SAP Mobile-Chef Rick Costanzo erteilt MDM Akquisition eine Abfuhr

Rick Costanzo stellt in diesem Interview Details der SAP Mobile Strategie vor und erklärt, warum SAP momentan nicht an eine MDM Akquisition denkt.

SAP war nicht immer ein Synonym für Mobility. Aber der neue Chef von SAP Mobile versucht dies zu ändern. Nach einem längeren Engagement bei Blackberry wurde Rick Costanzo vor einem Jahr SAP Executive Vice President und General Manager für Global Mobility Solutions. In dieser Zeit startete SAP seinen SAP Mobile Place, auf der Anwendungen und Daten bereitgestellt und ohne eine Mobile Device Management (MDM) -Plattform verwaltet werden können.

In diesem Interview betont Costanzo mit Nachdruck, dass SAP in nächster Zeit keine MDM Akquisition machen wird. Er diskutiert auch die Zukunft der Unternehmensanwendungen und geht auf den Wettbewerber IBM und die Partnerschaft mit Apple für die Entwicklung von iOS Unternehmensanwendungen ein.

Was hat Sie an SAP gereizt?

Rick Costanzo: Ich habe niemals daran geglaubt, dass Mobility alleine auf seinen eigenen zwei Beinen stehen wird. Es ist vielmehr die Kombination aus Big Data, Cloud, Mobile und Analytics, die zusammen für Kunden einen wirklich großen Nutzen bringt. Ich glaube nicht, dass irgendjemand aus irgendeiner Branche schon am Ziel angekommen ist. Das ist mehr eine Reise und nicht das Ziel. Aber ich dachte, dass SAP einen Schritt voraus Richtung Zukunft ist, und ich glaube, dass sie aus ihrer Vision realistische Produkte machen werden.

Wir haben einen guten Job gemacht, was die Formulierung unserer Vision betrifft. Aber ich denke, es macht eine Menge Arbeit, um alles aus dieser Vision umzusetzen. Was können wir konkret tun, um dies Wirklichkeit werden zu lassen? Das ist für mich der entscheidende Schwerpunkt.

Welche wichtigen Trends sehen Sie aktuell in der Enterprise Mobility?

Costanzo: Wenn Sie anfangen über Wearables und vernetzte Autos zu sprechen, blicken Sie in den nächsten 18 bis 24 Monaten auf eine Welt mit Hunderttausenden, wenn nicht Millionen von verbundenen Dingen.

Organisationen, die einen gerätezentrierten Ansatz der Unternehmens-Mobilität verfolgen, sind unvermeidlich dem Tod geweiht, oder, um es mit einem bekannten Idiom zu sagen: Das sind „Dead Men Walking“. Ich kenne eine Menge Leute, die mir jeden Tag sagen: Hey, Sie sollten diesen MDM-Anbieter kaufen oder jenen oder irgendeinen ganz anderen. Und ich antworte: Klar, das ist wie wenn man mir vorschlagen würde, dass wir die bestaussehende Leiche in der Leichenhalle sein sollten. Ich bin nicht daran interessiert, das zu tun.

Wir machen immer noch Device Management – aber nur bis zu dem Grad, bis zu dem Unternehmen das auch tun möchten. Aber die Unternehmen sagen auch deutlich: Konzentriert euch auf die Dinge, die wirklich wichtig für mich sind, also Inhalte und Anwendungen.

In welchen Bereichen hat SAP Mobile aus Ihrer Sicht Verbesserungsbedarf?

Costanzo: SAP hatte im mobilen Bereich lange Zeit die schlimmste User Experience. Mit Fiori haben wir einen großen Sprung in Richtung Benutzerfreundlichkeit gemacht. Fiori modernisiert die User Experience für eine ganze Reihe von unseren Embedded-Systemen, die draußen im Einsatz sind. 

Wir haben hier einen 80/20-Ansatz umgesetzt und gesagt: 80% der aktuellen Prozesse manifestieren sich tatsächlich in den folgenden 20% dieser Anwendungen. Das waren die ersten Ziele von Fiori. Und dann haben wir Personas aufgebaut. Das ist ein Toolkit, mit dem Apps für Drittanbieter entwickelt  werden können. Jetzt geben wir Web IDE frei, mit dem Sie Ihre eigenen Fiori Anwendungen entwickeln und die Fiori Apps anpassen können.

Fiori ist eine HTML5-Erfahrung. Da Fiori ist ein großer Push und ohne zusätzliche Lizenz verfügbar ist, gab es bereits viele Einführungen von Fiori.

Wie haben Sie auf die Partnerschaft von IBM mit Apple reagiert?

Costanzo: Mir sind in der Ankündigung drei Punkte aufgefallen. Nummer eins: IBM sagt: ,Hey, wir werden zusammen mit Apple unsere ersten 100 branchenspezifischen mobilen Anwendungen entwickeln.' 

Fairerweise möchte ich auf Folgendes hinweisen: Wir haben in den letzten zwei Jahren mehr als 300 Industrie-Anwendungen für über 20 Branchen entwickelt. Und sie kommen nun mit der aufregenden neuen Nachricht, dass sie Ihre ersten 100 Apps entwickeln? Ich sage: Willkommen im Club.

Nummer zwei: IBM sprach davon, dass diese Anwendungen exklusiv für iOS entwickelt werden. Dazu merke ich folgendes an: Ich kenne keinen einzigen Unternehmenskunden da draußen, der behauptet, es gibt nur das eine Betriebssystem. 

Wir leben in einer heterogenen Welt. Das betrifft die Heterogenität in Bezug auf die Entwicklungswerkzeuge, auf Geräteoptionen und auf Backend-Systeme. Die müssen alle integriert werden. Wir leben in einer dynamischen Welt. Es wird immer Veränderungen geben, wie und wohin sich Hardware-Plattformen entwickeln werden.

Und Nummer drei: Sie berichten schließlich, dass IBM Apple-Hardware weiterverkaufen kann. Wir haben eine Reihe von Systemintegratoren wie Accenture und Capgemini. Sie sind in der Lage, alles, was Sie möchten, weiterzuverkaufen. Deshalb frage ich mich ganz ehrlich: Warum ist das so berichtenswert? Ich nehme das einfach zur Kenntnis und mache weiter.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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