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Red Hat konsolidiert SAP-Anwendungen auf einer Plattform

Red Hat und SAP kooperieren seit über 15 Jahren. Im Gespräch erläutern Wolfgang Bausch und Rainer Liedtke von Red Hat die Bedeutung der Allianz.

Im Herbst 2017 stellte Red Hat seine neue Plattform für SAP-Anwendungen, Enterprise Linux for SAP Solutions, vor. Diese markiert einen der Höhepunkte in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen. Mittlerweile dauert die Kooperation mehr als 15 Jahren an.

Im Interview diskutieren Wolfgang Bausch, Partner Sales Manager EMEA bei Red Hat, und Rainer Liedtke, Senior Director, Regional Manager DACH bei Red Hat, die Bedeutung der Allianz zwischen Red Hat und SAP, welche Neuheiten Red Hat auf der SAP TechEd Mitte November vorgestellt hat, und warum sich der Open-Source-Anbieter nun verstärkt auch in Österreich engagiert.

Red Hat kooperiert seit über 15 Jahren mit SAP. Dabei trifft die Open-Source-Welt von Red Hat auf die proprietäre Welt von SAP. Wie funktioniert die Arbeit zwischen den beiden Welten?

Wolfgang Bausch: Die Open-Source-Lösungen von Red Hat werden von 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen genutzt und stellen ein sicheres, performantes und skalierbares Fundament für geschäftskritische Applikationen von SAP bereit. Open Source ist der Treiber für Innovationen und Basis für neue Geschäftsmodelle, die die digitale Transformation weiter vorantreiben. Wie viele andere Softwarehersteller nutzt auch SAP die Innovationskraft von Open Source und hat beispielsweise SAP HANA und SAP Vora auf Technologien wie Linux und Containern entwickelt.

Welche Bedeutung hat die Kooperation mit SAP?

Bausch: Es gibt eine enge Kooperation zwischen Red Hat und SAP. Das Ergebnis für die Kunden ist ein Lösungsportfolio, das eine schnelle Innovation und eine optimale Integration von Applikationen und Daten, etwa in IoT-Anwendungs­szenarien, ermöglicht sowie einen Vendor Lock-in vermeidet. Vor zwölf Jahren wurde Red Hat Enterprise Linux erstmals für SAP-Lösungen zertifiziert. Durch das Zusammenspiel von Red Hat Enterprise Linux, Red Hat JBoss Middleware, Red Hat OpenShift Container Platform und den SAP-Lösungen wie HANA, Leonardo, Data Hub und Vora, erschließen sich für Unternehmen vielfältige Chancen für die Steigerung der Agilität und Innovationsgeschwindigkeit.

Red Hat hat im September 2017 Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions vorgestellt. Was verbirgt sich hinter der neuen Linux-Plattform?

Bausch: Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions kombiniert und konsolidiert SAP-Applikationen und SAP HANA auf einer Plattform. Es ergänzt diese um weitere leistungsstarke Funktionen wie High Availability für kritische SAP-Systeme und ein einfaches Management, Patchen und Updaten von Umgebungen mit Red Hat Enterprise Linux. Dazu kommt vier Jahre Extended Update Service für mehr zeitliche Flexibilität. Red Hat Insights schließlich ermöglicht Unternehmen proaktiv Probleme in einer SAP-Umgebung zu erkennen und zu managen, bevor diese die Umgebung beeinträchtigen und es zu kostspieligen Ausfallzeiten kommt.

Können Sie uns genauer erläutern, wie Anwender mit Red Hat Insights und Red Hat Ansible einen Einblick in die Leistungen ihrer SAP-Softwarelandschaft erhalten?

Bausch: Red Hat Insights analysiert die auf Lösungen von Red Hat basierende Infrastruktur und vergleicht diese mit ausgewählten, relevanten SAP Notes sowie der Red Hat Knowledge Base, die auf Millionen von Installationen basiert. Damit kann Red Hat Insights frühzeitig Sicherheits-, Performance- und Stabilitätsprobleme erkennen, und dies sowohl in physischen, virtuellen und Container- als auch in Cloud-Umgebungen. Für viele der ermittelten Probleme stehen im Red Hat Customer Portal bereits Lösungen in Form von Playbooks zur Verfügung, die über Red Hat Ansible, das mit Red Hat Insights integriert ist, automatisch ausgerollt werden können. Darüber hinaus können Kunden auch eigene, vordefinierte Playbooks zur Lösung von kritischen Situationen nutzen. Durch diese Automatisierung lässt sich die benötigte Zeit für die Problembehebung deutlich reduzieren.

Red Hat war auf der SAP TechEd in Barcelona vertreten. Was hat Red Hat auf der TechEd an Neuigkeiten vorgestellt?

