Siemens verwendet Process Mining zur Optimierung von Produktionsprozessen

Mit der Implementierung von Process Mining Tools hat Siemens einen deutlich besseren Einblick in bestimmte Produktionsengpässe und –probleme erhalten.

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Data Mining

Es heißt, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das gilt vor allem für herstellende Unternehmen, wenn es um Process...

Mining geht, einer analytischen Anwendung, die einen Einblick in Geschäftsprozesse bietet.

„Wir erhalten im Prinzip Röntgenaufnahmen“, sagt Lars Reinkemeyer, Leiter der globalen Process Mining Services bei Siemens. „Wir hatten bisher keine Tools, um die großen Datenmengen transparent zu machen. Jetzt fragen wir uns, warum wir nicht schon früher die Prozesseffizienz betrachtet haben.“

Der deutsche Technologiekonzern, der Systeme und Komponenten für Industrieautomation, Gesundheitswesen, Energiewirtschaft, Bau und Verkehr produziert, hatte bisher nur wenig Einblick in die Effizienz seiner internen Prozesse. Vor zwei Jahren begann man, ERP-Daten zu sammeln und zu analysieren, um Engpässe bei Produktions-, Liefer- und Zahlungsprozessen zu identifizieren.

Alles begann mit den 70 SAP-ERP-Systemen bei Siemens. Sie sind in Prozesse eingebunden, die zum Beispiel Lieferanteninformationen, Bewegungen von Teilen im gesamten Produktionsbereich des Unternehmens sowie Abrechnungs- und Zahlungstransaktionen tracken. Schließlich wurden die ERP-Daten in eine SAP-HANA-Datenbank eingespeist. Reinkemeyer und sein Team analysierten die Daten dann mit dem Process Intelligence Tool des Münchner Softwarespezialisten Celonis.

Process Mining ersetzt manuelles Tracking

Bevor Siemens das HANA-basierte System implementierte, managte das Unternehmen seine Geschäftsprozesse manuell. Einzelne Vorgesetzte waren dafür verantwortlich, dass bestimmte Prozesse eingehalten wurden. Verliefen Dinge nicht planmäßig, zum Beispiel, wenn versendete Bauteile zu spät ankamen oder eine Maschine nicht mehr funktionierte, erhielt man keinen Einblick, wie dies den kompletten Produktionsablauf beeinflusste.

„Bis dahin haben die Mitarbeiter einzelne Prozesse betrachtet und versucht zu verstehen, wie sie andere Dinge beeinflussen“, erläutert Reinkemeyer. „Was wir nun machen, bietet uns mehr Transparenz.“

Aus Sicht von Reinkemeyer ist diese neue Transparenz eine große Verbesserung im Gegensatz dazu, wie die Dinge in der Vergangenheit gehandhabt wurden. Doch nicht jeder bei Siemens stimmte dem zunächst zu. Einige Manager, die bereits lange in ihrer Rolle arbeiteten, argumentierten immer wieder, dass sie wüssten, wie Prozesse effizient behandelt werden. Sie waren mit dem Wandel am Anfang nicht einverstanden.

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Change Management ist kritisch für den Erfolg

„Ähnlich wie bei medizinischen Röntgenstrahlen, möchten einige Leute alle verfügbaren Informationen erhalten, während andere es vorziehen, schlechte Nachrichten zu vermeiden“, sagt Reinkemeyer.

„Es geht also um das Change Management und die Bereitschaft, sich den neuen Big-Data-Ansatz anzuschauen“, sagt er. „Es gibt einige Manager, die sagen ‚Wir machen das seit Jahren so und alles läuft gut’. Doch wir haben eine wachsende Anzahl Mitarbeiter, die erkennen, dass dies ein lohnenswerter neuer Ansatz ist.“

Reinkemeyer sagt, dass er zum Glück Manager finden konnte, die für den neuen Ansatz empfänglich waren. Er fragte sie, ob sie dabei helfen könnten, alle anderen Manager vom neuen Ansatz zu überzeugen. Hinzu kommt, seitdem das neue Process-Mining-System installiert ist, konnten einige Abteilungen, die es bereits einsetzten, operative Verbesserungen erfahren.

Die automatisierte Prozessüberwachung hat Siemens zum Beispiel geholfen, Verzögerungen in der Teilebeschaffung, verspätete Produktlieferungen und Rechnungsineffizienzen zu identifizieren, welche das Unternehmen mehrere Millionen Euro jährlich kosten.

Die Übernahme der Technologie ist seitdem weiter fortgeschritten. Da die Verbesserungen intern immer deutlicher zu Tage traten, geht Reinkemeyer davon aus, dass am Ende alle die Vorteile der Implementierung des neuen Tools sehen. „Es geht darum, die richtigen Leute in den Abteilungen zu finden, die bereit sind, ihre Prozesse zu verbessern“, ist Reinkemeyer überzeugt.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

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