Oracle Fusion Middleware hilft bei der SOA-Integration

Oracle Fusion Middleware (OFM) bietet viele Funktionen zum Beispiel für das Identitätsmanagement. Doch die Lösung ist nicht für alle Anwender optimal.

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BI-Systeme

Für wen ist Oracle Fusion Middleware (OFM) eine gute Wahl? Eine einfache Frage mit einer komplexen Antwort. Ähnlich...

wie in einer Anekdote über Oracle: Es gibt keine einfache Antwort, da OFM nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von Lösungen ist. Die Technologie spannt sich über verschiedene Services hinweg, wie zum Beispiel Integrations-Services, Business Intelligence (BI), Collaboration, Content Management wie auch Java EE und Entwicklungs-Tools.

In der Tat ist OFM wie ein Schweizer Taschenmesser und hat etwas für jeden im Gepäck. Insgesamt betrachtet bietet OFM große Agilität und reduziert die Markteinführungszeit neuer Produkte. Alle einzelnen Elemente sind diskret aufeinander abgestimmt, auch wenn der erste Blick etwas anderes vermittelt. Während OFM eine Menge zu bieten hat, passt es nicht in jedes Unternehmen.

OFM kann als Marketing-Paket von Oracle betrachtet werden, da es eine Reihe verschiedener Backend-Produkte unter einem Dach vereint, so Les Hazlewood, Gründer und CTO von Stormpath, einem Anbieter von Software-Security-Tools und Services. Der Ansatz von OFM macht es einem Unternehmen jedoch schwierig, die passende Anwendung zu finden.

Solange einem dies bewußt ist, sollte man beachten, dass die Integrationsmöglichkeiten der OFM-Suite Eigenentwicklungen in der Firma obsolet machen und die Markteinführung eigener Produkte beschleunigt. OFM bietet Tools für die Integration heterogener Anwendungen, Prozessautomatisierung, Anwendungsskalierung und andere Aufgaben.

„Das zentrale Versprechen von OFM ist, dass seine Vielfältigkeit und Integrationsmöglichkeiten Architekten viel Arbeit ersparen und dadurch die Markteinführung eigener Produkte beschleunigt“, sagt Hazlewood.

Oracle bewirbt folgende Funktionen:

  • Die Software erlaubt die Integration heterogener Anwendungen;
  • Sie ist in der Lage, Prozesse zu automatisieren;
  • Anwendungen lassen sich skalieren, um die Nachfrage abzudecken;
  • Sie vereinfacht Sicherheit und Compliance;
  • OFM verwaltet die Lebenszyklen der Dokumente
  • und sie lässt sich innerhalb der bestehenden Infrastruktur verwenden.

Oracle Fusion Middleware in der Praxis

Die Embry-Riddle Luftfahrt Universität (ERAU) verwendet OFM für die Integration von Anwendungen auf drei Campussen und für 150 weltweite Online-Angebote, so Cindy Bixler, CIO der Universität.

„Um die verschiedenen Bereiche und ein funktionierendes Identitätsmanagement bedienen zu können, benötigen wir eine robuste Software“, erklärt Bixler. Im Hochschulbereich gibt es immense Fluktuationen, da sich Studenten an der Universität und in Seminaren anmelden, abmelden oder ihren Abschluss machen. Die Hochschule muss laut Bixler rund 90.000 Konten verwalten, inklusive Studenten, Absolventen und Bewerber.

Die alte Lösung vor OFM war ein Flickenteppich unabhängiger Systemer, die kaum integriert waren. „Der durchschnittliche Nutzer hatte zehn bis 15 verschiedene Benutzernamen, um Zugriff auf benötigte Systeme zu haben“, berichtet die IT-Chefin der Hochschule. Erste Anstrengungen für eine Integration begannen mit Active Directory und Novell. Dennoch musste man verschiedene Passwörter überblicken und die Sicherheit war gering, ergänzt Bixler.

Single Sign-On war zu diesem Zeitpunkt ein weit entferntes Ziel. Vor drei Jahren entschied sich die Hochschule schließlich für die Integration einzelner OFM-Elemente, um dieses Problem zu beheben. „Wir verwenden aber nicht nur Oracle-Produkte. Wir bedienen zwar einzelne Bereiche mit Oracle-Software, doch wir verwenden auch verschiedene Anwendungen von Microsoft“, so Bixler.

