Unstrukturierte Daten als Chance für Business Intelligence

Um ein Unternehmen richtig zu steuern, benötigt man ein Navigationssystem. Moderne Business Intelligence (BI) Lösungen sind dabei ein entscheidendes Hilfsmittel.

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BI-Technologie

Um ein Schiff auf dem Ozean unfallfrei zu steuern, bedarf es entsprechender Navigationskunst. Ähnlich sieht es aus, wenn Sie Ihren PKW an ein bislang noch unbekanntes Ziel steuern möchten. Die meisten Fahrer nutzen heutzutage hierzu ein entsprechendes „Navi“. Auch um ein Unternehmen richtig zu steuern, benötigt man ein Navigationssystem: Moderne Business Intelligence (BI) Lösungen unterstützen das Management dabei, die Richtung vorzugeben, die das Unternehmen einzuschlagen hat. Insofern hängt die Güte der Managemententscheidungen – abgesehen von der fachlichen und persönlichen Kompetenz des Managements – in hohem Maße auch von der Qualität des Navigationssystems ab.

Eine BI-Lösung kann aber nur so gut sein, wie die Datenquellen, aus denen es seine Informationen bezieht. Und hier liegt oftmals die Krux. BI-Lösungen basieren zum größten Teil auf strukturierten Informationen, die aus Datenbanken, CRM- oder ERP-Systemen stammen. Aber: Die Datenmenge, die in den letzten Jahren rasant zugenommen hat, weiter stark wachsen wird und den mit Abstand größten Teil ausmacht, ist unstrukturiert: E-Mails, Social Media, Call Center Aufzeichnungen, Maschinendaten, Video, Audio, Grafiken usw. Erst wenn auch diese Daten ausgewertet werden, kann das Navigationssystem. BI die unternehmerische Realität korrekt abbilden und somit eine belastbare Basis für richtige Entscheidungen sein. Ansonsten verhält es sich wie ein Autofahrer, der seit Jahren kein Karten-Update mehr für sein Navigationssystem durchgeführt hat – er findet zwar virtuell den schnellsten Weg von A nach B, steht aber im Laufe der Fahrt plötzlich vor einer Wand. Damit Unternehmen nicht sprichwörtlich „vor die Wand“ fahren, benötigen Sie zwingend alle verfügbaren Daten.

Doch wie gelingt es, auch die unstrukturierten Daten zu erfassen? Angesichts der Masse an verfügbaren Daten ist zunächst einmal die Skalierbarkeit des verarbeitenden Systems ein ganz wichtiger Faktor. Es geht hier also um Big Data. Erst wenn das System technisch in der Lage ist, die immensen Datenmengen schnell (möglichst in Echtzeit) und zuverlässig zu verarbeiten, wird umfassendes BI möglich. Um dies zu gewährleisten, nutzen entsprechende Systeme unter anderem Massive Parallel Processing, Shared-Nothing-Architekturen, MapReduce-Verarbeitung, In-Memory-Computing oder auch Virtualisierung. Das intelligente Zusammenspiel von Big-Data-Technologien ist ausschlaggebend dafür, wie schnell das System imstande ist, wichtige Erkenntnisse zu liefern.

Hat man die Infrastrukturfragen gelöst, geht es anschließend darum, den heterogenen Datenströmen Herr zu werden und diese nahtlos in das Gesamtsystem einzubinden. Hierzu nutzt man heute spezielle semantische Technologien. Diese erlauben es, auf der Basis von Domänen- und Hintergrund-Informationen sowie durch den Einsatz von Sprachtechnologien eine tiefere Analyse der Daten vorzunehmen, Informationen zu extrahieren und verborgene Zusammenhänge explizit zu machen. Diese Strukturierung ist jedoch nicht so zu verstehen, dass alle Daten zwingend in ein vordefiniertes relationales Schema gepresst werden.

Vielmehr bleibt der unstrukturierte, heterogene Charakter der Daten erhalten – sie werden aber durch Zusatzinformationen und semantische Annotationen ergänzt. In gewisser Weise wird aus Big Data also Smart Data, indem auf die Rohdaten eine semantische Struktur projeziert wird – meist in Form von Graph-orientierten semantischen Modellen. Auf diese Weise wird es möglich, strukturierte, semi- und unstrukturierte ‒ egal ob externe oder interne Daten ‒ zusammenzuführen und zu integrieren. Unterschiedlichste Teilsysteme und Datenquellen fließen zusammenund stehen für eine intelligente Auswertung zur Verfügung. Genau dies ist stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Qualität eines Unternehmens-Navigationssystems dar. Unternehmen, die ihre Entscheidungen auf dieser Basis treffen, werden auch in Zukunft zielsicher von A nach B kommen – und zwar nicht nur virtuell, sondern tatsächlich.

Über den Autor:

Martina Tomaschowski verfügt über mehr als fünfzehn Jahre Erfahrung in Marketing und Vertrieb von komplexen Unternehmenssoftware-Lösungen. Sie verantwortet bei der Empolis Information Management GmbH den Bereich Marketing & Public Relations und ist Mitglied der Geschäftsleitung. Zu vorangegangenen beruflichen Stationen zählten unterschiedliche Fach- und Führungsfunktionen in der Investitionsgüter- und Automobil-Zuliefer-Industrie.www.empolis.com und als Herausgeber und Co-Autor von Büchern.

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Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

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