SAP Lumira: Big Data und Business Intelligence leicht gemacht

SAP Lumira erlaubt die Datenanalyse und Datenvisualisierung von Big Data aus verschiedenen Quellen – auch mit Hilfe der In-Memory-Datenbank SAP HANA.

SAP Lumira ist das neueste Tool im SAP-Business-Analytics-Portfolio. Das ist erst einmal nicht sehr aufregend. Was es aber so besonders macht: Das Werkzeug steht für eine Änderung der Business-Intelligence (BI)-Strategie von SAP. Lumira ist Prototyp und Stellvertreter eines neuen Easy-to-use-SAP. Dadurch stellen sich gleich mehrere Fragen: Wie gestaltet sich die Anbindung an SAP HANA? Und, noch wichtiger: Wie schlägt es sich im Vergleich zu anderen Datenvisualisierungs-Tools?

Zwei komplementäre Technologien

SAP Lumira deckt zwei unterschiedliche, aber sich ergänzende Technologien ab. Im Desktop-Bereich gilt Lumira als Datenvisualisierungs-Tool der nächsten Generation – und das zu Recht. Wie die älteren Konkurrenten Tableau, QlikView und ähnliche Werkzeuge können Lumira-Nutzer Daten aus Excel, einer relationalen Datenbank und sogar aus dem SAP-BusinessObjects-Universum übernehmen, mischen und bereinigen. Und sie können diese Daten in allen gängigen Diagrammen darstellen.

Die zweite Technologie ist die SAP-Lumira-Cloud-Variante. Sie erlaubt das Erstellen und Teilen grafischer Darstellungen per Drag-and-Drop auf der Grundlage vordefinierter Datensätze. Die Cloud -Version ermöglicht es Anwendern zudem, über die SAP-BusinessObjects-Mobile-App von ihren mobilen Geräten aus auf Datensätze zuzugreifen.

Integration mit SAP HANA

Noch überzeugender als die grafischen Visualisierungsmöglichkeiten sind jedoch die großen Datenmengen, die SAP Lumira für die Diagramme nutzen kann. Hier merkt man Lumira seine HANA-Herkunft – SAPs In-Memory-Datenbank – an. Sowohl SAP Lumira Desktop als auch die Cloud-Version interagieren mit HANA in Warp-Geschwindigkeit. Beide Tools erledigen die Datenauswertung auf Datenbankebene , sodass Milliarden von Zeilen entsprechend der gewählten Visualisierung zusammengefasst und gefiltert werden.

Während SAP Lumira Cloud bei der Datenauswertung ganz auf HANA setzt, hat die Desktop-Version noch ein Ass im Ärmel - Sybase IQ. Sybase IQ ist eine spaltenorientierte Datenbank, die für Analytikaufgaben entwickelt wurde. Die Datenbank gilt als Schmuckstück, das SAP vor einigen Jahren mit der Übernahme von Sybase erworben hat. Diese Datenbank nutzt SAP Lumira Desktop, um Daten zu komprimieren und schnell zu bearbeiten. Auf diese Weise lassen sich Millionen von Datenzeilen ohne eine Serverkomponente auf einem Laptop oder Desktop erfassen und integrieren. Im Endeffekt bedeutet das für den Anwender, dass sich alle Daten aus beliebigen Datenquellen zusammenführen lassen: Excel-Tabellen, CSV-Dateien und HANA-Cloud-Daten in der freien Personal Edition und zusätzlich Freehand-SQL und SAP-BusinessObjects-Daten in der kostenpflichtigen Version. Wie in Abbildung 1 veranschaulicht, warnt SAP Lumira Sie, wenn es Probleme bei der Datenintegration gibt.

Abbildung 1: SAP Lumira kann nicht alle Datensatz zusammenführen, warnt aber den Nutzer, wenn es Probleme gibt.

Die Plattform zählt

Visualisierungen sind gut und schön, aber sie müssen auch reportet und verteilt werden. Beim ersten Release vor etwa eineinhalb Jahren waren Sreenshots und Grafiken die beste Möglichkeit, visualisierte Datenanalyseergebnisse zu Anwendern zu schicken, die das Programm nicht hatten. Dank eines hochaggressiven Update-Zeitplans – fast jeden Monat gibt es eine Aktualisierung – und des Releases der Lumira-Cloud haben sich die Sharing-Optionen beeindruckend erhöht.

