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Mit DevOps Projekte für Cloud-Anwendungen verbessern

Verschiedene DevOps-Strategien können die Probleme in Cloud-Projekten minimieren. Hierfür müssen aber die einzelnen Teams enger zusammenarbeiten.

Warum ist der Einsatz des DevOps-Modells für Cloud-App-Projekte wie ein Einkauf bei IKEA? Nun, bei IKEA schaut man sich die Möbel wahrscheinlich zuerst im Katalog oder auf einem Notebook an und stellt sich vor, wie diese in die Wohnung passen. Geht man dann in das Warenhaus und möchte das Ausgesuchte abholen, wartet bereits die erste Enttäuschung, denn man erhält die Möbel in einem flachen Karton. Anschließend nimmt man diesen mit nach Hause, um das Möbelstück aufzubauen. Nach stundenlagen Hantieren mit dem Inbusschlüssel stellt man schließlich fest, dass Zimmer und Möbelstück nicht wie auf der Darstellung von IKEA aussehen.

Das gleiche gilt für die Cloud: Jemand aus der Führungsetage möchte eine Cloud-App. Entwickler und Enterprise-Architekten sind mit der Aufgabe betraut, die Anwendung abzubilden. Damit diese nicht mit der gleichen Enttäuschung wie beim Aufbau der IKEA-Möbel konfrontiert werden, kann der Einsatz des DevOps-Modells die Veröffentlichung der Anwendung beschleunigen und eine kontinuierliche Bereitstellung sicherstellen, die für erfolgreiche Cloud-Anwendungen erforderlich ist.

DevOps entlastet den IT-Betrieb

Die Vorgabe, sich in die Cloud zu bewegen, kann zwar gemacht werden. Doch wenn es um die Umsetzung geht, haben die Zuständigen meistens keinen Plan, wie sie die nötige Skalierung der Cloud-Apps gewährleisten. „Man geht nicht in die Cloud, weil alles super ist“, sagt Robert Reeves, CTO beim Softwareunternehmen Datical. „Man migriert in die Cloud, weil man mehr Flexibilität möchte.“

Allerdings hat die agile Entwicklung die Arbeitslast für den IT-Betrieb erhöht. Das Team kämpft damit, immer häufigere Releases zu veröffentlichen und den Anwendungs-Output zu vergrößern. Ein Resultat dieser Entwicklung ist, dass zwar Softwareentwickler die Apps erstellen, doch der IT-Betrieb damit kämpft, die Releases in die Cloud zu verschieben. Das DevOps-Modell, welches laut Reeves eine Philosophie und kein Tool ist, unterstützt beide Seiten bei Continuous Delivery (CD), indem Engpässe aufgespürt, beseitigt und der Prozess neu bewertet wird.

Reeves empfiehlt drei konkrete Schritte, damit DevOps in einem Unternehmen funktioniert: Man sollte das „Was“ vom „Wo“ trennen, indem das Hosting nicht hart in die App codiert wird. Man sollte Self Service priorisieren, indem tägliche Aufgaben automatisiert werden. Und man sollte Fehler annehmen, um seine Chancen zu verbessern. „Das ist DevOps: durch das System gehen, Fehler und Engpässe finden und auf dieser Basis sich verbessern“, erklärt er.

DevOps ist eine Philosiophie mit Empathie

DevOps ist kein Werkzeug. „Es ist zwar technologiefähig, aber eigentlich ist es ein kultureller Prozess, der sich auf bessere Ansätze für die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und IT-Betriebs-Team konzentriert“, erklärt Jason Bloomberg, President des Analysten und Beratungsunternehmens Intellyx. Aus Sicht eines Enterprise-Architekten besteht die Herausforderung beim Übergang zu DevOps darin, dass sie sich auf das IT-Portfolio-Management und technologiezentrierte Fragen konzentrieren. Doch die Prioritäten müssen verschoben werden, damit sich die Organisation selbst auf Basis von digitalen Prioritäten und Best Practices verbessert.

Eine Best Practice, die Softwareentwickler verfolgen sollten, ist, Empathie für das Operations-Team zu entwickeln. Der traditionelle Weg bei der Softwareentwicklung ist, dass Entwickler die Software erstellen und sie dann zur Qualitätssicherung oder an den IT-Betrieb schicken, damit diese die Software bereitstellen. Das hohe Tempo, welches bei Cloud-Implementierungen erforderlich ist, kann Konflikte zwischen den Teams fördern, ist Bloomberg überzeugt. Man sollte es jedoch eher als Zusammenarbeit und nicht als Wettbewerb betrachten, was dabei hilft, das Deployment voranzutreiben.

Tools können bei DevOps helfen

Wie bei IKEA-Möbeln können Werkzeuge IT-Profis helfen, DevOps in einem Unternehmen einzuführen. Allerdings sind sie nicht alles. „Man sollte sich nicht zu sehr in Tool-Sets verlieben“, rät David Linthicum, Senior Vice President beim Beratungshaus Cloud Technology Partners. Entwickler könnten sich zu sehr auf Tools verlassen, doch die Realität ist, dass DevOps mehr ein Prozess ist: kontinuierliches Design, Entwicklung, Tests und Deployment.

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Der Einsatz von DevOps-Taktiken für Cloud-Projekte erfordert ein umfassendes Verständnis von Prozessen, Code, Datenbanken und Sicherheitsproblemen, die alle verschieden sind. Nachdem man das Verständnis hierfür aufgebaut hat, können Entwickler die richtigen Tools für diese komplexen Umgebungen wählen, sagt Linthicum.

Wenn die Tools nicht funktionieren, lohnt es sich, sie gegen andere zu tauschen – oder einfach überhaupt kein Tool zu verwenden. Auch wenn man dadurch zeitweise langsamer ist, führt DevOps dazu, dass man sich kontinuierlich verbessert. In den meisten Fällen kann nicht alles automatisiert werden, fügt Linthicum hinzu.

„Man sollte keine Angst davor haben, Dinge zu ändern“, sagt der DevOps-Spezialist. „Die Tools und Methoden, die man ausgewählt hat, können nach einer Weile auch nicht mehr funktionieren. Das ist ein Lernprozess.“ Linthicum rät daher zu intensiven Schulungen, da es notwenig ist, die Feinheiten hinter der Methodik zu verstehen, bevor es zu einer breit angelegten Umsetzung von DevOps in einem Unternehmen kommt. Außerdem ist es wichtig zu verstehen, dass die Komplexität von den Kernprozessen abstrahiert und Mikroprozessen angeheftet wird, welche die entsprechende Technologie absichern.

Letztlich bedeutet der Einsatz des DevOps-Modells für Cloud-App-Projekte, dass die verschiedenen Teile einer Organisation, die bisher in Silos gearbeitet haben, zusammenkommen, um Cloud-Apps zu entwickeln. Auch wenn es um mehr als die Auswahl von Tools geht, hievt es die agile Entwicklung auf eine neue Stufe und erlaubt Enterprise-Architekten und Softwareentwicklern, den Anforderungen eines Unternehmens gerecht zu werden.

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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