Oracle kauft Sun: Auswirkungen auf Business Intelligence und Data Warehousing

Mit dem Kauf von Sun hat Oracle alle überrascht, liegt doch ein Kerngeschäft von Sun in der Hardware. Welche Auswirkung hat das auf den BI- und DWH-Markt.

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BI-Technologie

Mit dem Kauf von Sun hat Oracle sicherlich alle überrascht, liegt doch ein Kerngeschäft von Sun in der Hardware. Softwareseitig sind das Betriebssystem Solaris, Java und MySQL als marktführende Open-Source-Datenbank relevant. Auswirkungen auf Business Intelligence und Data Warehousing können sich im Bereich der Data Warehouse Appliances von Oracle und Sun sowie der MySQL Datenbank ergeben.

Bezüglich des neuen Hardwareangebotes von Oracle ergeben sich Fragen und Auswirkungen insbesondere auf den Bereich der Data Warehouse Appliances. Langjähriger Partner von Sun in diesem Bereich ist Greenplum, eine Initiative, welche die Postgres Datenbank für den Einsatz als DWH-Appliance für anspruchsvolle Szenarien weiterentwickelt. Die Zukunft dieser Zusammenarbeit ist vor dem Hintergrund der eigenen Ambitionen von Oracle für DWH-Appliances sicherlich unklar. Genau dieses Appliance-Angebot wird eng mit HP gemeinsam angeboten und vermarktet (der offizielle Produktname lautet „HP Oracle Exadata Storage Server & HP Oracle Database Machine“). 

HP hat Oracle nun als neuen Wettbewerber im Hardwaregeschäft, was gemeinsame Projekte im Appliance-Feld nicht gerade vereinfachen dürfte. Andererseits sah HP allerdings auch kein großes Problem im gemeinsamen Angebot mit Oracle obwohl eine eigene Appliance (Neoview) angeboten wird. Die Ankündigung von Oracle in den FAQ zur Übernahme „Oracle plans to engineer and deliver an integrated system – applications to disk – where all the pieces fit and work together, so customers do not have to do it themselves”, kann man so interpretieren, dass in Zukunft Exadata auf Sun Hardware angeboten wird.

Softwareseitig gibt es relativ wenige Überschneidungen. Dennoch wirft die Übernahme Fragen bezüglich der Auswirkungen im Data Warehouse Markt auf. Betroffen sind vor allem die Storage Engine Anbieter, die auf Basis der MySQL Datenbank Lösungen für die hoch-volumige Datenverarbeitung geschaffen haben. Mit dem Pluggable Storage Engine Konzept bietet MySQL somit unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten und Datenhaltungen an. So haben sich im Verlauf der Zeit unterschiedliche Engines für spezifische Aufgabgenstellungen entwickelt. Neben den Angeboten aus dem eigenen Portfolio (bspw. MyISAM, Memory, Merge, Falcon) positioniert sich Infobright mit einer Engine für die spalten-orientierte Datenhaltung für analytische Applikationen. 

Calpont plant ebenso eine spalten-basierte analytische Datenbank auf Basis von MySQL. Kickfire integriert die MySQL Software mit dem SQL Chip zu einer Appliance. Mit Ausnahme der InnoDB – als Engine für die transaktionale Datenhaltung bereits seit 2005 in Oracle-Besitz – bleiben die Entwicklungen für die Storage Engine Anbieter mit Oracle als langfristigen Partner allerdings unsicher, trotz Ankündigung, dass Sun und damit MySQL als separates Business weiter bestehen. Alternative MySQL-Anbieter wie die Community-Version von MariaDB oder Percona werden dadurch zunehmend attraktiver für Infobright, Kickfire, Calpont, Tokutek und Co.

Über den Autor:

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

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