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Ignite: Microsoft zeigt SQL für Linux und On-Premises Azure

Microsoft hat auf der Ignite die Fertigstellung seines SQL Servers für Linux, ein EU-DSGVO-konformes Office 365 und On-Premises Azure angekündigt.

Die allgemeine Verfügbarkeit von SQL Server 2017 für Windows und Linux gehört zu den ersten Ankündigungen, die Microsoft auf seiner Ignite-Konferenz in Orlando bekannt gab. SQL Server 2017 ist die erste plattformübergreifende Version des relationalen Datenbank-Management-Systems (RDBMS) und läuft auf Red Hat Enterprise Linux 7.3, Suse Linux Enterprise 12, Ubuntu 16.04, Docker-Containern sowie Windows Server 2012 und höher.

Das Linux-Release stellt dabei keine Portierung der Windows-Version dar, sondern führt den gleichen Code auf eine Plattform-Abstraktionsschicht. Zusammen mit der Linux-Version bietet SQL Server erweiterte Graphdatenbankfunktionen, neue Abfrage-Optimierungen mit dem Namen Adaptive Query Processing, und Python-Unterstützung in SQL Server Machine Learning Services (früher R-Services).

On-Premises Azure

Microsoft gab auch bekannt, dass die Azure Stacks von Dell EMC, HPE und Lenovo ausgeliefert werden. Azure Stack, mit dem Unternehmen virtuelle Maschinen (VMs) von Azure und anderer Azure-Dienste wie App Service, Azure Functions und Azure Container Service in ihrem eigenen Rechenzentrum betreiben können, wurde bereits im Mai 2015 Jahren vorgestellt.

In der ersten Version gibt es allerdings noch einige Einschränkungen. Zum Beispiel wird geografische Redundanz und Multi-Region-Skalierung nicht unterstützt, wenngleich dies für 2018 zugesagt wird. Systeme von Cisco und Huawei werden später ebenfalls folgen, teilte Microsoft mit.

Azure Stack ist auch deshalb ungewöhnlich, da Unternehmen die Hardware auf eigene Rechnung kaufen und die Lizenzierung über das Pay-as-you-go-Prinzip erfolgt, wie Microsoft in einem Whitepaper sowie in einem Blog-Beitrag zum neuen Angebot anmerkt: Da die Kunden die Betriebskosten übernehmen, sollen die Preise von Azure Stack in vielen Fällen niedriger sein als die von Azure.

Eine weitere Azure-Neuheit ist Azure Data Box für die Migration von bis zu 100 TB Daten zu Microsoft Azure per physischen Versand – ähnlich dem Konzept von AWS Snowball. Azure führte außerdem Azure Cost Management ein, das Technologie von Cloudyn verwendet, die Microsoft im Juni 2017 übernommen hat. Darüber hinaus gibt es eine neue Integration zwischen Azure Functions (Serverless Computing) und CosmosDB, dem verteilten NoSQL-Datenbankservice des Unternehmens.

Azure erhält ebenfalls Reserved Instances, bei denen die VM-Preise um bis zu 72% reduziert sind, wenn Kunden für ein bis drei Jahre im Voraus bezahlen. Dies ist ein weiteres Feature, das AWS-Kunden bereits bekannt ist.

Der Schritt für Office 365

Microsoft ist bestrebt, Kunden vom Wechsel von Office 365 zu Microsoft 365 zu überzeugen, wobei die Anwendung die Geräteverwaltung zur Enterprise Mobility Suite hinzufügt. Auf der Ignite kündigte der Softwareanbieter Microsoft 365 for Education (für den Bildungsbereich) und Microsoft 365 for Firstline Workers an. Letzteres richtet sich unter anderem an Vertriebsmitarbeiter, Kundendienstmitarbeiter, Fabrikarbeiter und medizinisches Personal. Diese Mitarbeiter repräsentieren rund 80 Prozent der globalen Belegschaft und sind laut Ron Markezich, Microsoft Corporate Vice President, „mit Technologie unterversorgt“.

Microsoft 365 wird auf Windows-10-S-Hardware unter anderem von HP, Lenovo und Fujitsu unterstützt, die ab rund 170 Euro erhältlich sein wird. Windows S ist so gesperrt, dass nur Anwendungen aus dem Windows Store installiert werden können. Dies kann Desktop-Softwarepakete einschließen, die Windows Desktop Bridge verwenden.

Markezich erklärt auf der Ignite außerdem, dass Microsoft die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU- DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft tritt, einhalten werde: „Wir werden sicherstellen, dass alles in Office 365 und Microsoft 365 bis zum Zeitpunkt der Implementierung DSGVO-konform ist.“ Das Unternehmen kündigte in diesem Zusammenhang auch eine Vorschau auf den Compliance Manager an, der ein automatisiertes Policy Mapping sowie Fortschritts- und Reporting Management ermöglicht.

Ein weiterer Service ist Bing for Business, der jetzt in einer Private Preview verfügbar ist, die Unternehmens- und Internetsuche auf Basis der Daten in Office 365 vereinheitlicht.

Microsoft Teams, ein auf Office-365-Gruppen basierender Collaboration-Dienst, bietet ab sofort über eine aktualisierte Skype-Infrastruktur Sprach-, Video- und Online-Meeting-Funktionen. Der bestehende Skype-for-Business-Client wird durch den Teams-Client ersetzt. Teams enthält dabei intelligente Funktionen wie Übersetzung und Spracherkennung.

Dynamics 365 mit neuen KI-Lösungen

Microsoft hat sein Dynamics-365-Angebot um KI-Lösungen ergänzt, die auf komplexe Geschäftsszenarien ausgelegt sind. Das Angebot stellt intelligente virtuelle Agenten für Kundenbetreuung sowie Tools für das Konversations-Management bereit.

Der Softwareanbieter bietet daneben neue modulare Apps in Dynamics 365 an. Die beiden ersten Apps, Attract und Onboard, sollen bei der Rekrutierung qualifizierter Kandidaten und bei einem personalisierten Onboarding neuer Mitarbeiter unterstützen. Die Apps werden noch dieses Jahr in Dynamics 365 for Talent integriert.

Geschäftsanwender, die mit InfoPath-Formularen, Access-Datenbanken und SharePoint vertraut sind, können Apps erstellen, die Geschäftsprozesse mit PowerApps und Microsoft Flow erweitern und automatisieren. Darunter fallen kundenspezifische Formulare in SharePoint genauso wie komplexe Liste für interne Abstimmungsprozesse mit Flow, SharePoint, OneDrive und Dynamics 365.

Microsoft kündigt schließlich eine Integration des LinkedIn Sales Navigators mit Dynamics 365 an. Damit stehen künftig Widgets für die Analyse von Beziehungsnetzwerken bereit. LinkedIn-InMails und –Nachrichten lassen sich zudem direkt aus Dynamics 365 for Sales verschicken.

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Nächste Schritte

Microsoft R Open und R Server für Analytics verwenden.

Big-Data-Verarbeitung mit Microsoft Azure SQL Data Warehouse.

Kostenloser E-Guide: Microsoft Dynamics 365 und Dynamics AX.

 

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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