Bausch: Red Hat hat drei Neuheiten präsentiert. Um die stabile und konsistente Erstellung von Anwendungen mit Komponenten von SAP HANA und den Technologieplattformen von SAP NetWeaver zu unterstützen, stellt Red Hat seine Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions nun auch im Rahmen des Red Hat Developer Program zur Verfügung. Entwickler können über eine kostenlose Subskription auf die weltweit führende Linux-Plattform für Unternehmen zugreifen und damit ihre Next-Generation-Anwendungen für Big-Data-Workloads erstellen.

Wolfgang Bausch, Red Hat

„Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions kombiniert und konsolidiert SAP-Applikationen und SAP HANA auf einer Plattform.“

Wolfgang Bausch, Red Hat

Um die Nachfrage nach Lösungen von Red Hat für mehrere Architekturen zu befriedigen, steht Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions jetzt auch für IBM-Power-Systeme zur Verfügung. Dies bringt zusätzliche Flexibilität für Unternehmen, die die IBM-Power-Architektur in ihren Rechenzentren nutzen möchten, während sie gleichzeitig ein einheitliches Betriebssystem verwenden, um intensive Big-Data-Workloads auszuführen.

Schließlich ist SAP Vora auf Red Hat OpenShift Container Platform eine integrierte Lösung, die Enterprise-Grade Kubernetes mit handlungsrelevanten Big-Data-Einblicken verknüpft. Die kombinierten Technologien unterstützen Unternehmen dabei, Daten in nahezu beliebiger Größe, Geschwindigkeit und Vielfalt einzusetzen. Sie können so auf Basis eines konsolidierten, unternehmensweiten Data Hub schnellere und intelligentere Geschäftsentscheidungen treffen.

Red Hat setzt derzeit viel Energie auf Container-Technologien. Was müssen Anwender über das Engagement von Red Hat in diesem Bereich wissen?

Bausch: Red Hat arbeitet im Bereich der Container-Technologien intensiv mit der Open-Source-Community zusammen. Unsere Entwickler tragen dazu bei, Funktionen, Zuverlässigkeit und Sicherheit zu verbessern, um sicherzustellen, dass Container leistungsfähig und stabil sind. Zur Prüfung und Abnahme von Containern stellt Red Hat zertifizierte Container Source Images und Tools bereit.

Darüber hinaus leistet Red Hat umfangreiche Beiträge zu Kubernetes und kooperiert mit der Open Container Initiative und der Cloud Native Computing Foundation. Wie bei allen Open-Source-Projekten trägt Red Hat Code und Verbesserungen zu Upstream-Projekten bei. Red Hat OpenShift Container Platform beispielsweise basiert auf Open-Source-Innovationen und Industriestandards wie Red Hat Enterprise Linux und Kubernetes und genießt weltweit das Vertrauen von Unternehmen aller Größen.

Red Hat ist seit Oktober mit einer offiziellen Niederlassung in Österreich vertreten. Warum hat sich Red Hat dazu entschlossen, eine eigene Niederlassung in Österreich zu gründen?

Rainer Liedtke: In den letzten Jahren haben sich viele österreichische Unternehmen intensiv mit Cloud Computing befasst und auch das Interesse an Open-Source-basierten Lösungen, gerade im Hinblick auf den digitalen Wandel, ist gestiegen. Das wissen wir aus Gesprächen mit Interessenten, Kunden und Partnern.

Rainer Liedtke, Red Hat

„Aus Sicht von Red Hat zählen Deutschland, Österreich und die Schweiz zu den wichtigsten Regionen in Europa.“

Rainer Liedtke, Red Hat

Selbst der öffentliche Sektor in Österreich ist Open-Source-affin. Die steigende Nachfrage nach unseren Lösungen – sowohl von Unternehmen aller Größen als auch von unseren Partnern – hat daher die Gründung einer Niederlassung erforderlich gemacht. Damit können wir den lokalen Markt mit seinen Eigenheiten optimal betreuen.

Welche Rolle spielt der DACH-Markt insgesamt für Red Hat?

Liedtke: Mit zusammen nahezu 100 Millionen Einwohnern bilden Deutschland, Österreich und die Schweiz eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Europa und verfügen über eine beachtliche Kaufkraft für IT-Lösungen. Aus Sicht von Red Hat zählen Deutschland, Österreich und die Schweiz zu den wichtigsten Regionen in Europa. Durch die gleiche Sprache und ähnliche Rahmenbedingungen gibt es viele Synergiepotenziale im Marketing und Vertrieb und auch für unsere zahlreichen Partner ergeben sich daraus attraktive Geschäftschancen. Aktuell verzeichnen wir in allen drei Ländern eine anziehende Bereitschaft, in Open-Source-basierte, innovative Cloud-Lösungen und -Services zu investieren.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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