplanung einbezogen werden. Wege, die eine Integration in das ERP ermöglichen, machen den Zugang zu allen Unternehmensdaten einfacher. Schließlich ist es wichtig, den Umgang mit dem ERP-System zu schulen. Ein neues ERP-Paket bringt nicht nur technologische Veränderungen mit, sondern auch kulturelle. Die Mitarbeiter müssen in der Regel ihren Umgang mit dem System ändern.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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