zapp2photo - Fotolia

Interview mit Herbert Feuchtinger von IFS Europe Central

Im Interview erläutert Herbert Feuchtinger von IFS die Bedeutung von IIoT für Deutschland und warum Organisationen in Digitalisierung investieren sollten.

Themen wie Industrie 4.0, Industrial Internet of Things (IIoT) und Predictive Maintenance werden für produzierende Unternehmen in Deutschland immer wichtiger. Das ruft Anbieter auf den Plan, die unterschiedliche Anwendungen und Lösungen hierfür zur Verfügung stellen.

Im Interview definiert Herbert Feuchtinger, Director Consulting & Support IFS Central Europe, wie IFS die Themen angeht, welche Bedeutung IIoT vor allem für den Standort Deutschland hat und warum Unternehmen jetzt in die Digitalisierung ihrer Geschäftsbereiche investieren sollten.

Begriffe wie Industrie 4.0 und das Industrial Internet of Things (IIoT) werden seit zwei, drei Jahren häufig verwendet. Können Sie erläutern, was es mit diesen Begriffen auf sich hat?

Herbert Feuchtinger: Das Industrial Internet of Things ist die industrielle Realisierung des Internet of Things und unterscheidet sich damit von Consumer-IoT-Lösungen wie Fitness-Tracker mit ihrer Einbindung in Webplattformen. Ziel des IIoT ist die betriebliche Nutzung von industriellen Optimierungspotenzialen. Vor diesem Hintergrund stellt Industrie 4.0 die Verbindung von traditioneller Produktion mit moderner, IIoT-basierter Informationstechnologie dar.

Wie ist der Status quo beim Thema Industrial Internet of Things?

Feuchtinger: Das IIoT wird heute bereits an vielen Stellen professionell eingesetzt. Ein häufiger Anwendungsbereich ist die vorausschauende Wartung. Fertigungsunternehmen etwa messen kontinuierlich die Temperaturen von bestimmten Maschinenteilen und können sie bei drohendem Verschleiß austauschen, bevor sie einen Ausfall verursachen. Aber auch für neue Geschäftsmodelle kommt das IIoT teilweise schon zum Einsatz, etwa bei Herstellern von Fertigungsmaschinen, die Leistungsdaten messen und auf dieser Basis gar keine Maschinen mehr verkaufen, sondern Betriebsergebnisse.

Welche Rolle spielen Technologien im IIoT-Umfeld für den Standort Deutschland?

Feuchtinger: Eine ganz entscheidende. Deutschland zählt zu den führenden Industriestandorten weltweit. Wollen wir diese Position behaupten oder sogar weiter ausbauen, führt kein Weg daran vorbei, die Prozesse mit Hilfe von IIoT-Technologien weiter zu optimieren und damit neue, zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Was bietet IFS für Anwendungen und Software für IIoT-Szenarien an?

Feuchtinger: Wir haben mit dem IFS IoT Business Connector eine Lösung für die gezielte Operationalisierung von IIoT-Daten im Portfolio. Mit ihr lassen sich Sensordaten von Anlagen, Maschinen und Geräten sammeln, auf einer Cloud-Plattform konsolidieren und an unsere Softwareanwendungen übermitteln, wo dann damit benutzerdefinierte, halbautomatische oder komplett automatisierte Workflows angestoßen werden. Dadurch bietet sie die Grundlage für Geschäftsprozessoptimierungen und die Schaffung neuer Geschäftsmodelle.

Ihr zentrales Lösungspaket, IFS Applications 9, ist als Cloud-, Hybrid- und On-Premises-Angebot verfügbar. Wir wichtig ist es für einen Softwareanbieter wie IFS, alle Bereitstellungsoptionen abzudecken?

