Rassco - Fotolia

Munich Re kombiniert Analytics-Tools für neue Versicherungen

Der Rückversicherer Munich Re kombiniert einen Hadoop Data Lake, SAS Analytics und SAP HANA, um neue Cyber- und Versicherungsservices zu entwickeln.

Dieser Artikel behandelt

BA

Wir leben in einer riskanten Welt, die aus Sicht einiger Menschen immer riskanter wird. Marcus Winter, Head of Reinsurance Development bei Munich Re (Münchener Rück), sieht die Welt als einen Ort, der versichert und rückversichert werden sollte, da die Welt immer komplexer und digitaler wird.

Das in München ansässige Rückversicherungsunternehmen ist global aufgestellt und sucht nach neuen Dienstleistungen, einschließlich Cyberversicherungen, die auf Datenanalyseservices zurückgreifen, und die vor fünf Jahren noch nicht möglich gewesen sind. Diese Dienste bauen auf der Daten-Management-Infrastruktur eines Hadoop Data Lakes auf, der auf der Hortonworks-Distribution, SAS Analytics und SAP HANA für strukturierte Daten basiert.

Winter hat eine globale strategische Rolle und berichtet dem CEO der Munich Re. Seine Datenanalyseaufgaben werden von einem 100-köpfigen Team aus Data Scientists und Business-Entwicklern unterstützt, welches er leitet. Sie erarbeiten Dienstleistungen für eine neue Art von Versicherungsunternehmen und Großkonzerne. „Wir versichern Versicherer, bieten aber auch Risiko-Management für große Unternehmen, zum Beispiel auf Cyber-Security-Seite an“, sagt er.

Nach Angaben von Winter ist der Cyberbereich ein 2,5 Milliarden Euro Markt, der unter anderem Entschädigungen bei Verlusten aufgrund von Malware und Hackern umfasst. Ein Beispiel ist, wenn eine Bank Kundenkreditkarten aufgrund eines Datenverlusts ersetzen muss.

Die Münchener Rück, die im Jahr 2016 einen Umsatz von 48,9 Milliarden Euro erzielte, setzt bereits sieben bis acht Prozent mit Cyberservices um und erwartet ein deutliches Wachstum in diesem Segment, da die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO/GDPR) im Mai 2018 in Kraft tritt.

„Cyberversicherungen unterscheiden sich von anderen Formen der Risikotransferversicherung, zum Beispiel Hochwasserrisiko für Wohnraum“, sagt Winter. „Diese verändern sich im Laufe der Zeit sehr langsam, und dabei sind Erfahrungen aus der Vergangenheit eine gute Richtschnur für Vorhersagen. Das ist im Cyberbereich nicht so – es gibt eine größere Technologieabhängigkeit aufgrund der Echtzeit-Dimension.“ Dies veranlasste Winter und sein Team dazu, eine Daten-Management-Architektur mit einem Data Lake, der HANA-Datenbanktechnologie und SAS Analytics einzuführen.

„Das ist auch der Grund dafür, dass es Cloud-basiert ist“, sagt er. „Um moderne Risikodienste zu erbringen, benötigt man eine große Toolbox, so dass man vordefinierte Schnittstellen in der Cloud braucht, wo es standardisierte Software gibt, so dass sich Dienstleistungen modular und agil ausliefern und diese Module auch zentral aktualisieren lassen. Das ist eine große Veränderung. Es ist nicht so, dass die Cloud-Technologie diese Veränderungen auslöst, es ist mehr so, dass es ein Bedürfnis gibt, das mit dieser Technologie angesprochen werden kann.“

Neben Cyber- fügt die Munich Re laut Winter auch mehrere Mehrwertdienste hinzu. Dazu gehören Risikobewertungen für Naturkatastrophen oder Explosionen, die die globalen Lieferketten beeinflussen können, und die schnell an die Kunden weitergegeben werden müssen.

Als Beispiel nennt er einen Hersteller, der qualitativ hochwertige Komponenten an Kunden oder Fabriken liefert, die auf eine Just-in-Time-Produktion setzen. „Die Bewältigung der Risiken in globalen Lieferketten erfordert eine höhere Schnelligkeit, da die Welt immer riskanter wird“, sagt Winter.

„Unsere Kooperationspartner, einschließlich SAP, sind für die Bereitstellung dieser Dienstleistungen wichtig“, erläutert er. „Das ist ein neuer Bereich, zumindest in dieser strukturierten Weise. Die Rechenleistung hat sich so stark verbessert, dass wir heute Dienstleistungen erbringen können, die vor fünf Jahren nicht möglich waren. Und die Cloud hilft dabei, da wir auf mehr Leistung zugreifen können, als das vorher On-Premises möglich war.“

Die Münchener Rück hat „eine komplexe IT-Landschaft mit eigenentwickelter IT“, sagt Winter und fügt hinzu: „SAP ist strategisch für uns. Es gibt eine enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen mit ihnen.“

Die meisten Mitarbeiter von Winter sitzen in München, aber die Firma hat auch Datenanalytiker in Peking und New York sowie Scouts in Tel Aviv und dem Silicon Valley. „Wenn man etwas mit Cybersicherheit macht, benötigt man ein Ökosystem in Israel, genauso wie man ein Ökosystem in London benötigt, wenn man ein Fintech aufbaut“, ist er überzeugt.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Die Analytics-Tools innerhalb der Teradata Aster Analytics Suite.

Big Data Analytics mit der Oracle-Anwendung Advanced Analytics.

SAP Predictive Analytics: Das Business von morgen analysieren.

 

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Business Analytics

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchDataCenter.de

Close