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Auf was man bei Plattformen für die Mobile-Anwendungsentwicklung achten sollte

Plattformen für die Entwicklung von Mobile Apps haben einige Nachteile. Bei der Auswahl eines Anbieters sollte man auf mehrere Kriterien achten.

An mobilen Apps führt heute kein Weg mehr vorbei. Sie übernehmen vielfältige Aufgaben, die unverzichtbar geworden sind: von der Versorgung der Kunden mit nützlichen Unternehmensinformationen bis hin zur Bereitstellung von Services für die Mitarbeiter. Doch die Entwicklung solcher Apps ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach. Für die Umsetzung mobiler Anwendungen haben sich deshalb mittlerweile Mobile-App-Entwicklungsplattformen (Mobile Application Development Platforms, kurz MADPs) etabliert, die dabei helfen, Unternehmens-Apps zu generieren und bereitzustellen, und zweifellos viele Vorteile bieten.

Beispielsweise haben solche Mobile-App-Development-Plattformen Vorlagen und Low-Code-Werkzeuge integriert und vereinfachen dadurch die Generierung und Bereitstellung von mobilen Anwendungen deutlich. Davon profitieren insbesondere solche Organisationen, die kein eigenes Entwicklungs-Know-how haben. Allerdings sind die Tools begrenzt auf die Fähigkeiten, die ihnen der MADP-Provider mitgibt. Dies kann für manche Unternehmen den Nutzen dieser Werkzeuge beschränken – und für manche sogar ein Grund sein, solche Tools nicht zu nutzen.

So gibt es im Vergleich zu Apps, die von Grund auf neu gebaut werden, Grenzen bei der Einbindung von Funktionalitäten – das gilt auch dann, wenn der MADP-Service individuell angepasst werden kann. Baut ein Unternehmen hingegen seine eigene App vollumfänglich selbst oder lagert die Entwicklung aus, kann es das Produkt genau an seine geschäftlichen Anforderungen anpassen. Mit Mobile-App-Entwicklungs-Plattformen kann das Unternehmen hingegen nur so weit gehen, wie die Plattform dies erlaubt. Das kann möglicherweise die User Experience und die Business-Anforderungen beeinträchtigen.

Durch die Einschränkungen der MADP-Technologien können Organisationen auch Probleme im Backend-Bereich bekommen. Diese Einschränkungen sind beispielsweise die begrenzten Datenquellen, Diskrepanzen in der API-Granularität, mangelnde Cloud-Integration, Limitierungen der Lifecycle-Management-Fähigkeiten oder fehlende Integration mit dem Mobile Device Management (MDM).

Ein weiteres Problem ist, dass eine Organisation mit der Nutzung einer bestimmten MADP leicht von dieser Plattform abhängig wird – und auf Gedeih und Verderb der Leistung, den Support-Funktionen und der Systemzuverlässigkeit des MADP-Providers ausgeliefert ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Anbieter der Plattform den kompletten Anwendungs-Quellcode besitzt. Will man diesen aus der Plattform ziehen, ist das teuer. Zwar müssen MADP-Anbieter zweifellos auch auf ihren Ruf achten und möchten den bestmöglichen Service liefern. Dennoch können Probleme auftreten, und der Abonnent hat kaum eine andere Wahl. Und geht der Anbieter pleite, ist das für den Abonnenten ohnehin der Worst Case.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die langfristigen Kosten. Plakativ ausgedrückt: Abonnementgebühren addieren sich auf. Selbst wenn ein MADP-Anbieter die anfänglichen Anlaufkosten deutlich reduziert, wiegt das die Einsparungen bei der mobilen App-Entwicklung langfristig nicht auf.

Darauf sollten Sie bei einem MADP-Anbieter achten

Trotz all dieser Herausforderungen bei den Mobile-App-Entwicklungsplattformen sind viele Organisationen der Meinung, dass die Vorteile der schnellen und kostengünstigen Anwendungsentwicklung die Risiken wert sind. Wenn Sie einen MADP-Anbieter suchen, sollten Sie aber eine Reihe von Faktoren im Auge behalten.

