Ist es an der Zeit, auf Microsoft Exchange ActiveSync umzusteigen?

Microsoft Exchange ActiveSync (EAS) bietet Sicherheits-Vorteile wie Mailbox-Policies und reduzierte Daten auf Endgeräten. Aber es gibt auch Nachteile.

Microsoft hat sich eigentlich noch nicht zu diesem Thema geäußert. Allerdings deutet durch kürzliche Programmveröffentlichungen...

alles darauf hin, dass die bevorzugte Methode sich zu einer Exchange-Mailbox zu verbinden, ActiveSync werden könnte. Es ist heutzutage schon möglich, MAPI-Verbindungen komplett durch ActiveSync zu ersetzen. Allerdings muss man sich fragen: Ist alles auf die Karte ActiveSync zu setzen, die richtige Strategie?

Exchange ActiveSync scheint überall zu sein

Bisher wurde ActiveSync ausschließlich dafür eingesetzt, mobile Endgeräte mit einem Exchange-Server zu verbinden. In diesen Tagen scheint ActiveSync plötzlich überall zu sein.

Es ist nicht überraschend, dass Windows Phone 8 und eigentlich alle andern mobilen Betriebssysteme auch ActiveSync unterstützen. Allerdings hat Microsoft ActiveSync ebenfalls in Windows 8 und Windows RT implementiert. Somit können Sie Windows-8-PCs oder Windows-RT-Tablets, wie zum Beispiel das Microsoft Surface, mit einer Exchange-Mailbox ohne Outlook zu verbinden.

Bei Microsoft Surface findet man Hinweise, dass sich Microsoft in Richtung ActiveSync als bevorzugte Verbindungs-Methode bewegt. Bei der Ausgabe des Geräts war Microsoft ActiveSync die einzig nativ unterstützte Methode, das Surface mit einem Exchange-Server zu verbinden. Natürlich können Surface-Anwender auch Outlook Web App benutzen.

Sie denken wahrscheinlich nun daran, dass Microsoft im Juni 2013 die Integration von Outlook in Surface RT Tablets als Teil des Windows-8.1-Updates angekündigt hat. Das wiederum suggeriert, dass Microsoft doch nicht ausschließlich auf ActiveSync setzen wird. Allerdings gibt es für diesen Schritt andere Gründe.

Windows RT wurde vom Markt nicht sehr gut angenommen. Den Tablet-Verbrauchermarkt dominiert nun mal das iPad. Dies war schon der Fall, lange bevor Windows RT debütierte. Auch IT-Abteilungen zeigten sich vom Microsof-Tablet enttäuscht. Sie vermissen bei Windows RT gewisse Funktionen, mit denen es für den Einsatz in Business-Umgebungen geeigneter wäre.

Meiner Meinung nach hat die Integration von Outlook in Surface RT Tablets nichts mit der ActiveSync-Strategie zu tun. Vielmehr denke ich, dass man Windows RT attraktiver für Business-Anwender machen möchte.

Der überzeugendste Beweis für Microsofts ActiveSync-Bewegung ist wohl eher, dass Outlook mit Version 2013 erstmalig ActiveSync-Verbindungen überhaupt unterstützt. Vorgängerausgaben von Outlook konnten sich lediglich via MAPI, POP3 oder IMAP mit einem Exchange Server verbinden.

Vorteile von Exchange ActiveSync

Es gibt zwei Hauptvorteile für Firmen bei der Umstellung auf Microsoft Exchange ActiveSync.

Erstens erlaubt Ihnen Exchange, ActiveSync-Mailbox-Policies aufzustellen. Somit können Sie die Security auf jedem Gerät durchsetzen, das mit Exchange via ActiveSync verbunden ist. Anwender greifen somit kontrolliert und sicher mittels ActiveSync auf Exchange zu. Das ist auch unabhängig von der eingesetzten Plattform.

Zweitens wird durch den Einsatz von ActiveSync die Menge an Mailbox-Daten auf den Geräten der Endanwender dauerhaft minimiert. Outlook speichert traditionell eine komplette Kopie der Anwender-Mailbox in einer OST-Datei. Diese kann ziemlich groß werden und es ist bekannt, dass es dann in gewissen Situationen zu Problemen führen kann.

Im Gegenzug ist Exchange ActiveSync so entwickelt, dass es nur ein Minimum der Nachrichten-Daten herunterlädt. Die Standard-Konfiguration von ActiveSync sieht vor, nur die Nachrichten der letzten Woche oder des letzten Monats vorzuhalten. Lediglich in seltenen Fällen lädt es die komplette Mailbox des Anwenders herunter.

Nachteile von Exchange ActiveSync

Wie Sie sehen, gibt es einige überzeugende Argumente für den umfassenden Einsatz von ActiveSync. Allerdings sehe ich mich auch verpflichtet, auf gewisse Nachteile hinzuweisen.

Der größte Nachteil ist, dass ältere Windows- und Outlook-Versionen ActiveSync nicht nativ unterstützen. Vor Windows 8 und Outlook 2013 wurde ActiveSync ausschließlich bei mobilen Geräten eingesetzt.

Exchange ActiveSync ist im Moment ein Industrie-Standard. Dies könnte sich allerdings ändern und somit zu einem Nachteil werden. Google hat angekündigt, die Möglichkeit der Synchronisierung von Gmail via ActiveSync nicht mehr länger zur Verfügung zu stellen. Nach einer Gnadenfrist soll am 31. Juli 2013 Schluss sein. Dieser Schritt betrifft Firmen mit Exchange-Servern im Einsatz nicht direkt. Googles Entscheidung könnte Unternehmen aber dazu verleiten, ActiveSync-Unterstützung von Android-Geräten zu entfernen. Somit könnten sich diese mobilen Geräte nicht mehr mit einem Exchange Server via ActiveSync verbinden.

Über den Autor: Brien Posey ist zehnfacher Microsoft MVP und bringt zwei Jahrzehnte an IT-Erfahrung mit sich. Vor seiner Karriere als freiberuflicher Autor hat Brien als Chief Information Officer bei einer in den USA ansässigen Krankenhaus-Kette und Gesundheitseinrichtung gearbeitet. Weiterhin war er als Netzwerk-Administrator bei einer der größten Versicherungsfirma der USA und beim Departement of Defense in Fort Knox tätig.

Artikel wurde zuletzt im Juli 2013 aktualisiert

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