Trends bei der Entwicklung von mobilen Apps für 2012 und darüber hinaus

Branchenbeobachter äußern sich zur Entwicklung von SOA-basierten Diensten für mobile Apps und geben ihre Prognosen für das Jahr 2013 ab.

Zu Beginn des Jahres 2012 zeigte die Umfrage von SearchSOA.com unter dem Titel „Reader Challenges and Priorities...

Survey“ zunehmende Bestrebungen danach, SOA-basierte Dienste für mobile Apps zu entwickeln. Von den Teilnehmern der Befragung gaben 52 Prozent an, künftig SOA für die Entwicklung von mobilen Anwendungen einsetzen zu wollen. Die offene Frage war dabei, inwiefern sich das Konzept von SOA als Folge davon verändern würde. Jetzt, im Rückblick, äußern sich Branchenbeobachter zu diesem Thema und geben ihre Prognosen für das Jahr 2013 ab.

Wenn es heutzutage um das Thema SOA geht, dann spielen Entwicklung und Integration von mobilen Anwendungen die herausragende Rolle dabei. Zu den wichtigsten Themen des vergangenen Jahres gehörten der Aufstieg der App Stores, die Debatte um HTML5 vs. nativen Code, mobile Backends, REST-konforme Dienste sowie offene APIs. Aber letztlich drehte sich doch alles um den Trend zur Konsumerisierung der IT.

Es ist kein Geheimnis, dass die Flut von Anwendungen für mobile Geräte und soziale Medien den Charakter der Entwicklungsarbeit verändert. Dazu Peter Price, Mitgründer und CEO von Webalo: „Die traditionelle Art der Entwicklung von Unternehmenssoftware ist unabhängig vom Stand der Technik komplex genug. Aber jetzt muss man noch den Aspekt der Mobilität hinzunehmen. Jeder benutzt ein solches Gerät – und dann die riesigen Datenmengen. Man kann heutzutage seine Anwendungen einfach nicht mehr so erstellen wie früher.“

Im vergangenen Jahr standen bei der Entwicklung von mobilen Apps die Themen Sicherheit und Skalierbarkeit an vorderster Stelle. Um hier auf dem Stand zu bleiben, mussten sich SOA-Architekten mit ihren Designs auf die Anforderungen für mobile Apps konzentrieren – soweit sie dies nicht schon vorher getan hatten. „Wer eine nachlässig erarbeitete SOA hatte, bekam im letzten Jahr die Folgen zu spüren“, so der Kommentar von Michael Facemire, Senior Analyst bei Forrester. „Im mobilen Bereich wachsen die Anforderungen schnell. Wenn man über eine ordentliche SOA verfügt, dann kann man mit den mobilen Nutzern viel intensiver interagieren.“

Neue Wege bei der Middleware

In diesem Zusammenhang sind neue Arten von Middleware entstanden, um die Vielfalt der mobilen Endgeräte zu bewältigen. So ist unter dem Namen Back-End as a Service (BaaS) oder auch Mobile Back-End as a Service (MBaaS) eine neue Alternative zu traditioneller mobiler Middleware in Erscheinung getreten. Während alte mobile Middleware die Backend-Services über einen physischen Server abwickelt, wird bei BaaS die Integrationsebene in die Cloud verschoben.

Für die Entwickler bedeutet dies, dass sie auf ein fertiges, aber anpassbares Backend zurückgreifen können. Damit soll eine zentrale Schwierigkeit bei der Entwicklung von mobilen Apps behoben werden, nämlich dass der Ausbau eines Plattform-übergreifenden Backends viel Zeit und Geld kostet.

„Manche Unternehmen haben Jahre daran gearbeitet, ihre Backends umzurüsten, und jetzt verfügen sie über die Funktionen zur schnellen Anbindung an jede beliebige mobile Anwendung. Diejenigen, die  diesen strategischen Vorteil nicht haben, versuchen es jetzt mit dem mobilen Backends“, sagt dazu Miko Matsumura, Senior Vice President für den Bereich Platform and Delevoper Relations bei Kii Corporation.

Den BaaS-Markt gibt es seit einigen Jahren, doch erst jetzt beginnt das Konzept eine größere Verbreitung zu finden. Vor allem natürlich unter Entwicklern, die schnelle Entwicklungszyklen für mobile Apps mit Flexibilität, Skalierbarkeit und Sicherheit kombinieren wollen, ohne auf die Features von Backends zu verzichten. „Back-End as a Service ist in diesem Jahr zur Realität geworden“, sagt Facemire, „und in nächster Zukunft wird dieser Bereich an Reife gewinnen. Ich glaube, 2013 werden wir da einiges an Fusionen und Übernahmen beobachten können.“

Das Interesse an BaaS deutet darauf hin, dass ein größerer Wechsel in Richtung mobiler und Consumer-orientierter Integrationsstrategien stattfindet. Der Trend zu offenen APIs ist Teil dieser Bewegung. Einige SOA-Softwareschmieden entwickeln sogar entsprechende Toolsets zum API-Management.