Feuchtinger: Sehr wichtig. Namhafte Analysten prophezeien, dass in wenigen Jahren ein Großteil der Unternehmenssoftware auf Cloud-Plattformen betrieben wird. Hersteller, die sich diesem Trend verschließen, werden mittelfristig nicht überlebensfähig sein. Das merken wir auch ganz konkret bei Anfragen. Wir bearbeiten heute praktisch kein Request for Proposal oder Lastenhaft mehr, bei dem die Cloud-Optionen nicht zumindest abgefragt werden. Manche Unternehmen wählen den Anbieter sogar gezielt danach aus und würden uns keinen Auftrag erteilen, wenn wir keine Cloud-Option im Angebot hätten.

Am Markt für Cloud- und On-Premises-ERP gibt es viele Anbieter. Warum sollten Unternehmen ein besonderes Augenmerk auf IFS beziehungsweise IFS Applications werfen?

Feuchtinger: Weil wir Unternehmen ein „think big, start small“ ermöglichen. Mit dem IFS IoT Business Connector können sie IIoT-Anwendungen in einem kleinen Teilbereich starten und pilotieren. Da die Lösung vollständig skalierbar ist, kann sie dann nach und nach gemäß den Bedürfnissen des Unternehmens erweitert werden. Außerdem ist die Lösung sehr flexibel. Sie setzt auf Standards wie den Microsoft Azure IoT Connector, kann aber auch andere Systeme via API-Anbindung verarbeiten.

Herbert Feuchtinger, IFS
Europe Central

Auf welche Branchen und Unternehmensgrößen zielen Sie mit ihren Anwendungen ab?

Feuchtinger: Unsere Lösungen richten sich generell an Unternehmen, die Güter produzieren, Anlagen unterhalten und Dienstleistungen erbringen. Damit sind insbesondere Branchen wie industrielle Fertigung, Prozessfertigung, Maschinen- und Anlagenbau, Hightech, die Automobil- und Zuliefererindustrie sowie Anlagenbetreiber gemeint. Was die Unternehmensgrößen angeht, kommen unsere Kunden vorwiegend aus dem gehobenen Mittelstand und haben häufig eine internationale Ausrichtung.

Ende Mai fand die IFS Konferenz 2017 unter dem Motto „Uns gehört die Zukunft!“ statt. Wofür stand das Motto und was wurde auf der Konferenz thematisiert?

Feuchtinger: Das Motto stand für unsere Überzeugung, dass unseren Kunden, unseren Partnern und uns gemeinsam die Zukunft gehört, weil unser Lösungsportfolio optimal für die digitale Transformation aufgestellt ist. Eine aktuelle Studie von IFS hat gezeigt, dass die befragten Unternehmen sehr viel in die Digitalisierung investieren, und das vor allem in den Bereichen Internet of Things und ERP. Die Frage, wie Unternehmen gemeinsam mit IFS in Zeiten der Digitalisierung erfolgreich am Markt agieren können, war dann auch das zentrale Thema unserer Konferenz.

Leader im Gartner Magic Quadrant, Great Place To Work – glaubt man der Außendarstellung, geht es IFS wirtschaftlich gut. Welche Ziele hat IFS in den nächsten zwei Jahren?

Feuchtinger: IFS verfolgt eine klare Wachstumsstrategie und zählt unter den Akquisitionen seines Investors EQT zu den Top-Performern. Diesen Weg werden wir auch in den nächsten zwei Jahren konsequent fortsetzen.

IFS Applications 9 ist nun seit zwei Jahren auf dem Markt. Was können die Anwender vom nächsten Release beziehungsweise der nächsten Version von IFS Applications erwarten?

Feuchtinger: Dazu kann ich im Moment leider nichts sagen. Wir befinden uns derzeit in einer selbst auferlegten Schweigeperiode, während der wir keine Angaben zum nächsten Release machen möchten.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Wie sich Blockchain für IoT-Anwendungen einsetzen lässt.

Kostenloser E-Guide zum Internet der Dinge: Wo Industrie 4.0 bereits Realität ist.

Essential Guide zu Industrie 4.0 und Internet of Things: Best Practices und Security.

Artikel wurde zuletzt im August 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über ERP-Systeme

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close