Die Universität arbeitete mit dem Oracle-Partner Savvis zusammen, um ein cloud-basiertes Identitätsmanagement-System einzuführen, dass Benutzerkonten flexibel zur Verfügung stellt und verwaltet. Insgesamt wurden rund 70.000 Konten innerhalb von sechs Monaten übertragen.

Mit der Cloud-Variante verwendet die Universität die 11g Version des Oracle Identity Managers, Oracle Access Managers, Oracle Virtual Directory, Oracle Internet Directory und Oracle Identity Federation (alle Teil des OFM-Angebots und Oracle Identity Managements). Die Kombination aus Oracle Produkten schafft ein hochverfügbares Identitätssystem, dass den Studenten einen sicheren Zugriff auf das Hochschulsystem ermöglicht. Zudem bietet es ein besseres Self-Service-Portal und die Kontrolle über den Zugang zu eigenen Daten. „Das System hat uns geholfen, etwas aufzubauen, dass uns bisher unmöglich erschien“, so Bixlers Fazit.

OFM richtet sich eher an konservative Anwender

Oracle verkauft grundsätzlich integrierte Lösungen aus einer Hand und steht damit im Gegensatz zu einem individuell konfigurierten Ansatz, so Mark Driver, Research Vice President bei Gartner. Seiner Ansicht nach versucht Oracle (wie die Wettbewerber IBM, SAP und Microsoft) Unternehmen soviel Technologie wie möglich aus einer Hand und mit exklusivem Support zu verkaufen.

Oracle entwickelt OFM auf Basis von Java-Standards und „anschließend erweitern sie die Anwendung mit proprietären Erweiterungen, die entweder die Java-Standards ergänzen oder bestimmte Lücken füllen“, ergänzt Driver. „Großanbieter wie Oracle sprechen in erster Linie konservative Anwender an. Experimentierfreudige Anwender verfolgen eher eine Best-of-Breed-Strategie, also die jeweils ideale Software für einen Unternehmensbereich zu nutzen.“

In konservativen IT-Abteilungen ist eine Best-of-Breed-Option nicht erstrebenswert, sagt Driver. Auch wenn OFM nicht immer die beste Lösung ist, lässt sie sich für diese Anwender leichter implementieren als mögliche Alternativen. Das größte Problem dabei ist, dass die einzelne Elemente nicht immer die Besten sind, so Driver. „Es gibt zwei oder drei Marktführer, drei oder vier sehr gute Anbieter und zwei oder drei unterdurchschnittliche.

Ziel ist es einerseits, dass an OFM interessierte Unternehmen genau schauen müssen, ob die einzelnen Komponenten ihre Bedürfnisse abdecken. Allerdings ist es nicht möglich, sich nur auf OFM zu verlassen. Man kann aber einen Best-Of-Breed Ansatz mit zehn verschiedenen Anbietern beispielsweise auf OFM und eine Handvoll Oracle-Partner reduzieren.

Andererseits sollte einem bei der Auswahl von OFM (oder einem anderen Programm) bewußt sein, dass sich ein Unternehmen stark an den Anbieter bindet. „Ein Wechsel ist in Zukunft sehr schwierig“, erklärt Driver. „Wenn Sie sich an IBM oder Oracle binden, kann dies Jahrzehnte währen.“ Ein Wechsel wird teuer. Die Wahl des Anbieters sollte daher nicht leichtfertig getroffen werden.

OFM befindet sich nach Angaben des Gartner-Analysten schließlich noch im Aufbau, da Oracle weiterhin eine Reihen von Akquisitionen in das Paket integriert. Für größere Unternehmen, die bereits auf Oracle fixiert sind, gleichzeit aber die Ressourcen hätten, um einen Best-of-Breed-Ansatz zu verfolgen, ist OFM wohl die natürliche Wahl, so Driver. „Je konservativer und risikoscheuer sie sind, desto attraktiver ist OFM.“

Firmen, die nicht unbedingt die beste Lösung in jedem Bereich benötigen, werden mit OFM zufrieden sein. „Für Unternehmen wie Facebook oder Google macht dagegen ein eigener Ansatz Sinn, der ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Das trifft aber nun mal nicht auf alle zu“, sagt Driver abschließend. Für die meisten Anwender löst OFM die meisten Probleme und reduziert die schlaflosen Nächte.

Über den Autor: Alan Earls ist freier Journalist und beschäftigt sich vor allem mit Wirtschafts- und Technologie-Themen. Sein Spezialgebiet ist Datenspeicherung.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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