SAP-HANA-Hadoop-Erweiterung: ein großer Schritt in Richtung Internet der Dinge

Das Service Pack 10 für SAP HANA ist auf Big Data und Remote-Synchronisation über das ganze Unternehmen ausgerichtet. Eckpunkte des letzten Releases.

SAP bewegt sich derzeit in Richtung einer besseren Integration von SAP HANA mit Big Data und dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Darauf deutet die Veröffentlichung des Service Pack 10 (SPS10) hin, das eine erweiterte Unterstützung von SAP HANA für Hadoop umfasst.

SPS10 für die SAP-HANA-Plattform bietet viele neue Funktionen, die Unternehmen laut SAP bei der Verbindung zum Internet der Dinge, der effizienteren Verwaltung von Big Data und der erweiterten Verfügbarkeit von Daten im gesamten Unternehmen unterstützen.

Ein wichtiger Aspekt des Releases ist eine neue Synchronisierungsfunktion für Daten zwischen dem Unternehmen und Remote-Standorten über ein Netzwerk, sagt Marie Goodell, Leiterin der Marketing-Plattform von SAP.

"Remote-Data-Synchronisierung ermöglicht eine session-basierte Zwei-Wege-Datenreplikation zwischen SAP HANA – das sich normalerweise in der Unternehmenszentrale befindet – und Remote-Datenbanken, die an entfernten Standorten lokalisiert sind", erklärt Goodell. "Die Kunden können jetzt Daten aus dem Unternehmen an diese entfernten Standorten senden, sodass Innendienst- und Außendienstmitarbeiter produktiver sind. Außendienstler können zudem ihre mobilen Geräte verwenden und damit beispielsweise Inspektionsarbeiten erledigen – und das auch dann, wenn die Internetverbindung unterbrochen ist.“

Die Daten werden laut Goodell bei einer Unterbrechung weiter übertragen, wenn wieder eine Internetverbindung verfügbar ist. Auch können die IoT-Daten von den Remote-Geräten zurück an das Unternehmen transferiert werden, um dort zusätzliche Analysen auszuführen. Dies sei wichtig für Arbeitsplätze, an denen keine Breitband-Internetverbindung verfügbar ist.

Der Support für Big Data wurde mit der Integration von HANA in die neuesten Hadoop-Distributionen von Cloudera und Hortonworks außerdem erweitert. "Smart Data Integration ermöglicht es jetzt, auf Daten von Hadoop zuzugreifen, sie schnell in HANA zu laden und dann von dort die Analyse auszuführen", erklärt Goodell. "Schließlich haben wir auch mit Spark SQL eine schnellere Analyse der Datenübertragung und mit Apache Ambari eine einheitliche Benutzeroberfläche hinzugefügt, sodass Administratoren sich sowohl um HANA als auch um die Hadoop-Cluster kümmern können."

SPS10 liefert außerdem neue Hochverfügbarkeit- und Disaster-Recovery-Funktionen, die sicherstellen, dass unternehmenskritische Anwendungen unterbrechungsfrei laufen und immer bereit sind, sagt Goodell. Die Skalierbarkeit wurde erweitert, sodass Unternehmen die Non-Uniform Memory Access (NUMA)-Architektur verwenden können. Damit können Large-Scale Systeme mit mehr als zwölf Terabyte Speicher unterstützt und große Datenmengen schnell verarbeitet werden. Außerdem unterstützt Spatial Processing jetzt mehrdimensionale Objekte und räumliche Ausdrücke in HANA-Modellen oder in SQL Script.

SAP-HANA-Hadoop-Erweiterungen sind für das Internet der Dinge erforderlich

Mehrere Aspekte des Release zeigen, dass SAP eine solide Grundlage für das Wachstum von HANA baut.

"Das Release ist deshalb interessant, weil HANA ursprünglich sehr schnell gebaut wurde und SAP unter enormem Zeitdruck war. Deshalb kann man SPS10 als eine Art Bereinigungs-Release verstehen, das viele Dinge erledigt, nach denen die Kunden immer wieder gefragt haben", sagt Holger Müller, Vice President und Principal Analyst bei Constellation Research. "Die Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Funktionen sind großartig. Auf Papier klingt es nicht nach sehr viel, aber in der Realität, im Vertrieb etwa, ist es von großem Nutzen.“

Müller zufolge haben sich viele SAP-Anwender Sorgen gemacht, dass die Daten in einer In-Memory-Datenbank bei einem Stromausfall verloren gehen könnten. "SAP hatte immer einige unbefriedigende Antworten hierfür parat. Jetzt klingt das deutlich plausibler", ist der Berater überzeugt.

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Die verbesserte Hadoop-Unterstützung durch SAP HANA, die in der Vergangenheit nur wenig zu bieten hatte, ist von wesentlicher Bedeutung für die Botschaft, die SAP mit HANA aussenden möchte, sagt Müller. "SAP hat viel darüber gesprochen, wie es IoT-basierte Szenarien angehen möchte, aber ohne Hadoop kann das Unternehmen dort nicht mitspielen", erläutert er. "Es gibt im Allgemeinen keinen Anbieter von Unternehmenssoftware, der keine Big-Data-beziehungsweise Hadoop-Strategie benötigt – und das ist nicht auf SAP beschränkt."

Die Veröffentlichung von SPS10 zeigt, dass SAP es ernst meint mit der Bereitstellung einer Enterprise-Datenbank-Umgebung, meint Carl Olofson, Research Vice President bei IDC, der sich dort mit Daten-Management-Software beschäftigt. "Dinge wie das optimierte Workload Management und die NUMA-Optimierung für eine bessere Skalierbarkeit sind wichtig", sagt er. "Multi-Tenancy-Unterstützung ist interessant, da es zeigt, dass SAP daran arbeitet, eine möglichst gute Cloud-Datenbank zu erarbeiten. Zusammen mit der verbesserten Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery sind das notwendige Entwicklungen."

SPS10 soll auch einige Bedenken zerstreuen, die Unternehmen haben könnten, wenn sie auf HANA umstellen. Das könnte es den Firmen ein wenig leichter machen, eine so große Veränderung vorzunehmen, sagt Olofson." Führungskräfte widersetzen sich oft grundlegenden Änderungen. Dies gilt vor allem dann, wenn diese Änderungen so radikal sind wie in diesem Fall", sagt er. "Eine Datenbank laufen zu lassen, die nicht mehr festplatten-, sondern In-Memory-basiert ist, ist eine sehr große Veränderung. Die Hardwarekonfiguration ändert sich, der Zeitplan für die Installation und – als größte Umwälzung – die Rolle der Mitarbeiter im Rechenzentrum. Und deshalb wird man auf eine Menge Widerstand stoßen."

Olofson ist aber überzeugt: Der Versuch von SAP, alle technischen Grundlagen abzudecken, sollte Unternehmen die Entscheidung erleichtern, den Weg mit HANA zu gehen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2015 aktualisiert

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