„In diesem Jahr war zu beobachten, dass das „mobile first“-Paradigma beibehalten wurde – nicht nur bei den Kanälen zur Bereitstellung der Inhalte, sondern auch in der Service-Schicht“, sagt Facemire. „Teilweise hat man neue API-Sätze geschaffen, um sich den mobilen Bereich zu erschließen, in anderen Fällen wurde eine Überarbeitung der bestehenden APIs vorgenommen. Diese wurden dabei so verfeinert, dass die betreffenden mobilen Apps exakt auf die APIs zugreifen können, die ihren Anforderungen entsprechen.“

„Das Jahr des Entwicklers“

Um den Erwartungen der mobilen Nutzer gerecht zu werden, müssen Entwickler-Teams heute bessere Anwendungen und Schnittstellen liefern. Und es sieht so aus, als ob eine REST-konforme Version von SOA dabei hilft. Interessanterweise handelt es sich dabei um die Fortsetzung eines schon im Vorjahr beobachteten Trends: Mobile Apps fungieren als die treibende Kraft für die Einbindung von REST und Javascript Object Notation in den Enterprise Service Bus.

Branchen-Beobachter sind der Meinung, dass es die Entwickler selbst sind, die eine Fokussierung auf solche REST-konformen Dienste fordern. Da mittlerweile eine immer größere Anzahl von Unternehmen ihre SOA-Infrastruktur auf den mobilen Bereich ausweitet, werden auch leichtgewichtigere Protokolle benötigt.

„2012 ist wirklich das Jahr des Entwicklers gewesen“, sagt Jaime Ryan, der bei Layer7 als Partner Solutions Architect tätig ist. „Die Entwickler durften sich das Beste heraussuchen und die Entscheidung fiel zugunsten von REST-APIs und JSON-Formaten."

Ebenso sind unter Anwendungsentwicklern zunehmend Plattformen für App-Stores als zentralem Ort für Verkauf, Kauf und Verwaltung gefragt. Außerdem sind mehr Anwendungen als früher für offene APIs ausgelegt, um eine anwendungsübergreifende Integration zu ermöglichen. Daraus ergibt sich ein verändertes Kräfteverhältnis zwischen Unternehmen und Dienstleistern, und die externen Entwickler konnten sich mehr Spielraum sichern.

Gelegentlich hört man die Meinung, dass die Zukunft dieser „Kultur der Offenheit“ alles andere als sicher sei. Ryan sagt hierzu unter Verweis auf Netflix und AT&T: „Einige der größten Akteure, die sich mit offenen APIs beteiligt haben, stellen sich ernsthaft die Frage, ob diese freizügige Offenlegung wirklich die erwarteten Gewinne bringen wird. Sie konzentrieren sich mittlerweile lieber auf Großunternehmen sowie hauseigene Entwickler und Partner.“

Auch bei der Kontroverse um Webbrowser- versus nativen Code waren es die Entwickler, die im Mittelpunkt standen. Mit HTML5 kündigt sich eine ganze Welle von neuen Methoden der Web-Programmierung an, doch es besteht große Uneinigkeit über die langfristigen Auswirkungen der Technologie auf Open Source und mobile Anwendungen. Während manch einer schon vorausgesagt hatte, HTML5 werde sich im Jahr 2012 auf breiter Front durchsetzen, sehen manche Experten das anders.

„Der Streit um Web- oder nativen Code erreichte seinen Höhepunkt, als Mark Zuckerberg sagte, HTML5 entspreche nicht den Geschäftsanforderungen von Facebook“, erklärt Facemire. „Dies verursachte einen ziemlichen Wirbel, da nach Meinung einiger Experten HTML5 vielleicht doch nicht das erhoffte Allheilmittel sei.“

„In diesem Jahr, bei all der Medienaufmerksamkeit für die Debatte, wird zunehmend deutlicher werden, dass es vor allem darum geht, von vornherein die passende Technologie für die jeweils geplante mobile Initiative auszuwählen“, so Facemire. Nativer Code sei für viele Zwecke gut geeignet, aber HTML ebenfalls.

Die Akzeptanz von HTML5 könnte allmählich zunehmen, doch dadurch muss nativer Code nicht von der Bildfläche verschwinden. Ryan: „Ich glaube nicht, dass wir 2013 das Jahr von HTML5 erleben werden. Einige der Protokolle, auf denen HTML5 aufbaut, befinden sich noch in den Kinderschuhen, und einige der grundlegenden technischen Fragen sind noch nicht wirklich gelöst.“

Wenn der Mobil-Bereich 2012 von IT-Konsumerisierung dominiert wurde, was könnte dann das nächste Jahr bringen?

„Im vergangenen Jahr haben die Beschäftigten sozusagen rebelliert“, sagt Ryan. „Die betroffenen Unternehmen haben darauf reagiert, indem sie auf den Gebieten Sicherheit und Governance durchgegriffen haben. Ich glaube, 2013 wird es eine Art Rückeroberung von Seiten der Unternehmens-IT geben. Dazu wird man eigene Tablets und Telefone an die Belegschaften ausgeben und das Zugangsmanagement wird viel besser sein. Unternehmen dürften auch Optimierungen für mobile Interfaces vornehmen und stärker mit Caching- und Komprimierung arbeiten.“

Price fügt seinerseits hinzu, dass Unternehmen, die schon im vergangenen Jahr in die Stärkung der Sicherheit von Mobilgeräten investiert haben, sich nunmehr einer anderen Strategie zuwenden können: „Dort wird man sich fragen: „Diese Geräte sind jetzt sicher, wozu wollen wir sie also verwenden und wie sollen unsere Nutzer mit ihnen interagieren?“ 2013 dürfte das Jahr werden, in dem es vor allem darum geht, den größtmöglichen Nutzen aus mobilen Geräten zu ziehen.“

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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