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Unternehmen setzen mit Inner Source ein eigenes Open-Source-Geschäftsmodell um

Das Open-Source-Geschäftsmodell Inner Source ist erfolgreich in vielen Organisationen angekommen und prägt deren Softwareentwicklung nachhaltig.

Auf dem Red Hat Summit 2017 wurde deutlich, dass das Open-Source-Geschäftsmodell Inner Source deutlich an Boden gewonnen hat, allerdings auf ungewohnte Weise.

„Die Prämisse von Open Source – also Softwarecode, der öffentlich geteilt wird und für jeden nutzbar ist – ist so erfolgreich, dass viele Unternehmen das Konzept integriert haben. Allerdings mit einigen markanten Änderungen“, sagt Steve O'Keefe, Product Line Director for Mobile bei Red Hat. Als Inner Source bezeichnet, prägt das Konzept komplette Geschäftsmodelle, aber meist nur innerhalb des Unternehmens.

„Jedes Unternehmen möchte eine schnellere und bessere Softwareentwicklung erreichen, doch viele übersehen, dass die Antwort direkt vor ihnen liegt“, sagt Andrew Aitken, General Manager und Global Open Source Practice Leader beim Systemintegrator und Beratungshaus Wipro. „Die Idee ist, jedem Entwickler Zugang zu jedem Software-Repository im Unternehmen zu geben.“

Das interne Open-Source-Geschäftsmodell Inner Source bietet für neue Softwareprojekten eine gute Starthilfe, da zumindest einige Teile des Softwarecodes bereits von jemand anderen geschrieben wurde. Es geht nur noch darum, diesen Code zu finden und für das entsprechende Projekt anzupassen.

„In vielen Unternehmen wissen die Entwickler nicht, wo die Entwicklungs-Repositories gespeichert sind und sie sind es nicht gewohnt, sie zu suchen“, erläutert Aitken. „Doch wenn wir es ihnen erklären, verstehen sie das Konzept. Der einzige Trick ist sicherzustellen, dass es zur Gewohnheit wird.“

Wenn die Umsetzung erfolgreich ist, veröffentlichen Unternehmen in der Regel auch bessere Software in kürzere Zyklen. Und genau wie beim Original Open-Source-Modell beruht Inner Source auf Zusammenarbeit und Kommunikation. Aitken betont außerdem, dass Entwickler Zugang zu so vielen Tools haben sollten wie möglich, zum Beispiel Slack, Jira und Google Hangouts, um die Zusammenarbeit und Kommunikation gestalten zu können.

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Inner Source kann außerdem helfen, die Lücke zwischen DevOps und agiler Entwicklung zu schließen. „Es bietet die besten Bestandteile des Open-Source-Entwicklungsmodells und verbindet es mit Agilität“, erklärt der Berater. „Wir wollen, dass Entwicklerteams anfangen, sich an den Prozessen zu beteiligen. Häufig fühlen sie sich nur als Implementierer. Doch eigentlich läuft es darauf hinaus, die richtigen Tools zu haben, um es umzusetzen.“

Natürlich ist es auch wichtig, die richtigen Leute zu haben. Doch in einer Zeit, in der weltweit zu wenig Softwareentwickler zur Verfügung stehen, kann dies eine schwierige Aufgabe sein. Das IT-Team der kanadischen Provinz Britisch Columbia hat daher einen etwas anderen Ansatz bei der Umsetzung seine Open-Source-Geschäftsmodells gewählt – in diesem Fall, um externe Entwickler zu finden, die an Problemen arbeiten.

In den letzten sechs Monaten hat Todd Wilson, Director und DevOps Product Manager bei BC Public Service in British Columbia, Micro-Procurements auf GitHub veröffentlicht und Entwickler gefragt, Problemcode zu beheben. Die kanadische Provinz setzt für jedes Stück Code eine Prämie aus, die zwischen 1.000 und 10.000 Dollar liegt. Wenn ein Fix akzeptiert wurde, wird der Entwickler oder die Entwicklerin in der bevorzugten Weise ausbezahlt, zum Beispiel per PayPal oder Scheck.

Bisher arbeiten 25 Entwickler mit BC Public Service auf diese Weise zusammen. Wenn die Regierungsorganisation ihre Prozesse durch externen Entwicklern beschleunigen kann, würde er gerne die Anzahl an Entwicklern erhöhen. „Wir haben kein Interesse daran, mehr Leute einzustellen“, sagt er. „Wir sehen das als eine Methode an, eine Gemeinschaft zu schaffen.“

Das Modell könnte als eine Art Crowdsourced Testing für das Entwicklerpublikum bezeichnet werden und stellt eine weitere Methode für ein Open-Source-Geschäftsmodell dar. „Mit diesem Inner-Source-Konzept verwenden wir sehr viel Code in einer Weise wieder, die wir sonst niemals für möglich gehalten haben“, ist Wilson überzeugt.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2017 aktualisiert

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