Die derzeit beste Sharing-Option ist SAP HANA. In Lumira Desktop können Sie nicht nur Daten aus HANA übernehmen, sondern auch die Ergebnisse der Modelle, die Sie aus einer beliebigen Datenquelle aufgebaut haben, wieder nach HANA zurückschieben. Von dort aus können die Ergebnisse über Lumira an andere Benutzer berichtet werden. Der einzige wirkliche Nachteil dieser Option ist, dass Sie HANA brauchen, damit es funktioniert.

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Nach HANA ist SAP Lumira Cloud die beste Möglichkeit, Analyseergebnisse zu berichten und zu verteilen. Dies ermöglicht es Ihnen, die Daten, die Sie in der Desktop-Version Lumira genutzt haben, ganz einfach in die Cloud zu schieben. Von dort aus ist die gemeinsame Nutzung so einfach, wie jemandem einen Link per E-Mail zu schicken. Auf dieser Basis haben Sie eine praktische Abteilungslösung. Einem technisch versierten Datenanalysten wird es beispielsweise ermöglicht, Daten an mehrere Benutzer zu verteilen. Diese Methode hat allerdings zwei Nachteile: Erstens muss es für Sie grundsätzlich in Ordnung sein, Ihre Daten in der Cloud abzulegen – was in einigen Branchen nicht geht. Zweitens hat das System mit absolut monströsen Datensätzen seine Probleme, aber mit den meisten typischen Anwendungsfällen kann es gut umgehen .

Die letzte Sharing-Option beim aktuellen Softwarestand ist es, direkt im SAP BusinessObjects Explorer und auf SAP Streamwork zu veröffentlichen. Während beides technisch bereits machbar ist, ist die Funktionalität gegenwärtig allerdings noch beschränkt und nur für wenige Anwendungsfälle möglich.

Die kommende Version von SAP BusinessObjects BI4 soll Lumira besser integrieren, aber viele Funktionalitäten setzen SAP HANA voraus. Und das ist sinnvoll. Denn der einzige Weg, in Lumira Daten schnell für Visualisierungen bereitzustellen, geht über HANA. Zumindest für Lumira gilt, dass HANA die Voraussetzung dafür ist, künftig gute Geschäfte zu machen.

Was SAP Lumira nicht ist

Aktuell ist SAP Lumira keine Best-of-Breed-Visual-Analytics-Lösung. Es ist einfach (noch) nicht so ausgereift wie Tableau oder QlikView. Diese Lösungen sind der SAP-Software noch um einige Jahre voraus. Seit seiner Einführung wird das Tool immer wieder kritisch beäugt, und SAP hat darauf mit einem fast monatlich neuen Release-Zyklus reagiert.

Ein kürzlich veröffentlichtes Release führte beispielsweise Storyboards ein, mit denen mehrere Grafiken zusammengepackt werden können (siehe Abbildung 2). Dieser schnelle Upgrade-Zyklus hat aber auch seine Nachteile. So müssen sich Nutzer und IT ständig mit neuen Updates beschäftigen oder mit fehlenden Funktionen herumärgern. Vor allem machen sich – wie bei vielen schnell veröffentlichten Releases – Qualitätsprobleme bei neu eingeführten Funktionen bemerkbar. Diese erfordern oft ein nachfolgendes, zweites Release, bevor ein Feature zuverlässig genutzt werden kann.

Abbildung 2: Eine der vor kurzem freigegebenen Funktionen von SAP Lumira ist die Fähigkeit, mehrere Visualisierungen in ein "Storyboard" zu packen.

Was bedeutet Lumira für die klassische SAP-BusinessObjects-Plattform? Ehrlich gesagt, nicht viel. SAP Lumira kann es mit den Enterprise-Funktionen von SAP BusinessObjects nicht aufnehmen. Operationales Reporting, komplexe Dashboards, Planung, Sicherheit, Portalintegration – das alles will und kann Lumira nicht ersetzen. Doch SAP hat einige andere Ideen im Ärmel für die Zukunft von Lumira. Eine Option ist beispielsweise, Lumira-Dokumente innerhalb der Business-Plattform speichern und verwalten zu können. Und das ist sicherlich nicht der Untergang älterer SAP-Werkzeuge.

Unterm Strich ergibt es für Unternehmen aber Sinn, Lumira im Auge zu behalten. Dies gilt vor allem für diejenigen, die in SAP Analytics schon investiert haben oder es bereits nutzen. Das Beste daran: Sie können es zunächst mit der kostenlosen Personal Edition versuchen.

Über den Autor:

Jamie Oswald ist BI- und SAP-BusinessObjects-Experte bei Mercy, einem US Gesundheitsnetzwerk mit 32 Krankenhäusern und 300 ambulanten Einrichtungen. Er ist außerdem SAP-Mentor.

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Artikel wurde zuletzt im März 2014 aktualisiert

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