Softwareentwicklung mit Platform as a Service (PaaS) – Hype oder Realität?

Platform as a Service (PaaS) wird als neues Muss für Entwicklungsteams gehandelt. Doch die Verbreitung der Technologie bleibt hinter dem Hype zurück.

Platform as a Service (PaaS) wird als neues Muss für Entwicklungsteams in Unternehmen gehandelt. Experten und Anbietern...

zufolge bleibt die tatsächliche Verbreitung der PaaS-Technologie jedoch noch hinter dem Hype zurück.

Egal welchen PaaS-Anbieter man nach den Absatzzahlen fragt, man bekommt ungefähr folgende Antwort: Wir erklären noch, was es ist und wie es funktioniert. Analysten von Gartner und anderen Marktforschungshäusern erwarten aber, dass die Verbreitung von PaaS steigen wird.

Derzeit sind die Anbieter allerdings damit beschäftigt, „mit Kunden zu sprechen und zu erklären, wie PaaS ihre Anforderungen bedient und wie sie am besten von PaaS profitieren können“, erklärt Krishnan Subramanian, Analyst bei Rishidot Research LLC.

PaaS macht Entwicklern das Leben leichter

Die PaaS-Technologie wurde vorwiegend als Möglichkeit positioniert, um die mit der Entwicklung verbundenen Schwierigkeiten auszumerzen. Sie soll es den Entwicklern ermöglichen, Anwendungen zu erstellen und bereitzustellen, ohne sich um etwas anderes kümmern zu müssen. Für den französischen Java-Entwickler und PaaS-Früheinsteiger Jérémy Hérault hat sich dies bewahrheitet.

„Wir Entwickler entwickeln einfach und gehen unserer eigentlichen Arbeit nach. Keine Installationen, kein Fein-Tuning von Datenbank, Anwendungsserver und so weiter“, erklärt Hérault, der sich selbst als offen gegenüber neuen Technologien bezeichnet. „Wir wählen einfach nur aus, welche Art Umgebung wir wollen, und fangen an zu programmieren. Unsere Zeit geht zu 100 Prozent in die reine Entwicklung.“

Doch Hérault ist nicht der einzige, der nun mehr Zeit für die Anwendungsentwicklung mit PaaS übrig hat. Auch Matt Fischer, Director of Engineering Services beim Bostoner Recruitment-Softwareanbieter Bullhorn, arbeitet inzwischen mit PaaS, weil er die Ziele seines Entwicklungsteams neu ausrichten wollte. „Unsere Kernkompetenz liegt in der Anwendungsentwicklung. Wir sind keine technische oder Cloud-Betriebsabteilung“, sagt Fischer.

Sein Entwicklungsteam brauchte eine skalierbare, nahtlose Möglichkeit zur Bereitstellung in der Cloud, hatte aber weder die Zeit noch die Kompetenz für die dazu notwendige Kleinstarbeit. Also sah er sich nach einem PaaS-Anbieter um – und fand eine langfristige Lösung für sein Problem. Entwicklungsabteilungen, die in einer ähnlichen Lage sind, gibt er den Rat: „Überlegen Sie, worin Ihre Kernkompetenz als Entwicklungsorganisation besteht. Ich bin mir sicher, die meisten werden zu dem Schluss kommen, dass die Infrastruktur zur Unterstützung und Pflege einer Entwicklungsumgebung von der eigentlichen Kernaufgabe ablenkt.“

Keine „Mittelsmänner“ mehr

Paul Burns, Berater bei der US-Analystengruppe Neovise LLC, ist der Meinung, dass die Anwendungsentwicklung mit PaaS die Entwickler nicht nur von monotonen Aufgaben befreit. Zusätzlich können sie die Betriebsabteilung umgehen, wenn die Zeit zum Testen der Anwendung gekommen ist.

„Dieses Konzept, alle Aktivitäten für die Entwickler zu automatisieren und zu rationalisieren, damit sie Zeit sparen oder nicht mehr von der Betriebsabteilung abhängig sind, ist DevOps“, sagt Burns.

Hérault entwickelt mit seiner PaaS-Lösung größtenteils Anwendungen und stellt diese bereit. Dabei hat die PaaS-Technologie seiner Ansicht nach nicht nur den zeitlichen Aspekt seiner Entwicklertätigkeit verändert, sondern seine ganze Art, Anwendungen zu entwerfen.

„PaaS bietet Anwendungsskalierbarkeit zu geringen Kosten und eröffnet uns so die Möglichkeit, skalierbare Umgebungen für unsere Anwendungen zu bekommen“, ist sich Hérault sicher. „Daher können wir ganz anders an das Design unserer Anwendungen herangehen.“

Nicht nur hat PaaS Hérault und andere Entwickler dazu gebracht, auf Skalierung ausgelegte Anwendungen zu schaffen, sondern PaaS hat ihnen auch neue Probleme zu Bewusstsein gebracht. Als Erstes würde Hérault einen PaaS-Anbieter nach der Abhängigkeit von ihm fragen, also nach der (fehlenden) Übertragbarkeit der Anwendung: „Können wir plattformunabhängigen Code schreiben? Ich möchte keine PaaS-spezifische Entwicklung.“

Fischer dagegen hat PaaS – unter dem Management-Aspekt betrachtet – geholfen, begrenzte IT-Ressourcen besser zu verteilen. Richtig umgesetzt, haben alle Cloud-Technologien den Vorteil geringer Einstiegskosten und letzten Endes geringer Gesamtkosten. „Wenn ich ein bestimmtes Budget für Ressourcen habe, sollte ich mein Geld und meine Zeit in innovative Entwickler investieren“, sagt Fischer.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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