Internet der Dinge: Wenn der Kühlschrank mit dem Smartphone spricht

Für Marktanalysten ist das Internet of Things (IoT) der nächste Hype. Doch Firmen tun sich schwer den Datenstrom zu bewältigen und zu analysieren.

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BA

Der Hype um das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) ist ungebrochen und nimmt noch zu. Einige Marktbeobachter...

meinen sogar, dass das IoT als wichtigste Datenquelle ein Segen für Business Analytics sein könnte. Dabei ist noch völlig unklar, ob die Unternehmen heute schon soweit sind, um die Vorteile von IoT zu nutzen und das darin schlummernde Potenzial zu heben.

„Das Internet der Dinge verspricht nichts weniger als Daten aus einer Vielzahl von Quellen zu sammeln. Doch bis es soweit ist, brauchen wir noch Zeit“, sagt David Smith, Chief Community Officer beim US-Softwareanbieter Revolution Analytics aus Mountain View in Kalifornien. Die Ursachen dafür, dass IoT-Technologien sich nur langsam durchsetzen, liegen nicht darin, dass deren Entwicklung zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird.

Das US-Beratungs- und Analystenhaus Gartner setzte IoT in seinem aktuellen „Hype Cycle for Emerging Technologies” sogar ganz an die Spitze seines sogenannten Hype-Cycles. Das bedeutet, dass die IoT-Technologien zurzeit das Hauptziel überfrachteter Erwartungen sind. 

Zuvor war dieser zweifelhafte Ehre zum Beispiel dem Begriff Big Data zuteil geworden. Viele Leute halten Big Data im besten Fall für sinnlos und im schlimmsten Fall empfinden sie den Begriff als störend. Laut einer Prognose, die Gartner kürzlich vorstellte, soll bis zum Jahr 2020 die Anzahl der installierten IoT-fähigen Geräte auf rund 25 Milliarden ansteigen.

IoT: Neue Möglichkeiten für Business Analytics

David Smith, der selbst Data Scientist ist, sagt, er sei von den Möglichkeiten des Internet der Dinge begeistert, etwa in Bezug auf die Diversifizierung von Datenquellen oder im Hinblick auf die Erschließung neuer Bereiche für Business Analytics. 

Je mehr das IoT sich durchsetzen wird, desto größer wird auch die Nachfrage nach qualifizierten Datenexperten sowie Data Scientists sein.

Dazu zählt er beispielsweise die Überwachung von Sensoren, mit denen Maschinen in der Produktion ausgestattet sind, und laufend Daten über den Zustand der Anlagen liefern.

Je mehr das IoT sich durchsetzen wird, desto größer wird auch die Nachfrage nach qualifizierten Datenexperten sowie Data Scientists sein, was wiederum neue Arbeitsplätze schafft. Denn, um sinnvolle Zusammenhänge in all den Daten zu finden, die das IoT liefert, dafür benötigen die Unternehmen in Zukunft qualifizierte Analysten.

Allerdings gibt es auch eine Reihe von Problemen, die das IoT noch aufhalten. Laut Smith entwickelt sich die Annahme Internet-fähiger Geräte durch die Endverbraucher nicht so schnell wie erwartet. 

Die Konsumenten kaufen selbstverständlich internetfähige Smartphones oder Geräte zur Gesundheitsüberwachung. Doch von der häufig zitierten IoT-Wunschvorstellung des mit dem Internet verbundenen Kühlschranks, der automatisch Milch bestellt wenn diese zur Neige geht, sei man noch weit entfernt.

Dem IoT fehlt es an Standards

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit IoT-Technologien sind fehlende Standards. Da nahezu jedes internetfähige Gerät, das heute hergestellt wird, mit einer proprietären Software ausgestattet ist, können die verschiedenen Devices untereinander nur schwer kommunizieren. 

Smith glaubt jedoch, dass durch Googles Übernahme von Nest, einem Hersteller selbst lernender Raumthermostaten und Rauchmelder, die Standardisierung neuen Aufwind bekommen könnte.

Andere Gerätehersteller könnten diesem Beispiel folgen und ihre Produkte kompatibel mit den Services von Google machen. Doch dazu bedarf es weiterer Anstrengungen. 

„Über das IoT erhalten wir Zugriff auf eine völlig neue Art von Daten und Informationen, die uns vorher verschlossen blieben“, erläutert Smith. „Und genau den Zugang zu diesen Daten streben Data Scientists an. Da aber IoT-fähige Geräte unabhängig voneinander agieren, gibt es bisher aber keine Möglichkeit, diese Daten sinnvoll miteinander zu aggregieren.“

Hinzu kommt, dass bestimmte Branchen sich das Internet der Dinge deutlich eher zunutze machen würden als andere, meint Joe DeCosmo, Chief Analytics Officer beim Finanzdienstleister Enova aus Chicago. Er arbeitete davor für das Beratungsunternehmen West Monroe Partners, zu dessen Kunden öffentliche Energieversorger zählen. 

IDC Internet of Things 2015

IDC Infografik zum Internet of Things 2015.

DeCosmo erzählt, dass ein Teil der Energieversorger von den Möglichkeiten, die Smart-Grid-Technologien bieten, begeistert gewesen seien. Mit Smart Grids können die einzelnen Punkte eines Stromnetzes so mit dem Internet verbunden und laufend überwacht werden, dass präventive Instandhaltungsmaßnahmen möglich seien und ein proaktives Management der Stromversorgung.

IoT ist Zukunftstraum

Auch in Branchen, in denen Sensordaten zur Kontrolle und Steuerung eingesetzt werden, würden die Unternehmen sich ebenfalls frühzeitig mit dem Thema IoT befassen. Am besten sei nach Auffassung von DeCosmo in Fertigungsfirmen sowie Transport- und Logistikunternehmen das Konzept der Internet der Dinge umzusetzen. 

Maschinen und Anlagen sowie Fahrzeugflotten seien in der Regel bereits mit internetfähigen Sensoren oder Geräten ausgestattet. In diesen Branchen wird sich jedoch alles um die die Frage wie die Vielzahl an Daten, die das IoT bereitstellt, sinnvoll gesammelt und für Analysen verwendet werden können.

Allerdings ist DeCosmo davon überzeugt, dass wahrscheinlich nur die wenigsten Firmen jemals ein umfangreiches IoT-Projekt initiieren werden, selbst wenn sie darin einen tatsächlichen Mehrwert sehen und über die Möglichkeiten verfügen, die entsprechenden Technologien einzuführen. Bis auf Weiteres wird das Internet der Dinge also ein Zukunftstraum bleiben.

„Wir werden irgendwann den Punkt erreichen, an dem einige Unternehmen in der Lage sein werden, ein IoT-Projekt in einem bestimmten Umfang umzusetzen, doch in den meisten Firmen wird es weiterhin so sein, dass sie damit beschäftigt sind, die Datenströme in den Griff zu bekommen“, verdeutlicht DeCosmo.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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