Grundsätzlich sollten Unternehmen laut Gartner nicht nur die MADP-Technologie eines Anbieters berücksichtigen, sondern auch darauf achten, inwieweit er die geschäftlichen Anforderungen an mobile Unternehmenslösungen insgesamt erfüllt. Dabei sollten in jedem Fall auch Aspekte wie Unterstützung mehrerer Plattformen, Cloud-basierte Services, ein großes Partnernetz und Erfolgsnachweise in verschiedenen Branchen und Geschäftsbereichen berücksichtigt werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Kriterien vorgestellt.

Einer der ausschlaggebenden Punkte ist zunächst die Entwicklungsplattform selbst. Der MADP-Service sollte all die Tools und Komponenten enthalten, die Sie benötigen, um die Arten von Anwendungen zu bauen, die Ihre Benutzer wollen – jetzt und in absehbarer Zukunft.

So sollte die Plattform zum Beispiel übliche Entwicklungsstandards verwenden, die notwendigen Backend-Dienste bereitstellen und Zugriff auf App-Script-Bibliotheken von Drittanbietern haben. Diese Bibliotheken ermöglichen eine konsistente Benutzererfahrung, unabhängig von der Art der Anwendung oder dem verwendeten Betriebssystem. Die IT sollte auch in der Lage sein, die Anwendungen über den gesamten Lebenszyklus zu verwalten, so dass sie den Nutzern in verschiedenen Stadien zugänglich ist.

Die mobilen Betriebssysteme, auf denen die Anwendungen laufen, sind ebenfalls wichtig. Wenn Ihr Unternehmen Anwendungen braucht, die auf Apple iOS, Google Android und Windows laufen müssen, dann ist es wenig sinnvoll, einen MADP-Anbieter zu wählen, der nur Android unterstützt. Bevor Sie sich für einen MADP-Anbieter entscheiden, sollten Sie sich auch im Klaren sein, ob Sie native, Web- oder Hybrid-Anwendungen bauen möchten.

Sicherheit ist ein weiteres Top-Kriterium, das bei der Auswahl eines Anbieters berücksichtigt werden sollte. Finden Sie im Vorfeld heraus, welche Arten von Identity-Management- und Policy-Services der Anbieter unterstützt, welche Art von Verschlüsselung er verwendet, wo die Verschlüsselungsschlüssel gespeichert werden und wie die App-Sicherheit in Ihre bestehenden Systeme integriert ist.

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MADP-Apps sollte gegebenenfalls auch in die Datenzugriffspunkte Ihres Unternehmens eingebunden werden. Der Anbieter sollte API-Unterstützung für bestehende Enterprise-Anwendungen auf Basis von Industriestandards bieten. Falls nötig, sollte die IT in der Lage sein, die Plattform in Backend-Systeme einschließlich Datenspeicherung, Cloud-Services und Tools von Drittanbietern wie MDM und Mobile-Application-Management-Produkte zu integrieren.

Am besten suchen Sie nach einem MADP-Service, der Management-Funktionen für den gesamten Lebenszyklus der Anwendung zur Verfügung stellt. Dazu gehören Werkzeuge, die die Build-Prozesse der Anwendung verwalten, eine App-Versionierung ermöglichen, die Anwendungen bereitstellen und ihr Verhalten auf allen Plattformen und Geräten überwachen. Stellen Sie auch sicher, dass der Service Echtzeit-Überwachung bietet, um die Leistung zu kontrollieren, Probleme zu lösen und die Anwendungsnutzung zu analysieren.

Eine Mobile-App-Entwicklungsplattform kann für Ihren Bedarf an mobilen Apps der richtige Weg sein. Aber den richtigen Anbieter zu finden ist ein Prozess, den die IT nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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